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Sebastian Eßer engagiert sich ehrenamtlich beim Eimsbütteler Stadtteil- und Kulturverein EimsV. Foto: Julia Haas
Seit eineinhalb Jahren engagiert sich Sebastian Eßer beim Eimsbütteler Stadtteil- und Kulturverein EimsV. Foto: Julia Haas
Eimsbütteler des Monats

Ein Kölner, der Eimsbüttel vernetzt

Als ihn ein Unfall zum Stillstand zwingt, findet er im Stadtteilverein EimsV Bewegung. Dort setzt sich Sebastian Eßer für Eimsbüttel ein.

Von Julia Haas

Wenn trotz Pandemie neue gemeinnützige Projekte ihren Weg nach Eimsbüttel fanden, war oft sein Name im Spiel: Sebastian Eßer vernetzt Eimsbüttel – und das trotz eines schweren persönlichen Unglücks im letzten Jahr.

Bei einer Fahrt durch Eimsbüttel rutscht seine Vespa plötzlich weg, Eßer fliegt auf die Straße – vor dem Agaplesion Krankenhaus. „Pech” resümiert er. Mehrere Monate liegt Eßer im Krankenhaus, ist weitere Monate an einen Rollstuhl gebunden. Seine zuvor eher lose Mitgliedschaft beim EimsV entwickelt sich in dieser Zeit zu seiner Konstanten. Er initiiert Projekte, bringt Ideen ein. Nichts tun und einfach abwarten – für Eßer keine Option.

„Ist halt so – und weiter geht’s!”, sagt der 43-Jährige und klatscht in die Hände – bereit aufzuspringen, loszulaufen. Dass er das heute wieder kann, verdankt er seiner Energie und Tatkraft. Immer wieder krempelt er die Ärmel seines grauen Pullovers nach oben, als warte er darauf anzupacken. Denn genau das will er: Nicht nur reden, sondern handeln.

Nah am Menschen

Seit eineinhalb Jahren setzt er diesen Vorsatz beim EimsV um: Der 2018 gegründete Verein entwickelt und fördert Projekte aus und für Eimsbüttel – zum Beispiel indem er zum gemeinschaftlichen Säubern der Straßen und Parks einlädt oder den Nachbarschaftsflohmarkt am Eimsbütteler Marktplatz organisiert. „Wenn wir keine Standanmeldungen mehr annehmen können, leiten wir sie an den Flohmarkt vom Else-Rauch-Platz weiter”, sagt Eßer. Im Fokus steht das Miteinander. Der EimsV pflegt einen engen Austausch mit anderen Vereinen und Initiativen, versteht sich nicht als Konkurrenz, sondern Partner. Mit dem Spielhaus am Eimsbütteler Marktplatz veranstaltet der Verein ein Kinderbasteln, mit den Bücherhallen betreibt er eine Saatgutbibliothek.

„Gemeinsam kann Eimsbüttel mehr erreichen”, betont Eßer. Der gebürtige Kölner versteht sich dabei als Vermittler, verknüpft verschiedene Lebenswelten. Es fehle nicht an Ideen und schlauen Köpfen, vielmehr am Austausch, damit sie nicht in einer einsamen Kammer verenden. Als er Informatik studiert, stört es ihn, das Gelernte an fiktiven statt realen Projekten anzuwenden. Warum sollten Informatikstudentinnen Webseiten für ausgedachte Kaktus­läden erstellen, wenn sie Vereinen fehlen?

Computerspende beim EimsV

Seine Aufgabe beim EimsV beschreibt Eßer deswegen auch als „Kontaktanbündelung”. Weil er weiß, wann er welche Nummer wählen muss, wo er für was die richtige Ansprechperson findet. Man muss auf Menschen zugehen, sagt der Freiberufler und nippt an seiner großen Spezi. Während er erzählt, hat er kaum Zeit zu trinken. Von Wortkargheit und Einsilbigkeit keine Spur, dafür stecke zu viel Kölner in ihm.

Nach seinem Unfall nutzt er das, um neue Bereiche zu vernetzen, Kontakte herzustellen. Eßer will Menschen unterstützen, die während der Pandemie den digitalen Anschluss zu verpassen drohen. „Alles ist heute digital”, sagt er, und es fange gerade erst an – vom digitalen Ausweis bis zur Corona-Warn-App. Vielen fehlt der Zugang, während bei anderen der alte PC verstaubt. Deswegen braucht es Vermittler – wie den EimsV und Eßer. Seit Dezember können Unternehmen und Privatpersonen beim Verein funktionstüchtige Geräte abgeben, die an Interessierte weitergereicht werden. Die „Computerspende” ist geboren.

Als Informatiker weiß Sebastian: Kräfte addieren sich, können in der Summe mehr leisten. Aktuell beteiligt er sich an einem Projekt, das 100 Computermäuse und Tastaturen für eine Schule in Afrika sucht. Eine Herausforderung, die sich besser gemeinsam lösen lässt. Eßer vermittelt: „Ich kenne viele Leute und schaue, wer dazu passt.”

Eßer lebt mittlerweile seit zwölf Jahren in Eimsbüttel, damals lockte ihn ein Jobangebot in die Stadt. Ob er noch in Hamburg wäre, wenn es ihn in einen anderen Stadtteil verschlagen hätte? Er weiß es nicht. Der Wahl-Eimsbütteler schätzt die Vielfalt im Bezirk, die Kreativität und Ideen der Bewohner. Zurück nach Köln zieht es Eßer vorerst nicht. Er habe mal gelesen, dass Menschen am glücklichsten sind, wenn sie ein intaktes Umfeld, Freunde und Familie um sich haben. Für ihn ist das in Eimsbüttel.

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Stadtteil- und Kulturverein EimsV

Der EimsV unterstützt Interessen der Bürgerinnen und Bürger aus dem Bezirk Eimsbüttel. Mit kulturellen, sozialen und ökologischen Projekten schafft der Verein Orte der Begegnung und fördert die Arbeit von Künstlerinnen, Kreativen und Kulturschaffenden. Dafür sucht der EimsV derzeit nach neuen Räumen im Viertel.

Du hast Lust, die Vereinsarbeit mitzugestalten? Der Verein freut sich über neue Mitglieder.
Mehr Infos unter www.eimsv.de

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