Warum nach dem Baumunglück am Weiher ermittelt wird
Ende Oktober stürzte am Weiher ein Baum auf eine Passantin. Sie erlitt schwere Verletzungen. Jetzt prüft die Staatsanwaltschaft den Vorfall.
Von Julia HaasEs war ein stürmischer Tag, als Maud S. mit ihrer Hündin Tilda am Weiher Gassi ging. Was dann passierte, veränderte ihr Leben für immer: Ein Baum stürzte auf sie herab. Die zweifache Mutter erlitt schwere Verletzungen und ist seitdem querschnittsgelähmt.
Während ihr und ihrer Familie eine Welle der Anteilnahme und Hilfsbereitschaft begegnet, kommt die Frage auf: Hätte das Unglück verhindert werden können?
Staatsanwaltschaft ist aktiv
Oliver S., der Ehemann der Betroffenen, berichtet, sie hätten zivilrechtliche Schritte eingeleitet, um den Vorfall zu klären. „Wir versuchen, die Stadt zur Verantwortung zu ziehen“, sagt er im Gespräch mit den Eimsbütteler Nachrichten.
Nach dem Unfall seiner Frau habe er mehrere Hinweise von Anwohnenden bekommen, dass die Gefahren des Baums bekannt gewesen seien. Dadurch stelle sich die Frage, ob die Stadt ihre Sorgfaltspflicht verletzt habe. Die Staatsanwaltschaft prüft den Vorfall.
Trotz Kontrollen und Sicherungsmaßnahmen: „Nicht zu 100 Prozent zu verhindern“
Vom Bezirksamt Eimsbüttel heißt es dazu, der Baum sei in ca. 9 Meter Höhe aufgrund von Windeinwirkungen gebrochen. Das habe eine Begutachtung ergeben. Diese zeige auch: „Der Baum war vital.“ Aus gutachterlicher Sicht sei der Stammbruch nicht vorhersehbar gewesen, sagt der Sprecher des Amts.
Nur wenige Wochen vor dem Unglück, im September, sei der Baum zuletzt kontrolliert worden. Insgesamt würde der Park mehrmals im Jahr begangen und kontrolliert. Trotzdem gebe es keine hundertprozentige Sicherheit, Unglücke wie dieses zu verhindern.
Verzweiflung und Wut bei Betroffenen
Dass es andere Vorfälle rund um den Baum gab, bestätigt der Sprecher. So habe es etwa im Sommer zwei Grünastbrüche gegeben. 2023 sei es bei einem benachbarten Baum zu einem Stammausbruch gekommen. Von einem Zusammenhang mit dem aktuellen Vorfall ist nicht die Rede.
Oliver S. fühle sich derweil von den Behörden im Stich gelassen. „Niemand hat sich bei uns gemeldet“, sagt er. Das sorge für Verzweiflung und auch Wut.
Zusammenarbeit mit ermittelnden Behörden
Vom Bezirksamt heißt es, spezielle Hilfsangebote nach Unfällen im öffentlichen Raum halte man nicht vor. Diese kämen von professioneller Seite, wie Krankenkassen und Therapieeinrichtungen. Dennoch sei man von dem Unglück tief bestürzt und betroffen.
Und weiter: „Zur Aufklärung des Sachverhalts arbeiten wir im nun laufenden Verfahren mit den derzeit ermittelnden Behörden zusammen.“
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