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Der Gründer und seine Tücher – das Eimsbütteler Start-up "Gaia". Fotos: Gaia
Nachhaltige Wirtschaft - Teil 9

„Gaia“: Mit Bock und Bienenwachs

Bio-Bienenwachstücher waren nur der Anfang von „Gaia“. Die plastikfreie Küche ist das Ziel der Nachhaltigkeitsfirma aus Eimsbüttel.

Von Christian Litz

Paol Groß, der Mann hinter Gaia, wartet vor der Tür der Meistermeile im Offakamp in Lokstedt. Alles soll schnell gehen: Er spricht schnell und reduziert alles auf kurze Sätze mit nur dem nötigen Inhalt. Und lacht ab und zu von Herzen. Er hat Spaß – trotz Fokus und Tempo.

Aber eben kein Wort zuviel: „Wir wollen etwas gegen Umweltverschmutzung machen. So einfach wie möglich, sodass jeder seinen Teil beitragen kann, möglichst einfach für alle.“

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Gaia fing 2018 an, mit drei Gründern, ohne Business-Plan, aber „mit Bock“, Bienenwachstücher aus Biomaterial herzustellen. Damit Haushalte weniger Frischhaltefolie benötigen. Die Idee: „Plastik weg, Naturprodukte her.“

Alles ganz einfach

Sie machten Workshops in Schulen, in Firmen, bei Vereinen: Bio-Bienenwachstücher einfach selber machen. Das Wort „einfach“ benutzt Groß oft. Die Idee von Gaia ist eben einfach: Einfach machen und die einfachen Möglichkeiten allen aufzeigen. Die Workshops sind der Grund, dass Gaia heute sowohl ein Verein als auch eine Firma ist.

„Wir bekamen richtig Hate“

Die Stiftung lehrt. Die Firma produziert die Tücher. Die Tücher halten zwei Jahre, dann kann man sie im Backofen auffrischen und sie halten wieder zwei Jahre. Gaia hat auch einen Onlineshop für alle und sie produzieren Tücher für Kooperationspartner und Werbepartner, also für Firmen, die bezahlen. Einfach, oder? Nicht wirklich. „Wir bekamen richtig Hate“, weil Gaia mit H&M, der Deutschen Bahn, Ikea, Hamburg Energie, Tchibo arbeitete und arbeitet. Aber, um es ganz einfach auszudrücken: „Es nützt einfach nichts, wenn wir in unserer kleinen Bubble immer grüner werden.“ Es gehe darum, viele zu erreichen.

„Gaia“: Wachstuch als Hebel

Die Tücher seien nur Türöffner. Inzwischen verkauft Gaia auch Edelstahldosen, die Plastikdosen ersetzen sollen. Oder Luffa-Schwämme, die Kunststoff ersetzen. Oder Geschirrtücher, Brotdosen, Kerzen … „Wenn wir sowieso mit den Leuten zu tun haben”, er deutet auf die Regallager, „dann können wir auch Single-Use-Plastik in der Küche komplett verbannen.“ Die Idee sei, das Wachstuch als Hebel zu benutzen, Botschaften drauf zu drucken. Zum Beispiel einen Taucher, der Plastik aus dem Meer fischt und einen Schriftzug.

Von Leuten, die er kennt

Und, na klar, auch das muss nachhaltig passieren: Die Bio-Baumwolle kommt aus Kirgistan, wird von einer Frauen-Genossenschaft hergestellt, mehr fair trade gehe nicht. Sie wird in Tschechien und Süddeutschland in kleinen Betrieben gewebt, in Emmendingen bedruckt. Das Wachs kommt von Bio-Bienen, der Harz aus Österreich nach Hamburg, von einer Firma, die keine E-Mail-Adresse hat. Das Jojobaöl aus Peru und Israel, alles bio, nachhaltig, von Leuten, die er kennt.

Handmade in Hamburg

Auf der Verpackung steht: „Handmade in Hamburg, fair und sozial.“ Und: „Weniger CO2-Ausstoß. Weniger Wasserverbrauch. Weniger Energiebedarf. Weniger Chemie.“

„Wir produzieren hier, wir versenden, kein Fullfillment-Center irgendwo. So halten wir den Kundenkontakt. Wir wissen dann alle, woran wir sind, wenn wir es selber machen.“ Paol Groß deutet in den großen Raum, in dem eine Frau gerade Bienenwachstücher verpackt. „In Graspapier. Das kommt gerade immer mehr. Wir waren vor drei Jahren bei den ersten.“

Ganz einfach. Ganz cool. Und ganz am Ende des Gesprächs doch was nicht zielführendes von ihm: Er wohne bei der Christuskirche, und mit dem Fahrrad geht es bergauf zur Meistermeile im Offakamp. Er lacht, er schnauft und sagt, das sei nicht so einfach.

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Nachhaltigkeit in Serie

Mit nachhaltigen Wachstüchern will „Gaia“ Haushalte plastikfrei gestalten. Der Text ist Teil der Serie „Sustainbüttel“, die zeigt, was in Eimsbüttel gerade passiert in Sachen Nachhaltigkeit. Mit Eimsbütteler Unternehmern sprechen wir über Themen wie Aufforsten, Inklusion und kürzere Lieferwege.

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