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So würde die neu gestaltete Kreuzung nach dem Willen der SPD-Fraktion aussehen.
So könnte die neu gestaltete Kreuzung aussehen, wenn es nach der SPD geht. Foto: SPD Eimsbüttel/Shutterstock
Verkehr

Fußgänger first: Bekommt die Osterstraße eine „Shibuya-Kreuzung“?

Eimsbüttels SPD will die Verkehrsführung der Kreuzung Osterstraße/Heußweg neu gestalten und Fußgänger bevorzugen. Wie das Konzept aussieht und was andere Parteien davon halten.

Von Christiane Tauer

„Shibuya“ ist nicht nur der Name eines Stadtteils und eines Bahnhofs in der japanischen Hauptstadt Tokio. Das Wort steht auch sinnbildlich für eine Verkehrsführung, die als „Shibuya-Kreuzung“ bekannt ist und bei der Fußgänger Vorrang haben.

Eimsbüttels SPD-Fraktion will jetzt ein Stück Japan nach Hamburg holen. Ihr Vorschlag: Die zentrale Kreuzung Osterstraße/Heußweg soll in einem Pilotprojekt die erste „Alle-gehen-Kreuzung“ der Stadt werden.

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Kreuzung ermöglicht diagonales Queren

Das heißt, Fußgängerinnen und Fußgänger auf allen vier Seiten erhalten per Ampelschaltung gleichzeitig Grün und können gemeinsam losmarschieren. Auch ein diagonales Queren der Kreuzung ist somit möglich. Der motorisierte Verkehr inklusive der Radfahrenden hat währenddessen aus allen Richtungen Rot.

„Eine konfliktfreie Kreuzung mag hierzulande weitgehend neu sein – im Ausland funktioniert sie dagegen seit vielen Jahren erfolgreich“, erläutert Koorosh Armi, verkehrspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion, den Antrag.

Neue Kreuzung entschärft Konflikte

Es gehe der SPD nicht darum, ein neues Wahrzeichen zu schaffen. Vielmehr solle ganz konkret die Situation für Fußgängerinnen und Fußgänger im Zentrum Eimsbüttels verbessert werden. „Konflikte werden entschärft, die Sicherheit wird erhöht.“ Zugleich seien die Auswirkungen auf den sonstigen Verkehr vergleichsweise gering.

Vor allem die Nutzerinnen und Nutzer der U-Bahn würden aus Sicht der SPD von der neuen Ampelschaltung an der Kreuzung profitieren. „Weil hier die U-Bahnsteige nur durch separate Eingänge auf verschiedenen Seiten zu erreichen sind, kommt es häufig vor, dass Fahrgäste mehr als eine der beiden Straßen queren“, sagt Fraktionsvorsitzender Gabor Gottlieb. Das wäre bei der Diagonal-Querung nicht mehr nötig.

Außerdem sei mit einer „Stärkung des Platzcharakters an diesem belebten Ort im Herzen Eimsbüttels“ zu rechnen.

Diesen Optimismus kann die CDU-Fraktion nur bedingt teilen. Zwar spräche einiges für eine derartige Verkehrsführung. „Aber auch einiges dagegen“, sagt Andreas Birnbaum und führt gleich mehrere Punkte an.

Schon wieder ein Umbau?

Zum einen sind da die Kosten. „Die ganze Osterstraße ist ja gerade erst mit viel Geld komplett neu gestaltet worden.“ Und jetzt solle schon wieder in einen Umbau investiert werden?

Hinzu kommen praktische Bedenken: „Ich befürchte, dass die Radfahrer auch bei Rot mitfahren werden.“ Dann hätte man schon wieder Konflikte zwischen Radverkehr und Fußgängern, die ja gerade erst durch den Osterstraßenumbau entschärft wurden. Und bezogen auf das Argument der U-Bahn-Nutzer sagt Birnbaum: „Das sind Einzelfälle.“

CDU sorgt sich um Kosten

Viel dringlicher sei aus Sicht seiner Partei eine Verbesserung des Zustands der Radwege im Bezirk. Davon würden viel mehr Menschen profitieren.

Bei aller Kritik wäre die CDU-Fraktion grundsätzlich aber dafür, sich von der Verkehrsbehörde erklären zu lassen, ob so eine spezielle Kreuzungs-Art überhaupt machbar wäre, so Birnbaum. Auch zu den Kosten würde man gerne mehr wissen.

Andere Kreuzungen problematischer

Begeisterungsstürme lösen die SPD-Pläne auch bei den Grünen nicht aus. „Wir sind ehrlich gesagt überrascht von diesem Vorstoß“, sagt Fraktionsvorsitzender Ali Mir Agha. Immer wieder hätte seine Partei auf massive Beschwerden bei anderen großen Kreuzungen hingewiesen. Vor allem am Sportplatzring/Kieler Straße gebe es demnach Probleme.

Dort würden es manche Fußgänger, insbesondere Senioren, nicht einmal in einer einzigen Grünphase auf die andere Straßenseite schaffen. Bei Anfragen, ob die Ampelschaltung geändert werden könne, habe es seitens der Straßenverkehrsbehörde immer „Geht nicht“ geheißen, berichtet Ali Mir Agha. „Und jetzt an der Osterstraße soll es auf einmal gehen?“, wundert er sich.

FDP hat rechtliche Bedenken

Generell zeigen sich die Grünen aber offen für den SPD-Vorschlag. „Wir müssten nur prüfen, ob die Umsetzung gemäß der Straßenverkehrsordnung möglich wäre.“

Diese Bedenken teilt auch die FDP, zieht jedoch andere Schlüsse: „Stand heute würden wir den Antrag eher ablehnen, da nach erster Prüfung das Bundesrecht ein solches Projekt nicht vorsieht“, erklärt Fraktionsvorsitzender Benjamin Schwanke. Sie seien aber dafür, den Antrag zur weiteren Beratung in den Mobilitätsausschuss zu überweisen.

Bezirksversammlung entscheidet

Am Donnerstag, 27. Oktober, werden die Parteien in der Bezirksversammlung über das weitere Vorgehen entscheiden.

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