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Viele alte Bilder erinnern. Foto: Ghasal Falaki

Niendorf zeigt Gesicht

Der Film “Es war einmal in Niendorf” zeigt die Geschichte Niendorfs. Viele Gäste waren am Freitagabend gekommen und hörten Anekdoten, Geschichten und Erinnerungen aus dem geschichtsträchtigen Stadtteil.

schedule Lesezeit ca. 2 min.

Der Geschichtsverein Forum Kollau hatte zum dritten Mal zur Filmvorführung geladen. In der Grundschule Sachsenweg wurden die Zuschauer begrüßt und Axel Thiemann freute sich über den auch diesmal sehr gut gefüllten Saal.

Der Film der Fotojournalistin Dörte Hagenguth erzählt unaufdringlich und geduldig die Geschichte des Stadtteils. Von den Umwälzungen während und nach dem 2. Weltkrieg bis zum Bau des Einkaufszentrums auf dem Tibarg erhält man langsam eine Idee vom Leben in Niendorf.

Viele alte Bilder erinnern. Foto: Ghasal Falaki
Viele alte Bilder erinnern. Foto: Ghasal Falaki

Zeitzeugen erzählen, wie sie die Luftangriffe erlebt und überlebt haben. “Mit den Bomben brach eine Welt zusammen. Das Leben war plötzlich ein anderes,” berichtet Erika Timm. Durch Erzählungen von Zeitzeugen, auch über den Umbau des Verkehrs und der Gebäude, wird immer wieder deutlich, dass es die Menschen sind, die Geschichte schreiben.

Margarete Timm (1927), Erika Timm (1931), Magda Köser (geb. Timm, 1924) (v.l.) erzählen von ihren Erinnerungen.
Margarete Timm (1927), Erika Timm (1931), Magda Köser (geb. Timm, 1924) (v.l.) erzählen von ihren Erinnerungen.

“Was der da alles aus dem Panzer holte,” amüsieren sich drei Damen noch heute über den Dackel, der sich immer wieder an den Soldaten vorbei schlich. Ein anderer berichtet vom Einzelhandelssterben und wie er zwar mit Leib und Seele Einzelhändler war, aber “was nicht geht, geht nicht mehr.” Und wie der Großvater eines anderen Niendorfers sein Ferienhaus verbrannte, damit es nicht in die Hände der Nazis fiel – es ist das Leben der Familien, die den Stadtteil prägen.

Kleine Eckdaten zur Geschichte bietet der Film auch. Foto: Ghasal Falaki
Kleine Eckdaten zur Geschichte. Foto: Ghasal Falaki

Diese Dokumentation kann zum Geschichtsbewusstein beitragen. Die lokalen Geschichten zeigen, wie die Vergangenheit bis heute reicht. Aber auch, wie fragil Erinnerungen sind; einer der Protagonisten ist vor kurzem verstorben.

Viele Momentaufnahmen wecken Interesse und Neugier, wie Ingelor Schmidt, Beisitzerin des Vereins, schon vor dem Film ankündigte. Musikalisch untermalt und mit aktuellen und historischen Bildern, vermittelt er einen Eindruck vom nördlichen Stadtteil im Bezirk Eimsbüttel.

Elke, Susanna, Rolf und Sven Dreyer leben in Niendorf und ihr Name kam auch im Film vor. Foto: Ghasal Falaki
Elke, Susanna, Rolf und Sven Dreyer leben in Niendorf und ihr Familienname wird auch im Film erwähnt. Foto: Ghasal Falaki

Ruhig wird erzählt und erzählen lassen. Ein Dokumentation, die amüsiert, schwelgen lässt, informiert, aber auch zum Nachdenken annimiert.

 

Der Trailer zum Film.

Der Film ist auf DVD erhältlich.

 

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