Sozialkaufhaus in Eimsbüttel
Yvonne Berendonk und Ralf Steinbach im Möbelkeller. Foto: Monika Dzialas
Möbelkeller Mook wat

Sozialkaufhaus in Eimsbüttel

Der Möbelkeller vom Mook Wat e.V. verkauft im Doormannsweg gebrauchtes Mobiliar an bedürftige Menschen. Trotz finanziell unsicherer Zeiten haben sich die Beteiligten für ihr Projekt eingesetzt und nehmen jederzeit Möbel-Spenden an.

Seit 2012 versteckt sich im Doormannsweg zwischen der S-Bahn-Station Holstenstraße und Fruchtallee der “Möbelkeller”. Das gemeinnützige Sozialkaufhaus gehört zum Dachverband “Mook wat e.V.” und bietet Bedürftigen die Möglichkeit, Wohneinrichtungen zu höchst erschwinglichen Preisen zu erwerben.

Neues Zuhause für gebrauchte Möbel

Die Treppenstufen ins Souterrain führen den Besucher alles andere als in ein muffiges Kellerloch. Die verwinkelten Räume sind eingeteilt in kleine Wohnabteilungen und vollgestellt mit Möbel aller Art. Spätestens beim Blick auf das Preisschild wird deutlich, dass diese Einrichtung Gebrauchtwaren in neue Hände geben will.

Unterstützung für bedürftige Menschen

Das Angebot richtet sich an Personen, die durch staatliche Gelder unterstützt werden oder deren Einkommen unter einem Pfändungsschutz liegt. Das Hauptanliegen ist die Hilfe für bedürftige Menschen in Eimsbüttel und hamburgweit. Ralf Steinbach, einer der 35 Mitarbeiter, formuliert dazu: “Ich finde das auch richtig. Wir bieten die Möbel günstig an und wollen nicht die Normalverdiener als Zielgruppe haben.”

Doch nicht nur der Verkauf der Einrichtungselemente ist auf einkommenschwache Personengruppen ausgerichtet. Auch die Helfer bringen unterschiedliche Lebensläufe und seelische Belastungen mit. Nach Krankheiten und Haftaufenthalten ist der “Möbelkeller ein neuer zentraler Punkt, wo sie hingehen können”, berichtet die Leiterin Yvonne Berendonk.

Die Arbeitsstellen werden auf verschiedene Art durch die Stadt und den Bund gefördert. Dazu gehören Arbeitsprojekte, wie das der “Sozialen Teilhabe” oder dem “Aktivierungsgutschein” des Jobcenters. Viele der Mitarbeiter sind aber auch ehrenamtlich aktiv.

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Auch der Teddy sucht ein neues Zuhause. Foto: Monika Dzialas

Finanzielle Hilfen

Neben der städtischen Förderung bekommt das Projekt gelegentliche Spenden. Diesbezüglich hat das Hamburger Spendenparlament die Finanzierung eines Transporters übernommen. Dieser ist von für die tägliche Arbeit unabdingbar, denn das Kaufhaus bietet Möbel-Spendern an, das angebotene Mobiliar kostenfrei abzubauen und in den Laden zu transportieren.

Gespendete Möbel zu niedrigen Preisen

Im Vorfeld sollen Spender ihre Möbelstücke fotografieren und per E-Mail an das Kaufhaus senden. Daraufhin können diese entscheiden, ob die Gebrauchtwaren noch verkaufbar sind und in das Sortiment passen. Berendonk bemerkt dazu, dass die abzugebenden Wohnelemente “relativ modern und multifunktional” sein sollten, um sie schnell an neue Eigentümer verkaufen zu können.

Doch auch einzelne “Schmuckstücke und farbige Akzente” werden gerne entgegen genommen. Steinbach betont außerdem, dass jederzeit neue Spenden gebraucht werden, um eine breite Auswahl gewährleisten zu können.

Der Weiterverkaufspreis richtet sich nach Angebot und Nachfrage. Im Zuge dessen kann ein “großer Schrank schon mal billiger sein, weil er schwerer loszukriegen ist”, begründet Berendonk. Meist macht der Betrag ein Drittel des Normalpreises aus.

Kampf um Projekt

Obwohl das gemeinnützige Projekt finanziell schwache Menschen unterstützt und neben den niedrigen Preisen auch den Transport und Aufbau der Möbel anbietet, war die Zukunft für Yvonne Berendonk und ihr Team stets ungewiss:

“Wir hätten schon tausendmal schließen müssen, aber das konnten wir gar nicht, weil wir uns hier so wohl fühlten. Das Projekt ist einfach so wichtig, weil wir den Bedarf sehen.”

Durch Unterbrechungen der städtischen Fördergelder in den vergangenen Jahren war die Fortführung des Angebots nicht garantiert. Auch weiterhin ist die Organisation von den geförderten Stellen abhängig und arbeitet an einem stabilen Umsatz.

Es hat sich jedoch viel getan. Während anfangs nur fünf Personen in der damaligen Einrichtung in der Heinrichstraße gearbeitet haben und jeder alle Tätigkeiten übernehmen musste, können die Arbeitsfelder bei über 30 Helfern besser verteilt werden.

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