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fullscreen Stadtquartier Unnastraße: Das Mega-Bauprojekt für Eimsbüttel
Bleibt die Backsteinecke als Fassade erhalten? Laut Beiersdorf können das auch Bürger mitentscheiden. Foto: Fabian Hennig

Stadtentwicklung

Stadtquartier Unnastraße: Das Mega-Bauprojekt für Eimsbüttel

Zwischen Unna- und Quickbornstraße entsteht längerfristig ein riesiges Wohnquartier. Rund 700 bis 900 Mietwohnungen soll das Areal beinhalten, mehr Details stehen derzeit noch nicht fest. Anwohner, Eimsbütteler und Interessierte sollen nun Vorschläge machen, was dort passieren soll.

schedule Lesezeit ca. 3 min.

“Ob Gemeinschaftsräume, Dachterrasse, Kleingewerbe oder ein Stadtplatz in der Mitte, wir sind für alles offen”, sagt Christina Hoberg von Beiersdorf. Man wolle auf Bürgerbeteiligung setzen und sei gespannt, was an Ideen und auch Kritik geäußert wird. Bis zum Herbst werde es dafür mehrere Veranstaltungen geben.

Bislang steht nur fest, dass die aktuellen Gebäude auf dem 3,4 Hektar großen Areal abgerissen werden sollen. Außer es gebe den Vorschlag, dass zum Beispiel eine Fassade erhalten bleiben soll, erklärt Peter Wenzel, Geschäftsführer der TROMA, der Pensionskasse von Beiersdorf und Eigentümerin des Geländes. Allerdings bestehe für keines der Gebäude Denkmalschutz.

Bürgerbeteiligung gewünscht

Nach Angaben von Beiersdorf werden auf dem ganzen Areal zwischen 700 und 900 Mietwohnungen entstehen, Eigentumswohnungen sind nicht geplant. Wie viel davon sozialer Wohnungsbau sein wird, steht noch nicht fest. Der Rest soll zu marktüblichen Preisen vermietet werden. Im Gegensatz zu vielen Investorenprojekten wird Beiersdorf die Vermietung der Wohnungen selbst übernehmen.

Wie das Stadtquartier am Ende aussehen wird, ist noch unklar. Dies sei auch so gewollt, wie Beiersdorf erklärt. „Wir wollen gemeinsam mit den Bürgern Ideen für dieses große innerstädtische Areal entwickeln“, sagt Wenzel, „aber wir stehen mit den Planungen noch ganz am Anfang.” Und Projektleiter Jan Finke ergänzt, dass man in einem sehr frühen Stadium mit den Bürgern in Kontakt kommen wolle, damit alle Vorschläge berücksichtig werden können.

Stadtthemen im Fokus

In dem kommenden Beteiligungsprozess soll an mehreren Werkstatt-Terminen zu verschiedenen Themen wie Städtebau, Wohnen, Mobilität und Nahversorgung diskutiert werden. Die Ergebnisse bilden im anschließenden Gutachterverfahren die Arbeitsgrundlage für mehrere Planungsbüros. Danach werden diese den Stand ihrer Entwürfe bei einer “gläsernen Werkstatt” öffentlich zur Diskussion stellen.

„Das Ergebnis des Beteiligungsprozesses bildet eine wichtige und wertvolle Grundlage für ein Gutachterverfahren, bei dem Architekten und Stadtplaner die städtebauliche Struktur des Quartiers erarbeiten“, erläutert Stefan Best, Geschäftsführer der Beiersdorf Immobilienentwicklungs GmbH, die, im Auftrag der TROMA, das Projekt in den kommenden Jahren entwickeln wird.

Meridian hat noch Mietvertrag

Der Abriss des Altbestandes wird über die nächsten schätzungsweise 14 Jahre und sukzessive vonstatten gehen. Je nach Fertigstellung des neuen Hauptgebäudes an der Troplowitzstraße werden die Mitarbeiter etappenweise an den neuen Standort ziehen. Das ist auch der Grund, warum das Bauprojekt nicht in einem fertiggestellt werden kann.

1892 erwarb Dr. Oscar Troplowitz, der damalige Eigentümer von Beiersdorf, das zu der Zeit noch vor den Toren der Stadt liegende Grundstück und errichtete dort die erste Fabrik. Foto: Beiersdorf AG
1892 erwarb Dr. Oscar Troplowitz, der damalige Eigentümer von Beiersdorf, das zu der Zeit noch vor den Toren der Stadt liegende Grundstück und errichtete dort die erste Fabrik. Foto: Beiersdorf AG

Zudem gibt es noch zwei Vermietungen: An BSN medical, eine ehemalige Firma von Beiersdorf, und an das Meridian Spa. Das Fitness-Studio hat derzeit ein Gebäude an der Quickbornstraße angemietet, der Mietvertrags läuft noch bis 2030. Solange kann an dieser Stelle nichts passieren.

Gätgens überzeugt, Linke Eimsbüttel mahnt

Bezirksamtsleiter Kay Gätgens (SPD) ist von dem Wohnungsquartier überzeugt: „Die Entscheidung, das Grundstück an der Unnastraße für eine neue Nutzung zu öffnen, fügt sich gut in unser Leitbild ‚Eimsbüttel 2040‘ ein“. Bei dem größten Wohnungsbauprojekt in Eimsbüttel sei es ihm ein wichtiges Anliegen, für eine nachhaltige Stadtentwicklung Wohnen und Arbeiten dicht beieinander zu haben. Der Bürger solle während des Planungsprozesses gut informiert werden und bei der Planung mitwirken können.

Unterdessen mahnt die Linke Eimsbüttel: “Selbstverständlich begrüßt die Linksfraktion den Bau von dringend notwendigen Wohnungen in Eimsbüttel”, sagt Hartmut Obens. An der Unnastraße solle aber nicht nur Beton zur Gewinnmaximierung verbaut werden, sondern ein Stadtquartier entstehen, in dem bezahlbares Wohnen in einer sozial und grün gestalteten Umgebung möglich ist.

Die Auftaktveranstaltung findet am 30. Juni auf dem Gelände der Schule Telemannstraße im Heußweg 65 in der Zeit von 10 bis 16 Uhr statt. Nach der Sommerpause geht es dann mit mehreren Werkstatt-Terminen weiter.

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