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Die Lesung des Eimsbütteler Autors Wulf Beleites wurde wegen massiver Beschwerden und Drohungen abgesagt. Foto: Ada von der Decken

Beim Hund hört die Freundschaft auf

Freitagabend sollte der Eimsbütteler Satiriker und bekennende Hundegegner Wulf Beleites in der Apostelkirche eigentlich aus seinem Buch "Kot&Köter" vorlesen - eigentlich. Nach massiven Beschwerden und Drohungen wurde die Veranstaltung abgesagt, was sowohl den Autor als auch seine Kritiker enttäuscht.

Von Julia Dziuba

Die Absage der Lesung „hätte nicht sein müssen“, befindet Beleites. Er hätte „umheimlich gerne“ über sein Buch diskutiert, das im August erschienen ist und den provozierenden Untertitel „Das Buch für alle Hundehasser“ trägt. Neben seiner klaren Abneigung gegen die Vierbeiner, wollte der Autor und Journalist im Rahmen der Lesung auch medienkritische Fragen zum Thema anbringen – vor dem Hintergrund, dass „Kot&Köter“ einst Titel eines ausgedachten Anti-Hunde-Magazins war, als dessen vermeintlicher Chefredakteur Beleites in den 1990er-Jahren durch diverse Talkshows tingelte, ohne dass seine Angaben je überprüft worden wären. Seit einem Jahr erscheint „Die Zeitschrift für den deutschen Hundefeind“ tatsächlich. An Beschwerden und Drohungen sei er entsprechend gewöhnt, erklärt Beleites.

Beide Seiten hätten gerne diskutiert

Jule Thumser, Vorsitzende des Vereins Hundelobby, hatte sich ebenfalls auf eine „fröhliche Diskussion“ gefreut. Beleites kritisiert sie nicht wegen seiner satirischen Texte, sondern wegen der fehlenden Kennzeichnung als solche. Dies sei „Wasser auf die Mühlen unserer Gegner“, die die Satire in Beleites Texten vielleicht nicht unbedingt verstünden, sondern sie in Taten umsetzten. Aus dem angespannten Verhältnis zwischen Hundefreunden und  -gegnern versuche der Verein, Schärfe herauszunehmen und vielmehr Rücksicht zu propagieren. „Das wird durch solche Aktionen wie die Lesung konterkariert“, sagt Thumser. Der Verein habe bei dem Veranstalter, der Stadtteilgruppe Eimsbüttel-Nord der Linken, protestiert und „viel dazu beigetragen“, dass die Veranstaltung abgesagt wurde. Drohungen seien von den Mitgliedern der Hundelobby aber nicht ausgegangen: „Ich kenne so was nicht von Hundehaltern“, erklärt Thumser.

Beschwerden und Drohungen

Nach Aussage von Linken-Bezirkspolitiker Jürgen Kahlert gab es in der Kirchengemeinde Beschwerden über angebliche Tierquälerei, einige Personen hätten mit Kirchenaustritten gedroht, andere seien direkter geworden: „Ihr werdet schon sehen, was ihr davon habt!“, habe es bezogen auf die Veranstaltung geheißen. „Ich hätte es selbst nicht so eingeschätzt“, erklärt Kahlert hinsichtlich der Masse und Deutlichkeit der Beschwerden. In einer Pressemitteilung der Stadtteilgruppe hatte er dies deutlicher formuliert: „Wir bedauern, dass es in Hamburg nicht mehr möglich ist, eine satirische Veranstaltung zum Thema Hunde zu veranstalten, ohne sich psychischem und physischem Druck auszusetzen“, heißt es dort.

Beleites will nachlegen – am „Welttag des Hundes“

Um Schaden von der Kirchengemeinde abzuwenden und auch den Veranstaltungsort zu sichern, habe sich die Stadtteilgruppe letztlich dazu entschieden, die Lesung abzusagen, erläutert Kahlert. Er räumt ein, dass man sich bei einer Veranstaltung gegen Fremdenhass oder Rechte vermutlich nicht von den Drohungen hätte abbringen hätte lassen – auch sei das Thema in der Partei angesichts „drängender Probleme“ wie der Flüchtlingsthematik „nicht völlig unumstritten“ gewesen. Ein neuer Termin für die Lesung ist um Weihnachten angedacht, genauere Angaben konnte Kahlert hierzu aber noch nicht machen. Autor Beleites will seinerseits zum „Welttag des Hundes“ am 10. Oktober eine Veranstaltung initiieren – bislang habe er aber noch keine Räumlichkeiten gefunden, so der Autor.

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