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Straßenschild Fanny-Mendelsson-Platz Foto: Robin Eberhardt

Geschichte

Straßennamen: Fanny-Mendelssohn-Platz

Osterstraße, Hoheluftchaussee, Gärtnerstraße: lebendige Einkaufsstraßen in Eimsbüttel und all die kleineren und kleinen Wohnstraßen – woher haben sie ihre Namen? Die Eimsbütteler Nachrichten klären in lockerer Folge auf… Text: Frida Popp und Nele Deutschann

schedule Lesezeit ca. 2 min.

Er ist zwar keine Straße, aber der Fanny-Mendelssohn-Platz, im Herzen von Eimsbüttel, hat dennoch eine Folge in unserer Straßennamen-Reihe verdient.

Der Platz befindet sich an der Kreuzung zwischen Osterstraße und Heußweg und ist nach der Pianistin und Komponistin Fanny Mendelssohn benannt. Sie wurde am 14. November 1805 in Hamburg geboren und ist die Enkelin des berühmten jüdischen Philosophen Moses Mendelssohn sowie die ältere Schwester des Komponisten Felix Mendelssohn Bartholdy.

Fanny Mendelssohn im Jahr ihrer Eheschließung (1829). Quelle: Wikipedia

Fing schon als Kind an zu komponieren

Fanny Mendelssohn, nach ihrer Hochzeit Fanny Hensel, war eine begabte Musikerin: Schon mit 13 Jahren konnte sie alle 24 Präludien aus dem “Wohltemperierten Klavier” von Bach auswendig. Noch als Kind fing sie mit dem Komponieren an. Weit mehr als 450 Stücke hat sie Zeit ihres Lebens verfasst.

Das Nachkriegsgebäude mit Ladenlokalen im Erdgeschoss dominiert den Fanny-Mendelssohn-Platz. Foto: Robin Eberhardt
Das Nachkriegsgebäude mit Ladenlokalen im Erdgeschoss dominiert den Fanny-Mendelssohn-Platz. Foto: Robin Eberhardt

Anders als ihrem Bruder Felix Mendelssohn wurde der begabten Fanny von ihrem Vater nicht gestattet, ihre Leidenschaft zum Beruf zu machen. Unzählige ihrer Kompositionen wurden im Namen ihres Bruders veröffentlicht und bekannt.

Für eine Frau ihres Standes war es in der damaligen Zeit schlicht nicht schicklich, Geld zu verdienen. Deshalb hat sie ihr musikalisches Können im Privaten zum Besten gegeben.

“Sie spielt wie ein Mann!”

Ihr Talent wurde – wenn auch aus heutiger Sicht auf eine befremdliche Art und Weise – gewürdigt: Der damalige Direktor der Sing-Akademie zu Berlin, Carl Friedrich Zelter, schrieb in einem Brief an Johann Wolfgang von Goethe zu ihrem Lob, dass Fanny so gut “wie ein Mann” spiele. Glücklicherweise ließ sich Fanny Mendelssohn nicht abhalten. Sie musizierte bis zuletzt.

Am Nachmittag des 14. Mai 1847 verstarb Fanny plötzlich an den Folgen eines Schlaganfalls, den sie während den Proben zu einer ihrer Sonntagsmusiken erlitt. An diesem Tag wurde „Die erste Walpurgisnacht“, ein Stück ihres Bruders Felix Mendelssohn Bartholdy, einstudiert.

Unterstützung durch ihren Mann Wilhelm Hensel

Ihr Mann Wilhelm Hensel hat zu ihren Lebzeiten Fannys kompositorische Begabung immer gefördert und unterstützt und bat nach ihrem Tod seinen Schwager um die Veröffentlichung einiger ihrer Werke.

Die Seite eines Altbaus bietet wunderbaren Platz für großflächige Werbung. Foto: Robin Eberhardt
Die Seite eines Altbaus bietet wunderbaren Platz für großflächige Werbung sowie Graffiti-Kunst. Foto: Robin Eberhardt

Neben den verschiedenen Geschäften, der U-Bahnstation Osterstraße und dem alltäglichen Betrieb, ist der Fanny-Mendelssohn-Platz auch ein Ort vieler Feste. Von Ende November bis Ende Dezember findet beispielsweise der Weihnachtsmarkt Osterstraße statt – eine Möglichkeit, die kalte Jahreszeit mit einem (oder mehreren) heißen Glühweinen zu begießen.

Flohmarkt beim Osterstraßenfest

Beim jährlichen Osterstraßenfest, eines der größten Straßenfeste in Hamburg, gibt es neben den üblichen Ess- und Trinkständen auch ein vielfältiges musikalisches Rahmenprogramm und einen großen Flohmarkt.

Zudem findet auch das jährliche Weinfest, das sich unter Eimsbüttelern immer größerer Beliebtheit erfreut, auf dem zentralen Eimsbütteler Platz statt.

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