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Am Freitag hat eine extremistische Gruppe in Eimsbüttel demonstriert. Foto: Kristin Gebhardt
Am Freitag hat eine extremistische Gruppe in Eimsbüttel demonstriert. Foto: Kristin Gebhardt
Verfassungsschutz

Extremisten demonstrieren in der Osterstraße

Am Freitag hat „die Basis“ auf dem Fanny-Mendelssohn-Platz demonstriert. Die Beteiligten gehörten teilweise dem extremistischen Verein „Umehr“ an. Die „Omas gegen Rechts“ organisierten eine Gegendemo.

Von Kristin Gebhardt

Am Freitagmittag hingen hunderte DIN-A4-Seiten an Schnüren quer über dem Fanny-Mendelssohn-Platz. Darauf Schlagzeilen, die Corona verleugnen oder eine „Volksherrschaft” fordern – alles ohne Quellenangaben.

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Hintergrund war eine Demonstration aus dem Querdenker-Milieu, zu der die Partei „die Basis“ aufgerufen hatte.

Querdenker demonstrieren in der Osterstraße

Um 12 Uhr hat die Demonstration begonnen. Etwa zehn Personen haben daran teilgenommen und ihre Plakate aufgehängt. Corona habe es nie gegeben, Impfungen seien gefährlich und der Staat versuche die Bürger mit einer ausgedachten Krise zu gängeln, ist darauf zu lesen. 

Für laute Rufe sorgte aber eine andere Gruppe: Die „Omas gegen Rechts“ versammelten sich zur Gegendemonstration.

Gegendemo der Eimsbütteler Omas

Sie machten mit Plakaten und Info-Blättern auf sich aufmerksam und fingen Passantinnen und Passanten an der Osterstraße ab. „Liebe Eimsbütteler, wir warnen euch vor dieser rechten Organisation“, schallte es durch das Megafon.

Die „Omas gegen Rechts“ starteten kurzfristig eine Gegendemo. Foto: Kristin Gebhardt

„Wir wollen verhindern, dass in Eimsbüttel rechte Organisationen Fuß fassen“, sagte Hilde Vollmayr, eine Aktivistin der „Omas gegen Rechts”. Manchmal trete die „Umehr“-Gruppe als „die Basis” auf, manchmal als MBV, immer jedoch gegen Presse- und Meinungsfreiheit. Über Nacht hatte Vollmayr etwa zehn Omas für die Gegendemo aktiviert.

Polizei vor Ort

Im Januar und Februar des vergangenen Jahres hat der Verein „Umehr” mehrere Versammlungen angemeldet – hauptsächlich in Bergedorf und in der Innenstadt. 

info

„United Movement for Equal Human Rights“ (kurz: „Umehr“)

ist eine extremistische Gruppierung in Hamburg, die bisher vor allem im Querdenker-Milieu aufgetreten ist. Selbst bezeichnet sich der Verein als ein „radikaldemokratisches Projekt“, welches die Volksherrschaft fordert, um „Lohnsklaverei und politische Entmündigung“ abzuschaffen.

Die Aktion in Eimsbüttel blieb verhältnismäßig ruhig. Die Polizei war vor Ort und beobachtete das Geschehen.

Verfassungsschutz warnt vor „Umehr“

Im Februar 2022 hat der Hamburger Verfassungsschutz den Verein „Umehr” als Beobachtungsobjekt eingestuft. Es handle sich um eine eindeutig verfassungsfeindliche Organisation, sagte ein Pressesprecher des Hamburger Verfassungsschutzes gegenüber Sat.1.

Für diese Einordnung gebe es eine Vielzahl von Belegen, beispielsweise Argumentationen aus dem Reichsbürgermilieu und die offene Ablehnung des Demokratieprinzips. „Umehr“ setze die heutige Demokratie mit dem NS-Regime gleich.

Der Verfassungsschutz bezeichnet Gruppierungen dieser Art seit 2020 als „Delegitimierer“. Mit ihren Handlungen zielen sie darauf ab, die Funktionsfähigkeit des Staates einzuschränken. „Wir werden diese Gruppierung weiter im Visier behalten“, heißt es vom Verfassungsschutz.

Transparenzhinweis: In einer früheren Version des Artikels hieß es „Hintergrund war eine Demonstration von ‚Umehr'“. Dadurch konnte der Eindruck entstehen, dass „Umehr“ die Demonstration angemeldet oder öffentlich dazu aufgerufen hat. Offiziell hat nur die Partei „die Basis“ zur Demonstration aufgerufen. „Umehr“ als Verein war offiziell nicht beteiligt, hat aber die Teilnahme von mindestens einem seiner Mitglieder bestätigt. Dieser Hinweis wurde am 17. Januar 2023 hinzugefügt.


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