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Mit offenem Fenster schlafen? Autoposer machen das in der Grindelallee unmöglich, wie Anwohner berichten. Foto: Julia Haas
Rotherbaum

Viel Lärm um die Grindeallee: Anwohner klagen über Autoposer

In der Grindelallee lassen Autoposer den Lärmpegel steigen. Während Polizei und Politik nichts davon wissen, wollen die Anwohner aktiv werden.

Von Julia Haas

„Es ist nur eine Frage der Zeit, bis es einen tödlichen Unfall gibt“, befürchtet Karsten-Wolfgang Kurth. Mit seiner Familie lebt er in der Oberstraße. Ruhige Nächte haben sie gerade nicht. Der Grund: Immer mehr Autoposer rasen durch die Grindelallee – ohne Rücksicht auf Ampelsignale, Verkehrszeichen und Anwohner, meint Kurth.

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„Wie am Nürburgring“

Quietschende Reifen und knatternde Motoren: Autoposer wollen auffallen. Mit provozierenden Fahrstilen und meist illegalen Tuning-Maßnahmen – Veränderungen am Fahrzeug, die Leistung und Lautstärke erhöhen – gefährden sie andere Verkehrsteilnehmer und treiben den Lärmpegel in die Höhe.

In Hamburg galt der Jungfernstieg lange als beliebter Treffpunkt, um Auto und Fahrweise zur Schau zu stellen. Seitdem die Straßen um die Binnenalster für den privaten Autoverkehr größtenteils gesperrt sind, weichen viele Autoposer aus – zum Beispiel zum Fischmarkt oder auf Parkplätze von Schnellrestaurants, wie die Polizei auf Nachfrage berichtet.

Bisher kaum im Fokus: die Durchgangsstraßen rund um den Grindel. Die Anwohner können das nicht nachvollziehen. Von Donnerstag- bis Samstagabend sei der Lärm dort kaum auszuhalten, erzählt Kurth. „Das hört sich an wie am Nürburgring.“ Anna Müller*, die im mittleren Teil der Grindelallee wohnt, berichtet, dass die Geräuschkulisse sie auch mitten in der Nacht immer wieder aufwecke. Das Fenster öffnen? Nicht mehr möglich. Zu oft rasen Autos mit überhöhter Geschwindigkeit an ihrem Häuserblock vorbei, hupen oder legen einen U-Turn hin.

„Kontrollgruppe Autoposer“

Neben dem permanenten Lärm sei es die „Egal-Haltung“ von Polizei und Politik, die die Anwohner besorgt. „Niemand kümmert sich“, so Müller, die sich bereits an das Polizeikommissariat in der Sedanstraße wandte. Auf Nachfrage erklärt die Polizei Hamburg, dass stark befahrene Hauptstraßen immer wieder durch ihre Lautstärke auffallen. Von einem vermehrten Auftreten von Autoposern in der Grindelallee weiß Polizeisprecher Florian Abbenseth aber nichts.

Der Bereich um die Grindelallee werde von der Autoposer-Streife der Polizei „immer wieder bedient“, bisher jedoch ohne „aktenkundiges Einschreiten“. Auch Müller weiß von der Kontrollgruppe, habe sie jedoch noch nie in der Nachbarschaft gesehen.

Lärmblitzer in Deutschland noch nicht erlaubt

Während sie sich von der Polizei nicht verstanden fühlt, zeigt sich Kurth vor allem von der Politik enttäuscht. Ein konsequentes Vorgehen gegen Autoposer erkenne er derzeit nicht: „Wie passt das zu einem rot-grünen Senat?“

Robert Klein, verkehrspolitischer Sprecher der grünen Bezirksfraktion Eimsbüttel sagt dazu: „Uns ist bekannt, dass sich die sogenannten ‚Autoposer‘ seit der Sperrung des Jungfernstiegs andere Orte suchen.“ Von der konkreten Problematik in der Grindelallee und angrenzenden Straßen wusste Klein bis jetzt nicht: „Als Bezirks- oder Landespolitik können wir lediglich der Polizei entsprechende Hinweise geben und diese zum Handeln auffordern, was wir in diesem konkreten Fall auch gerne tun werden.“

Anwohner wollen aktiv werden

Eine andere Möglichkeit könnten Lärmblitzer sein, schlägt Kurth vor. Ähnlich wie Radarfallen zu hohe Geschwindigkeiten erfassen, messen solche Geräte den Lärmpegel. In der Schweiz und in Frankreich werden die Hilfsmittel aktuell getestet. Klein würde eine solche Erprobung in Hamburg begrüßen. Dazu fehle es aber noch an Rechtsgrundlagen, wie sie nur das Bundesverkehrsministerium schaffen kann.

Dass sich die Situation in absehbarer Zeit verbessert, glauben die Anwohner nicht. Deswegen wollen sie nicht länger untätig bleiben. Müller schlägt eine nächtliche Straßenblockade vor, denkt über eine Unterschriftensammlung nach. „Wir sind hier eine gute Community und bereit dazu, aktiv zu werden.“

*Name geändert

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