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Pimp Your Paper
Die Studenten waren überrascht, dass so viele Hausarbeiten eingesendet wurden. Foto: Christine Klein

Pimp your paper!

Eine Knollwurzel aus Eppendorf, die Ästhetik von Ruinen oder eine Bastel AG. Es gibt wirklich kein Thema, das sich nicht für eine Hausarbeit eignen würde. Das hat 20 Studierende der Universität Hamburg auf eine ungewöhnliche Idee gebracht.

Von Tanja Schreiner

Die Idee entstand aus der Aufgabe, eine Lesung im Literaturhaus zu organisieren. Pimp your paper heißt die Aktion, für die die Studenten einen Monat lang alte Hausarbeiten gesammelt haben.

Zur Weihnachtszeit haben die Studenten dazu aufgerufen, Hausarbeiten für das Projekt zu spenden. Mit überraschendem Erfolg: Rund 90 Hausarbeiten wurden für die Aktion eingeschickt. Und das nicht nur von jungen Leuten. „Sogar vom Direktor des Literaturhauses kam eine“, erzählt die Seminarleiterin Antje Flemming.

Pimp your Paper
In der Zusammenstellung sind skurrile Texte entstanden. Foto: Christine Klein

So ist eine bunte Mischung aus verschiedenen Fächern zusammengekommen – aus Literatur, Geschichte, Medien, Kultur und Architektur. Von der Knollwurzel in Eppendorf zur Ästhetik von Ruinen oder automatischen Rollos war alles dabei.

Es gibt wirklich kein Thema, über das sich keine Hausarbeit schreiben lässt. Viele der Spender haben Hinweise auf die Highlights ihrer Hausarbeiten gleich mitgeliefert:  „Von einem Student kam beispielsweise eine Arbeit über eine alte niederdeutsche Sage und er hat uns gleich auf die Erwähnung von „Klöten“ auf Seite 8 hingewiesen“, sagt der Student Sebastian Knorr lachend.

Ein Dialog zwischen Hausarbeiten

Wie eine Collage haben die Studenten die verschiedenen Arbeiten zusammengebastelt – zu einer Art Dialog zwischen Hausarbeiten. Passagen mehrerer Texte haben sie so verknüpft, dass neue, oft lustige Aussagen entstehen.

Person 1: Doch natürlich DARF man kritzeln, aber nur mit Begründung.

Person 2: Dieser Streit über den Geschmack basiert aber keinesfalls auf bestimmten Begriffen, wie es bei logischen Argumentationen der Fall ist. Wie lassen sich Geschmacksurteile aber sonst begründen und woher nimmt man den Anspruch, dass das eigene Urteil auch für andere einsichtig und gültig sein soll?

Person 3: Ich weiß nicht, wer auf die geniale Idee gekommen ist, jedenfalls hängt über dem Zahnarztstuhl [meines Lieblingsbehandlungszimmers] das Bild „Other World“ von Maurits Cornelis Escher, in dem ich mich jedes Mal verlieren kann. Die Grenze zwischen außen und innen wird überschritten, ich verleibe mir etwas ein, etwas wird Teil von mir.

Person 1: Etwas, das sich nicht direkt greifen lässt, sondern vielmehr in die Atmosphäre des Moments der ästhetischen Erfahrung zur Entfaltung kommt.

Person 2: Stillleben sind abgebildet. Oberleitungen, Windmühlen, Zäune, Gewitterleuchten.

Person 1: Als eine Erweiterung dessen würde ich es interessant finden, wenn den Haaren eine wahrnehmende Funktion zukommen würde. Allerdings könnte dies auch zu großer Verwirrung führen, da es kaum eine unbeharrte Stelle gibt und solche Eindrücke dann zu intensiv oder in zu großer Zahl auftreten könnten.

Lustig, aber nicht lächerlich

„Die Reaktion der meisten Leute die von der Aktion hören ist erst einmal: Cool, super! Und dann kommt die Frage: Aber was wollt ihr damit bezwecken?“, erklärt Sebastian Knorr. Natürlich wolle man das  Publikum zum lachen bringen, aber es ginge nicht darum, sich über die Hausarbeiten lustig zu machen. Vielmehr gehe es darum zu fragen, wozu man eigentlich eine Hausarbeit schreibt. Realistisch betrachtet gehe es um die Note, aber dann verschwänden die Texte schnell in Schubladen, Aktenordnern oder im Müll.

Der Kurzlebigkeit ihrer Arbeiten wollen die Studenten mit der Lesung entgegenwirken. „Wir sind sehr gespannt auf die Reaktion des Publikums. Vielleicht erinnern sich auch einige Rentner bei der Lesung an ihre eigene Studienzeit zurück“, sagt Sebastian Knorr.

Die Lesung findet am 28. Januar um 19:30 Uhr im Großen Saal des Literaturhauses statt. Der Eintritt kostet 8 Euro, ermäßigt 5 Euro.

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