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Mutzenbecher-Villa im Niendorfer Gehege. Foto: Anja von Bihl

Zukunft der Villa Mutzenbecher weiterhin ungewiss

Schon seit 2012 hängen die Sanierungspläne für die Villa Mutzenbecher im Niendorfer Gehege in der Luft. Der Verein „Werte erleben“ hat seitdem ein umfassendes Konzept zur Nutzung als Bildungsstätte entwickelt – die Stadt stellt sich jedoch quer.

Von Vivien Valentiner

„60 Prozent der Sanierungskosten wurden uns durch Stiftungen bereits zugesagt“, verkündete Gerd Knop, Vorstandssprecher des Vereins „Werte erleben e. V.“, am Freitag, 11. September. Der Verein hat vor Ort gemeinsam mit den Kooperationspartnern erneut sein Konzept für die geschichtsträchtige Villa Mutzenbecher vorgestellt. Mit dabei war auch Christiane Schneider, Vizepräsidentin der Hamburger Bürgerschaft. Als Wink mit dem Zaunpfahl überreichte Knop der Politikerin symbolisch einen Geschenkgutschein über die Veranda des Hauses an die Hamburger Bürgerschaft. Schon länger stagnieren die Planungen für das denkmalgeschützte Gebäude. Der Landesbetrieb Immobilienmanagement und Gründervermögen (LIG) hält das Finanzkonzept des Vereins für „nicht belastbar“.

„Es wäre eine Schande, wenn das Projekt nicht umgesetzt werden würde“, findet Christiane Schneider. Gemeinsam mit Fraktionsmitgliedern unter anderem der Grünen und der SPD wolle sie nun in Dialog treten und die Pläne vorantreiben.

Zum Hintergrund

Die Gründerzeitvilla wurde 1900-1908 als Sommerhaus für Hermann Mutzenbecher, Gründer der Versicherungen Albingia und Hamburg-Mannheimer, gebaut. In den letzten Jahrzehnten wurde sie wechselnd als Wohnraum genutzt. Marc Schlesinger, einer der Mieter aus den 80er Jahren, ist bis heute geblieben. Ihm ist es zum großen Teil zu verdanken, dass das Gebäude noch steht. Bei einem Interessenbekundungsverfahren des Bezirksamts Eimsbüttel überzeugte Ende 2012 der Verein „Werte erleben“ mit seinem Konzept für die Nutzung als Bildungs- und Begegnungsstätte, wir berichteten.

Immer noch kein Vertrag geschlossen

„Eine Entscheidung muss jetzt auf höchster politischer Ebene getroffen werden“, denkt Ernst Lund, der als ehemaliger Leiter einer Bau- und Berufsschule an den Plänen für die Villa beteiligt ist. Zwischen dem Verein und dem Landesbetrieb Immobilienmanagement und Gründervermögen (LIG) kam es in den vergangenen Jahren immer wieder zu Unstimmigkeiten. So sei der LIG das Finanzierungskonzept nicht ausgereift genug, der Verein könne aber ohne vertragliche Grundlage keine Spendenwerbung betreiben. „Der Verein konnte bisher nicht nachweisen, dass er in der Lage ist, die Instandsetzung und die Unterhaltung des Gebäudes zu finanzieren“, so Anja Fischer, Sprecherin der Finanzbehörde Hamburg. Auch ohne die Werbung wurden dem Verein immerhin rund 60 Prozent der Sanierungskosten in Höhe von 870.000 Euro durch Stiftungen zugesagt. Allerdings müsse bis zum Ende des Jahres etwas passieren, denn sonst müssen alle Fördergelder neu beantragt werden.

Auch Probleme bezüglich des Miet- und Eigentümerverhältnisses seien aufgetreten. Zunächst wollte die Stadt dem Verein die Villa vermieten, wobei die Miete dadurch abgegolten gewesen wäre, dass der Verein die Villa saniert. Nachdem die Villa Mutzenbecher im Jahr 2014 an die SAGA GWG übertragen worden war, kam es erneut zu Unstimmigkeiten. „Einen Vertrag gibt es immer noch nicht“, sagt Andreas Reichel vom Verein „Werte erleben e. V.“, die Verhandlungen mit der SAGA stocken. Nun hofft  der Verein auf politische Unterstützung durch die Hamburger Bürgerschaft.

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