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Bezüglich der Zukunft dieser Grünfläche scheiden sich die Geister. Foto: Julia Haas
Bezüglich der Zukunft dieser Grünfläche im Grindelviertel gehen die Vorstellungen auseinander. Foto: Julia Haas
Bezirksversammlung

Der Streit um die Stadthäuser im Grindelhof geht weiter

Wird es in einem Hinterhof im Grindel neun Stadthäuser geben oder nicht? Hier teilen sich die Meinungen. Warum ein Beschluss der Bezirksversammlung immer noch keine Klarheit bringt.

Von Julia Haas

Sie zählen zu den umstrittensten Bauprojekten im Grindelviertel: die Stadthäuser im Grindelhof 87.

Neun Wohnhäuser mit 19 Wohnungen will die Projektentwicklungsgesellschaft Anima im Hinterhof errichten. Anwohner und einige Bezirkspolitiker versuchen, das zu verhindern – zuletzt mit einem Antrag in der Bezirksversammlung. Dieser wurde am Donnerstag zwar beschlossen. Vom Tisch ist der Neubau damit aber wohl nicht.

FDP gegen Bebauung im Grindelhof 87

Im dicht besiedelten Grindelviertel gibt es eine Lücke – und zwar im Hinterhof des Grindelhofs 87. Dort erstreckt sich zwischen denkmalgeschützten Wohnhäusern eine Grünfläche, unter der sich eine Tiefgarage befindet.

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Seit Mai 2022 besitzt die Projektentwicklungsgesellschaft Anima die Fläche. Ihr Plan: Eine kleinere Tiefgarage, darüber neun Häuser.

„Hinterhöfe schützen“

Die FDP forderte die Bezirksversammlung in einem Antrag auf, die Bebauung zu verhindern. Aus ökologischen Gründen sei es wichtig, das Grindelviertel nicht weiter zu verdichten, sagte FDP-Politiker Burkhardt Müller-Sönksen am Donnerstag in der Bezirksversammlung.

Auch Grüne und Linke äußerten sich gegen die Hinterhofbebauung. „Bei Nachverdichtungen ist es wichtig, Hinterhöfe zu schützen“, so Ali Mir Agha von den Grünen.

Anwohner in der Bezirksversammlung

Für die Bebauung sprachen sich hingegen die CDU und SPD aus. „Wir müssen weiteren Wohnraum schaffen“, begründete SPD-Politiker Gabor Gottlieb seine Haltung.

Der Antrag, der die Grünfläche schützen und eine Bebauung verhindern soll, wurde mit Stimmen der FDP, Grünen, Linken und AfD beschlossen. Anwohner des Grindelhofs reagierten mit Applaus auf die Entscheidung.

Ist die Entscheidung endgültig?

Ob der Streit um die Hinterhofbebauung damit beendet ist, wird sich zeigen. Bereits im Dezember hatte die Bezirksversammlung dafür gestimmt, die Stadthäuser im Grindelhof 87 zu verhindern.

Das Bezirksamt beanstandete den Beschluss kurz darauf, da er die Grenzen des Entscheidungsrechts der Bezirksversammlung überschreite.

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Beanstandung

Wenn das Bezirksamt einen Beschluss der Bezirksversammlung beanstandet, muss der Senat darüber entscheiden. Zum Grindelhof 87 hat sich der Senat bislang nicht geäußert.

Dass sich das jetzt wiederholt, vermutet CDU-Fraktionsmitglied Heinrich Langhein. „Am Ende muss ein Gericht darüber entscheiden, wir sind keine Schiedsrichter.“ Langhein bezieht sich dabei auf zwei gegensätzliche Rechtsgutachten, die zum Beschluss der Bezirksversammlung vorliegen.

Rechtsgutachten: Was darf die Bezirksversammlung regeln?

Nachbarn des Grindelhofs 87 hatten nach der Beanstandung im Dezember durch Anwälte prüfen lassen, ob diese rechtmäßig ist. Und: Ob die Bezirksversammlung die Bebauung grundsätzlich regeln darf. Aus dem Gutachten geht hervor: Sie darf – wenn die Formulierung des Antrags stimmt.

Diese Erkenntnisse hat die FDP in ihrem aktuellen Antrag berücksichtigt.

Bauherren wehren sich

Anderer Meinung sind die Bauherren von Anima. Bereits vor der Bezirksversammlung am Donnerstag hatten sie sich zum FDP-Antrag geäußert. „Wir möchten unser Befremden über den neuerlichen Versuch der FDP zum Ausdruck bringen, Wohnungsbau am Grindelhof zu verhindern“, heißt es in einer Mail an die Mitglieder der Bezirksversammlung, die den Eimsbütteler Nachrichten vorliegt.

Die Vertreter von Anima stützen sich dabei auf eine juristische Stellungnahme, die den Antrag als unzulässig einstuft.

Weiter schreiben die Eigentümer: „Wir möchten das von uns beantragte Wohnungsbauvorhaben realisieren und werden dafür den laufenden Dialog mit Nachbarn (sofern gewollt) und allen Interessierten sehr gern fortsetzen.“


Die Anima Projektentwicklungsgesellschaft besitzt im Grindelhof 87 auch das Vorderhaus. Im vergangenen Jahr gab es Vorwürfe, die Eigentümer würden Mieter aus ihren Wohnungen drängen. Jetzt haben sie auf die Vorwürfe reagiert.


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