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So soll das neue CCH im Herbst 2019 wieder eröffnet werden. Foto: agn leusmann mit Tim Hupe Architekten (Visualisierung bloomimage)
Kongresszentrum wird erneuert

Bloß keine zweite Elbphilharmonie: Umbau des CCH startet

Die Modernisierung des Congress Center Hamburg ist am Mittwoch offiziell eingeläutet worden. Damit startet nach Angaben der Wirtschaftsbehörde eines der größten und kompliziertesten Bauvorhaben Hamburgs. Auch das angrenzende Planten un Blomen soll von der Umgestaltung profitieren.

Von Louisa Grewe

Am Mittwoch wurde am CCH das Bauschild aufgestellt. Nach mehr als vier Jahren Vorbereitung und Planung beginnt damit nach Angaben der Wirtschaftsbehörde eines der „größten und kompliziertesten Bauvorhaben“ in Hamburg. Im Herbst 2019 soll die Modernisierung abgeschlossen sein. Kosten: rund 194 Millionen Euro. Das Großprojekt wird nach den Grundsätzen des so genannten kostenstabilen Bauens durchgeführt: Auf der Grundlage einer Machbarkeitsstudie wurde 2013 der Kostenrahmen festgelegt und auf Basis einer detaillierten Kostenabrechnung 2014 im Haushaltsausschuss der Bürgerschaft von allen Fraktionen beschlossen. Damit verpflichtet sich die Stadt, die angesetzten Kosten von 194 Millionen Euro nicht zu überschreiten, betont die Wirtschaftsbehörde. Eine zweite Elbphilharmonie soll das CCH nicht werden.

CCH in die Jahre gekommen

1973 wurde das CCH mit dem Anspruch eröffnet, das beste und größte Kongresszentrum in Europa zu sein. Doch die damaligen Anforderungen an Gebäude dieser Art seien andere gewesen als heute. So hatte ein Großteil des Hauses keine Fenster und war vollständig abhörsicher, berichtet ein Sprecher des CCH. Um auch in Zukunft ein wichtiger Kongress- und Veranstaltungsstandort zu bleiben, müsse das CCH nach Angaben der Wirtschaftsbehörde an die Neuzeit angepasst werden. Die technische Ausrüstung des Gebäudes sei veraltet und müsse erneuert werden. Zudem werde heutzutage von Veranstaltern eine höhere Flexibilität der Räumlichkeiten eingefordert. So müssten sich große Räume in kurzer Zeit in mehrere kleine unterteilen lassen und mehrere Veranstaltungen parallel stattfinden können. Oberstes Ziel sei es, für eine bessere Auslastung zu sorgen, so ein Sprecher des CCH.

Was wird umgebaut?

In diesen Tagen beginnen die Maßnahmen im Innenbereich. Dabei werden die Einbauten im Gebäude entfernt und anschließend die darunter liegenden Schadstoffe beseitigt und fachgerecht entsorgt. In enger Abstimmung mit dem Denkmalschutz werden wichtige Elemente der Innenausstattung des Hauses erhalten bleiben, die den Räumen ihren besonderen Charakter geben, so die Wirtschaftsbehörde. Die neue horizontale Fassade werde den Ensemble-Charakter unterstreichen. Der neue Vorplatz wird sich Richtung Planten un Blomen öffnen und über eine lange, ansteigende Rampe zum Dammtorbahnhof einen barrierefreien Zugang zum CCH und zum Park schaffen. Durch die Verlängerung des Gebäudes in Richtung des Parks werde das neue CCH bereits beim Verlassen des Bahnhofs Dammtor gut sichtbar sein.

Ein besonderes Element des CCH war und ist das Lichtdesign. Bereits in den 70er Jahren sorgte insbesondere Deutschlands größte Lichtorgel in Saal 3 für Aufsehen. Diese wird originalgetreu wiederhergestellt. Allerdings mit moderner und effizienter LED-Technik. Auch das für damalige Verhältnisse großzügige Foyer sei in den 70er Jahren von den Besuchern gefeiert worden, so ein Sprecher des CCH. Doch für heutige Besucherzahlen sei das Foyer zu niedrig und eng: Es sei schwierig, die Besucherströme voneinander zu trennen. Deshalb werde das Foyer modernisiert und in eine gebäudehohe, lichtdurchflutete Eingangshalle umgebaut. Dadurch soll nach Angaben des CCH zudem eine „Special Event Location“ entstehen, „die für Produktpräsentationen und Marketing-Events prädestiniert ist“.

Lichtdurchflutet und gebäudehoch – so soll das Foyer ab Herbst 2019 aussehen. Foto: Arbeitsgemeinschaft agnLeusmann mit Tim Hupe Architekten (Visualisierung bloomimage)

Umfeld profitiert mit

Verändern wird sich auch das Umfeld des CCH: Der angrenzende Park Planten un Blomen soll attraktiver und um eine rund einen Hektar große Grünfläche erweitert werden. Ein Berliner Büro hat den entsprechenden Realisierungswettbewerb der Stadt für die Erweiterung des Geländes gewonnen. Außerdem soll sich die Wegeführung für den Radverkehr im gesamten Umfeld des CCH und auf dem Dag-Hammarskjöld-Platz verbessern. Das gelte nicht nur für die Ost-West-Verbindung über die Tiergartenstraße, sondern auch für den Weg vom Dammtorbahnhof über die geplante Parkerweiterung in Richtung Süden, so die Wirtschaftsbehörde. Während der Bauarbeiten wird der Zugang zu Planten un Blomen und zu den Messehallen erhalten bleiben.

Hamburg Messe als Ausweichstandort

Während der Bauphase wollen sich die Betreiber für feste Veranstaltungen, wie Jahreshauptversammlungen großer Unternehmen, eine Übergangslösung einfallen lassen. Nach Angaben des CCH-Sprechers werden bis zur Wiedereröffnung keine kulturellen Veranstaltungen stattfinden. Für die übrigen Veranstaltungen werden in den Messehallen Ausweichlösungen organisiert. Das „Megaprojekt für die ganze Metropolregion Hamburg“ werde die zentrale kulturelle Infrastruktur stärken, betont Wirtschaftssenator Frank Horch. Er bitte um Verständnis für Beeinträchtigungen während der Bauzeit. Die Wiedereröffnung des neuen CCH ist nach Angaben der Wirtschaftsbehörde für Herbst 2019 geplant. Dann soll das Kongresszentrum den Wirtschaftsstandort Hamburg weiterhin bereichern und vor allem für Fachkongresse genutzt werden.

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