Seit 25 Jahren: Wie Jugendliche andere Jugendliche unterstützen
Das Beratungsprojekt „Jugendliche beraten Jugendliche“ besteht seit 25 Jahren. Jetzt werden neue Helfer gesucht.
Von Aaron MüllerLucy, Emma und Jenny haben schon viele Anrufe entgegengenommen – mal ging es um psychische Probleme, mal um ein verstorbenes Haustier. Die drei schätzen es, für andere Jugendliche in schwierigen Situationen da zu sein.
Über einen Aushang in der Schule, über Instagram und über eine Uni-Mail sind sie auf das Beratungsprojekt „Jugendliche beraten Jugendliche“ aufmerksam geworden. Seitdem helfen sie am Kinder- und Jugendtelefon, der „Nummer gegen Kummer“, aus. Dahinter steht die Arbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz Hamburg.
Ausbildung für Gleichaltrige
Das Projekt „Jugendliche beraten Jugendliche“ mit Sitz in Eimsbüttel feierte dieses Jahr sein 25. Jubiläum. Die „Nummer gegen Kummer“ gibt es bereits seit 45 Jahren, das Hamburger Kinder- und Jugendtelefon seit 50 Jahren. Um weiterzubestehen, sucht der Verein weitere Helfer und Helferinnen im Alter von 16 bis 21 Jahren.
Um neue Unterstützer auf den Einsatz vorzubereiten, gibt es eine Ausbildung, die an mehreren Samstagen von März bis September 2026 stattfindet und einen Zeitrahmen von circa 70 Stunden umfasst. Dabei sollen die Teilnehmenden lernen, Gleichaltrige bei persönlichen Sorgen kompetent, niedrigschwellig und einfühlsam zu unterstützen.
Einstieg in das Ehrenamt
Im Januar und Februar 2026 sollen Infoabende stattfinden. Interessierte Jugendliche können sich per E-Mail an kjt@ajs-hh.de oder telefonisch (040-41098032) für einen Infoabend in Eimsbüttel anmelden. Dort erhalten sie einen ausführlichen Einblick in die Inhalte und den Ablauf der Ausbildung sowie des Ehrenamts.

Zuhören und für andere da sein
Lucy, Emma und Jenny motiviert es, aktiv anderen Menschen helfen zu können und für Leute da zu sein, die sonst eventuell niemanden hätten. Sie beschreiben ihre Tätigkeit als „Hilfe zur Selbsthilfe“, „anonymer emotionaler Support“ oder auch als eine Art „momentane Hilfe“. Samstags betreuen die jugendlichen Ehrenamtlichen für circa 3 Stunden Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene – telefonisch und anonym.
Im Rahmen der Ausbildung haben die Freiwilligen beispielsweise gelernt, aktiv zuzuhören. Seitdem würden sie generell als bessere Zuhörerinnen wahrgenommen, erzählen sie. Zudem wurde ihnen in der Ausbildung beigebracht, wie sie sich emotional von ihrer Arbeit abgrenzen können – um die Herausforderungen der Anrufenden nicht in den eigenen Alltag mitzunehmen.
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