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Foto: Fabian Hennig
Der Gedenkgottesdienst findet in der St. Bonifatius Kirche statt. Foto: Fabian Hennig
Gedenkgottesdienst

Zum Gedenken wohnungslos Verstorbener in Hamburg

Im Gedenken an verstorbene Obdachlose im letzten Jahr wird in der St. Bonifatius Kirche am nächsten Sonntag ein ökumenischer Gottesdienst stattfinden. Dafür werden bei der Diakonie für Wohnungslose bis Samstag Namen gesammelt, um von den – oft anonym – Verstorbenen Abschied zu nehmen.

Von Eimsbütteler Nachrichten

In dieser Woche wird der letzte Sonntag im Kirchenjahr, der Ewigkeitssonntag, gefeiert. Der auch als Totensonntag bekannte evangelische Feiertag ist dem Gedenken der Verstorbenen gewidmet. Zum Andenken werden in Kirchengemeinden Gottesdienste abgehalten, Friedhöfe besucht, Gräber geschmückt. Die Namen der verstorbenen Angehörigen der Gemeinden werden verlesen.

Doch wie gedenkt man denen, die anonym auf den Straßen Hamburgs versterben? Meist werden Obdachlose namenlos und ohne Trauerfeierlichkeiten bestattet. Daher haben sich die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Eimsbüttel und die katholische Gemeinde St. Bonifatius mit Mitarbeitern der Wohnungslosenhilfe der Diakonie zusammengetan, um an diesem Feiertag auch von verstorbenen Wohnungslosen Abschied zu nehmen.

Ein Aufruf für Namen

Der Gottesdienst findet am nächsten Sonntag, den 26. November 2017 um 18 Uhr in der St. Bonifatius Kirche in Eimsbüttel, Am Weiher 29, statt. Das Projekt besteht bereits seit 14 Jahren und wird unter anderem von Johan Graßhoff, einem Mitarbeiter des Diakonie-Zentrums für Wohnungslose in Hamburg, organisiert.

„Bis zum nächsten Samstag werden Namen von Wohnungslosen gesammelt, die im letzten Jahr verschieden sind“, sagte der Straßensozialarbeiter. „Bisher sind etwa 80 Namen eingegangen, die hauptsächlich von Krankenhäusern und Sozialeinrichtungen wie auch Privatpersonen gemeldet wurden“, schätzt er. Die Namen werden während der Andacht verlesen und die Besucher können Kerzen für die Verstorbenen anzünden.

Das Geld, das in der Kollekte zusammenkommt, wird vor allem für Grabsteine und Gravuren verwendet werden, um die Verstorbenen nicht anonym bestatten zu müssen. Besucht wurde die Veranstaltung in den letzten Jahren insbesondere von Betroffenen und Sozialarbeitern wie auch Mitgliedern der Kirchengemeinden.

Der Fernsehraum der Tagesaufenthaltsstätte. Hier können Bedürftige Spiele spielen, essen, fernsehen und im Warmen sitzen. Foto Karoline Gebhardt

Winternotprogramm für Obdachlose

Am 01. November ist das bisher größte Winternotprogramm in Hamburg gestartet. Die Zahlen der obdach- und wohnungslosen Menschen in der Hansestadt steigen.

Unterkünfte für den Winter

Nach dem Totensonntag beginnt das neue Kirchenjahr mit der Adventszeit – die Zeit der Vorfreude und Gemütlichkeit. Doch gerade für Wohnungslose beginnt eine Zeit der kalten Tage und frostigen Nächte – somit auch die Suche nach Rückzugsorten und Übernachtungsmöglichkeiten. Das Winternotprogramm für Obdachlose in Hamburg ging bereits am 1. November los. Für die kälteste Zeit des Jahres werden den Hilfesuchenden von November bis April über 870 zusätzliche Schlafplätze in zwei Einrichtungen und Wohncontainern zur Verfügung gestellt.

Das Hilfesystem soll neben mehr Unterbringungsangeboten Obdachlose auch durch Beratungsgespräche unterstützen und so mehr Menschen mit Leistungsanspruch erreichen. Denn eine Auswertung der Sozialbehörde des Winternotprogramms im letzten Jahr hat gezeigt, dass trotz gestiegener Obdachlosenzahl nicht alle Unterkünfte voll ausgelastet waren.

Wie in ganz Hamburg, sind gerade auch in Eimsbüttel vermehrt Menschen ohne Obdach zu finden, eine genaue Zahl zu nennen sei jedoch schwierig, sagt Graßhoff. Die letzte amtliche Zählung stammt aus dem Jahr 2009, damals wurden 1029 Obdachlose in Hamburg gezählt. Diese Zahl soll sich inzwischen verdoppelt haben. Eine neue Erhebung soll im März nächsten Jahres genauere Angaben zu Hamburger Obdachlosen liefern.

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Wie gedenkt man derer, die anonym auf den Straßen Hamburgs versterben? Am 24. November findet eine Trauerfeier für verstorbene Wohnungslose in der „St. Bonifatius Kirche“ statt.

Mit der Aktion „Grindel leuchtet“ erinnern Anwohner jährlich am 9. November an die Ereignisse der Progromnacht vor 81 Jahren. In diesem Jahr sollen erstmals auch 100 Stolpersteine rund um die Weidenallee mit Kerzen erleuchtet werden.

Ein Eimsbütteler Park erinnert künftig an die Gründerin der Hamburger Tafel: Annemarie Dose. Neben dem Park in Rotherbaum werden noch zwei weitere Flächen nach engagierten Frauen aus Hamburg benannt.

Im Frühjahr 2020 soll in der Osterstraße ein Eisladen von „Luicella’s“ eröffnen. Unter anderem sind dort auch Eis-Workshops geplant.

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