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Grafik Diagonalquerung Osterstraße mit KI erstellt. Grafik: SPD Fraktion Eimsbüttel/Anna Tewes
So könnte die Shibuya-Kreuzung in der Osterstraße künftig aussehen. Grafik: SPD Fraktion Eimsbüttel/Anna Tewes
Straßenplanung

Osterstraße: Bald eine Kreuzung wie in Tokio?

Bauarbeiten in der Osterstraße sind längst Teil des alltäglichen Geschehens. Nun liegt ein Umgestaltungsvorschlag für die große Kreuzung Osterstraße/Heußweg vor: Ein entsprechender Antrag von SPD und Grünen soll heute Abend in der Bezirksversammlung thematisiert werden.

Von Nina Freier

Die Kreuzung Osterstraße/Heußweg soll umgestaltet werden. Dafür haben SPD und Grüne Eimsbüttel einen entsprechenden Antrag gestellt. Für die große Kreuzung steht die Idee einer „Alle-gehen-Kreuzung“ (auch Diagonalquerung oder X-Kreuzung genannt) im Raum. Die Idee ist nicht neu: Bereits 2022 hat die SPD einen entsprechenden Antrag eingebracht. Nun liegt ein neuer, mit den Grünen gemeinsam eingereichter Antrag vor.

Eine Kreuzung wie in Tokio?

Vorbild für die Idee ist ein Verkehrskonzept, das bereits an großen, viel befahrenen Kreuzungen weltweit zum Einsatz kommt. Als bekanntestes Beispiel nennt der Antrag die Shibuya-Kreuzung in Tokio. Dort sei das Verkehrsaufkommen zwar deutlich höher als in Eimsbüttel, dennoch lasse sich das Konzept gut auf die Kreuzung an der Osterstraße übertragen, heißt es in dem Antrag.

Chaoskreuzung Osterstraße

Die Osterstraße ist ein Verkehrsknotenpunkt, das Verkehrsaufkommen hoch. Eine zusätzliche Herausforderung ist die U-Bahn-Station der Linie U2 an der Kreuzung: Die Fahrtrichtungen haben verschiedene Eingänge. Wer die jeweils gegenüberliegende Station erreichen möchte, muss deshalb mindestens eine Straße überqueren.

Hinzu kommt eine angespannte Verkehrslage beim Abbiegen. Wie die Fraktionen in ihrem Antrag betonen, treffen abbiegende Autos und Fahrräder auf zahlreiche Fußgänger, die gleichzeitig mit ihnen Grün haben. Dies führe öfter zu Konflikten, etwa durch hupende Autofahrende oder Rad- und E-Scooterfahrende, die anderen die Vorfahrt nehmen, berichtet Robert Klein, Sprecher für Bauangelegenheiten im Kerngebiet der Grünen-Fraktion Eimsbüttel. Häufig könne nicht innerhalb der Grünphase abgebogen werden, sondern erst nach deren Ende in den sogenannten „Räumzeiten“.

Die X-Kreuzung startet mit dem Status: Pilotprojekt

Die Diagonalquerung soll die Verkehrssituation nun entschärfen. Das Prinzip der Kreuzung: Sobald die Ampeln für den Fahrverkehr auf Rot stehen, springen an allen vier Seiten der Kreuzung die Fußgängerampeln auf Grün. Fußgänger bekommen so die Möglichkeit, die Straße nicht nur geradeaus, sondern auch diagonal zu überqueren.

Für die Grünen Eimsbüttel steht vor allem der Testcharakter im Vordergrund. Ob eine Diagonalquerung sinnvoll sei, müsse für jede Kreuzung einzeln geprüft werden. An der Osterstraße sprächen jedoch viele Argumente dafür, erklärt Klein. „Umso wichtiger ist der Status als Pilotprojekt. Unser Anspruch ist, dass anschließend alle Seiten und Erfahrungen gehört und bewertet werden, um ein bestmögliches Ergebnis zu bekommen.“

Noch mehr Baustelle in der Osterstraße?

Nach den langwierigen Fernwärmearbeiten könnte auf die Osterstraße nun die nächste Baustelle zukommen. Wie aufwendig die Umgestaltung tatsächlich wäre, ist noch unklar. Auf Nachfrage der Eimsbütteler Nachrichten rechnet Klein jedoch mit höchstens wenigen Tagen, an denen die Kreuzung teilweise gesperrt werden müsste. Im Idealfall ließen sich die Arbeiten direkt mit der Wiederherstellung der Fahrbahn nach den Fernwärmearbeiten verbinden, sodass keine zusätzlichen Sperrungen nötig wären.

Nach bisheriger Einschätzung könne die Diagonalquerung bereits durch eine Anpassung der Ampelschaltung und entsprechende Fahrbahnmarkierungen eingerichtet werden, sagt Armita Kazemi, mobilitätspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion Eimsbüttel.

Positive Effekte für die Osterstraße

Neben einer Verbesserung der Verkehrssicherheit erhofft sich die Politik auch weitere Vorteile für die Osterstraße. So sagt Kazemi: „Wir gehen davon aus, dass eine fußgängerfreundlichere Kreuzung die Osterstraße als Einkaufsstandort noch attraktiver machen und sich damit auch positiv auf die ansässigen Geschäfte auswirken könnte.“

Neu ist die Idee im Stadtteil übrigens nicht: Schon 2014 führte das Bezirksamt Eimsbüttel eine Bürgerbefragung zur geplanten Stadtraumerneuerung durch. Bereits damals kam vonseiten der Bürger der Vorschlag einer Diagonalquerung auf.


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