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Künstlerin Tina Oelker stellt bis Ostern ihre Hasen-Kunstwerke in der Osterstraße aus. Foto: Knoppe
Künstlerin Tina Oelker stellt bis Ostern ihre Hasen-Kunstwerke in der Osterstraße aus. Foto: Knoppe & Oelker
Ausstellung

Tina Oelker: Hasen in der Osterstraße

Nicht alle 1.000 Hasen, die Tina Oelker gemalt hat, sind in der „Galerie Oben“ in der Osterstraße bei „Möbel Cramer“ zu sehen. Aber viele und vor allem die Geschichten dazu.

Von Christian Litz

Tina Oelker weiß, wie der Hase läuft: Seit 2001 malt die Hamburger Künstlerin die Tiere. Dabei malt sie nicht in einem Stil, sondern greift auf fast jeden zurück, den es in der Kunstgeschichte gab. So, sagt die Malerin, könne sie nicht in die üblichen Künstlerschubladen gesteckt werden. Das Motiv hält ihre Werke zusammen, nicht der Malstil. Das gebe ihr Freiheit. Ihre Arbeiten sind zur Zeit in der Galerie Oben im Keller des Einrichtungshauses Cramer in der Osterstraße 29, Ecke Schulweg zu sehen.

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Hasen Hasen Hasen

Zur Zeit? Die Ausstellung sei „Work-in-progress“ und dauert bis Ostern. Sie verändere sich regelmäßig. Tina Oelker sagt, sie habe bis 2021 genau 1.000 Hasen gemalt. Begonnen hat sie damit 2001 und die Geschichte dazu ist auch schon Kunst für sich: Oelker, die auf dem Land in Westfalen aufwuchs, ging nach dem Abitur nach New York und studierte Kunst.

Als sie dort 1994 ankam, stand sie, wie jeder Neuling in New York, einmal vor dem World Trade Center und beschloss, für sie, vom Land, ist das vielleicht schon zuviel Metropole. „Für mich waren die Türme eine Machtdemonstration, irgendwie komisch.“ Sie ging also nicht hoch sondern zum Hudson River. Dort stand damals eine Bronzestatue eines Hasen von Barry Flanagan.

Von New York bis Eimsbüttel: Hasen

Oelker kam zurück nach Deutschland: Nicht nach Berlin, wie damals Mitte der 1990er Jahre fast alle, sondern nach Hamburg: „Wegen des Hafens. Aber auch wegen des Dialekts.“ Sie kellnerte, malte live in St. Pauli auf dem Kiez, studierte an der Hochschule für angewandte Wissenschaften Kunst, lebte lange in Eimsbüttel nahe der Methfesselstraße. Ihre Abschlussarbeit hatte das Thema „Feldhasen“.

Als 2001 das World Trade Center zerstört wurde, hatte sie eine „Assoziation“: Der Hase, was ist mit dem? Was Fragen aufwarf: Warum die Frage? Mhhh? Zwei Türme, zwei lange Hasenohren?

„Die Gewalt der Symbolik prallte auf mich ein. Es war eine emotionale Reaktion.“

„So erzeugt Kunst Spannung“

Kunst müsse Dinge verbinden, die eigentlich nicht zusammen gehören. „So erzeugt Kunst Spannung.“ Von 2007 an malte sie Hasenbilder, die ersten 100 täglich. Sie erweiterte ihr Projekt auf 1000 Hasen und hörte auf am 1.12.2014 als sie ihre Hasenmanufaktur an den Landungsbrücken schloos. „Den tausendersten Hasen wird es von mir nie geben,“ sagt sie. Allerdings: gerade hat sie 222 noch mal mit ins Atelier genommen und verändert ihn.

Einblicke in die Ausstellung „#Ikonen“. Foto: Tina Oelker

Die Künstlerin hat 1.000 Hasen in verschiedenen Stilen gemalt. Foto: Tina Oelker

Die Ausstellung findet bis Ostern in der „Galerie Oben“ statt. Foto: Tina Oelker

Wobei es nicht einfach um das Malen geht. Tina Oelker ist inzwischen Hasenexpertin, war als Treiber bei Hasenjagden dabei, hat auch tote Hasen apportiert, ihnen das Fell über die Ohren gezogen. Sie kann sie im Ofen ganz klassisch backen und hat scheinbar alles gelesen über Hasen.

Hasen und griechische Götter

Auch griechische Mythologie, ihr zweites Thema. Wobei sich ein Kreis schloss, denn Hasen spielen bei den Göttern auch eine Rolle. Überhaupt, sagt sie, Hasen spielen in allen Kulturen eine Rolle. Sie ist oft in ihrer Ausstellung, die „#Ikonen“ heißt. Besucher können sie fragen warum, Tina Oelker ist sozusagen eine wandelnde Hasenenzyklopädie. Ihr Buch: „Von Hasen + Göttern 2001 – 2021“ liegt aus, voller Haseninformationen.

Vorsicht: Kaninchen sind was anderes als Hasen. „Hasen sind flüchtig, sie rennen weg, sind frei.“ Über die Hasen kam sie auch zur griechischen Götterwelt.

Auch Rabbit hat zwei Ohren

Und über die Hasenmotive kam sie an die Ränder der Hasenwelt, dazu gehört ein Bild eines mittelalterlichen Folterinstruments namens gespickter Hase oder ein Ölgemälde eines Sex Toys, das von Fachfrauen als „Rabbit“ bezeichnet wird (wegen der langen Ohren). Wie gesagt, die Ausstellung verändert sich fast täglich, Hasen werden verkauft, Hasen kommen hinzu.

Freiheit ist Tina Oelker wichtig: Das Festlegen auf ein Motiv gebe ihr Freiheit bei der Auswahl des Malsstils. Dass sie meist dasselbe drei zu zwei Format verwende, bedeute ebenfalls Freiheit, sich auf das Wesentliche, den Malstil zu konzentieren.

Kunst bis Ostern

Kompliziert? Kunst! Bis Ostern in der Galerie Oben im Keller der Wohnvilla Cramer. Es ist dort die erste Soloausstellung, sagt Christian Cramer. Besucher können die Bilder anschauen und gleichzeitig etwas über Hasen und Götter lernen.

Die Ausstellung „#Ikonen“ von Tina Oelker ist in der „Galerie Oben“ in der Osterstraße 29 vom 3. März bis Ostern zu sehen. Öffnungszeiten: Montag bis Freitag von 10 bis 19 Uhr, Samstag von 10 bis 16 Uhr.

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