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fullscreen „Schönen guten Abend“: Ulrich Wickert in Eimsbüttel
Nach der Lesung signierte Wickert fleißig seine Bücher. Foto: Eva Boller

Lesung

„Schönen guten Abend“: Ulrich Wickert in Eimsbüttel

Vor ausverkauftem Haus las der ehemalige Tagesthemen-Moderator in Eimsbüttel aus seiner Biografie „Nie die Lust aus den Augen verlieren“ vor.

schedule Lesezeit ca. 3 min.

Im Untergeschoß der Heymann Bücherei in der Osterstraße sind alle Stühle besetzt. 145 Menschen warten gebannt auf den ehemaligen Tagesthemen-Moderator Ulrich Wickert und auf die Lesung aus seinem neuen Buch. Die meisten Zuschauer erklären mit Handzeichen zum ersten Mal zu so einer Lesung gekommen zu sein. Ulrich Wickert scheint somit ein ganz neues Publikum anzusprechen.

Pünktlich betritt Wickert mit seinen 1,96 Metern schließlich die kleine erleuchtete Bühne und begrüßt erst einmal die Anwesenden mit dem bekannten „Schönen guten Abend, meine Damen und Herren.“

„Jetzt kann ich Sie auch mal sehen und nicht nur sie mich“

Dann beginnt er die Lesung. Die Situation kommentiert er: „Jetzt kann ich sie auch mal sehen und nicht nur sie mich.“ Das Publikum ist ihm wohlgesonnen, an vielen Stellen wird ausgiebig gelacht. Er erzählt viele Anekdoten und leitet dann immer wieder auf einzelne Textpassagen aus seinem neuen Buch über.

Der Titel „Nie die Lust aus den Augen verlieren – Lebensthemen“ ist zu seinem 75. Geburtstag erschienen. Dieser Satz sei auch gleichzeitig sein Lebensmotto. Der Verlag habe ihn darum gebeten eine Autobiografie zu schreiben. Dazu habe er jedoch keine Lust gehabt und sich daher für diese Form entschieden, bei der er einem Co-Autor, Peter Berling, biografische Episoden erzählt habe. Das Resultat ist nun 448 Seiten dick.

In New York mit Arthur Miller und Woody Allen

Wickert berichtet, dass Neugier der Treibstoff seines Lebens sei. Als junger Mann habe er immer nach New York gewollt und sich daher einen Sommerjob in einem Hotel dort besorgt. Er durfte sogar am Empfang arbeiten, da er Englisch, Französisch und Deutsch sprach. Leider habe er dann damals jedoch den Hotelgast und berühmten Schauspieler Warren Beatty nicht erkannt, als dieser nach seiner Post fragte und daraufhin wurde Wickert seiner Stelle enthoben.

Wickert beginnt Episoden über seine Zeit als TV-Korrespondent vorzulesen. Er hatte Tennessee Williams einmal persönlich kennengelernt, genauso wie Arthur Miller und Woody Allen. In langen Interviews sprach er mit Kohl, Genscher und Schröder.

Bei seinen Ausführungen zieht Wickert seine Brille immer wieder ab und erzählt eher als das er liest. Er berichtet wie es dazu kam, dass er ein Buch über Ethik und Moral in der Gesellschaft geschrieben habe (Der Ehrliche ist der Dumme). Nach einem Vortrag für Studierende an der Münchner Universität in den 1990er Jahren seien so viele junge Leute auf ihn zugekommen, die erklärt hätten noch nie etwas über gesellschaftliche Werte gelernt zu haben.

Biografien wie Romane

In der 90-minütigen Lesung liest Wickert weitere Episoden über einen Deutschen, der Mitglied des chinesischen Volkskongresses geworden ist, über einen ehemaligen Jura-Kommilitonen, der die Lokal-Kette „Ständige Vertretung“ gegründet hat und über ein Treffen mit Helmut Schmidt. Wickert erklärt, dass die Biografien dieser Menschen wie Romane für ihn seien. Seine eigene Biografie ist somit eng verwoben mit dem Leben der vielen, oft berühmten, Menschen, denen er begegnet ist.

Signierstunde mit zufriedenen Zuschauern

Nach der Lesung war keine Zeit mehr für Fragen, aber Wickert signierte noch Bücher und die befragten Zuschauer erklärten durchweg, dass es ihnen gut gefallen habe: Jutta Schmidt aus Norderstedt berichtet, die Karten von ihrer Tochter aus Eimsbüttel geschenkt bekommen zu haben: „Es hat mir sehr gut gefallen, besonders auch die Episode über China.“

Adeline Vogelsang aus Hoheluft war besonders von Wickerts Authentizität angetan: „Die Episode über Ethik und Moral fand ich besonders spannend und dass das Thema bei den Studierenden vorher nicht thematisiert worden war.“

Einmal Mr. Tagesthemen live sehen

Florian Gehrke aus Eimsbüttel war schlicht gekommen, um Wickert einmal live zu sehen. Er fand die Lesung insgesamt sehr kurzweilig und besonders die Geschichten aus New York fand er interessant. Das Buch kaufte er dann aber schließlich doch eher für seinen Vater.

Die Lesung mit Ulrich Wickert war innerhalb von wenigen Tagen ausverkauft, wie Patricia Schöning von Heymann berichtet. Die nächste Lesung bei Heymann in der Osterstrasse findet am 11. April 2018 mit dem Journalisten und Buchautor Jan Weiler mit dem Buch „Kühn hat Ärger“ statt.

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