Hilferuf aus dem Kreativhaus: Stadtteilverein sucht neuen Vorstand
Im Kreativhaus kommt Eimsbüttel zusammen. Für viele ist es gelebte Nachbarschaft, für manche ein bisschen wie Familie. Sollte sich in den nächsten Monaten kein neuer Vorstand finden, droht dem Nachbarschaftstreff das Aus.
Von Julia HaasDass es einmal zu dieser Situation kommen würde, hätte Andreas Böhle nicht gedacht. Nun bangt er um die Zukunft des Kreativhauses Eimsbüttel – es fehlt an Ehrenamtlichen, vor allem aber an einem neuen Vorstand. Vor sechs Jahren gründete Böhle gemeinsam mit anderen das Kreativhaus Eimsbüttel. Fünf Jahre lang war er Teil des fünfköpfigen Vorstands. Nun löst sich dieses Gremium auf, Nachfolger gibt es bislang nicht.
Viele Gründe: Vorstand löst sich auf
„Es ist eine Horrorvorstellung, dass das Kreativhaus schließen könnte“, sagt Böhle. Ende März steht die nächste Mitgliederversammlung des Vereins an. Dann soll auch turnusgemäß ein neuer Vorstand gewählt werden. Dieser muss aus mindestens drei Personen bestehen – bisher waren es immer fünf. Das aktuelle Team werde nicht weitermachen, sagen Böhle und Marianne Nieporte, die seit zwei Jahren im Vorstand ist.

In den vergangenen Monaten habe sich herauskristallisiert, dass alle bisherigen Vorstandsmitglieder aus unterschiedlichen Gründen aufhören möchten. Bei Böhle selbst spiele das Alter eine Rolle. „Es geht nicht mehr wie früher“, sagt er. Bei anderen seien es berufliche Veränderungen oder private Umstände. All das sei nachvollziehbar, so Böhle. Allerdings habe er nicht damit gerechnet, dass sich keine Nachfolge finden würde.
Kreativhaus: Treffpunkt in der Nachbarschaft
Seit Wochen sucht der Vorstand nach neuen Unterstützerinnen und Unterstützern. „Vielleicht gibt es Menschen, die uns noch nicht kennen und gerne mitmachen würden“, sagt Böhle. Gerade für Menschen, die neu in Eimsbüttel sind, biete das Kreativhaus eine gute Gelegenheit, Kontakte zu knüpfen und sich im Stadtteil zu vernetzen.
Rund 120 Veranstaltungen organisiert der Verein monatlich. Das Angebot ist breit gefächert und richtet sich nicht nur an „Kreative“. Wöchentlich trifft man sich etwa zum Klönschnack bei Kaffee und Kuchen. Außerdem gibt es Plattdeutsch-Treffen, Spielrunden oder Sportkurse. Einmal im Monat findet vor dem Kreativhaus in der Telemannstraße ein Flohmarkt statt.

Was passiert, wenn es keine Lösung bis zum Monatsende gibt?
Für Böhle und Nieporte ist das Kreativhaus weit mehr als ein Stadtteilverein. „Es gibt einen tollen Zusammenhalt unter den Mitgliedern“, sagt Nieporte. Wenn jemand krank sei, unterstütze man sich etwa mit Einkäufen. Man leihe sich gegenseitig Werkzeug oder treffe sich zu gemeinsamen Ausflügen. Teilweise seien freundschaftliche oder sogar familiäre Verbindungen entstanden.
Dass all das ein Ende haben könnte, weil sich kein neuer Vorstand findet – daran wollen Böhle und Nieporte noch nicht glauben. Sollte sich bis Ende März niemand zur Wahl stellen, müsste der bisherige Vorstand zunächst im Amt bleiben, bis eine Lösung gefunden ist. Ein neuer Vorstand könnte also auch zu einem späteren Zeitpunkt gewählt werden. Darauf hoffen auch Böhle und Nieporte.
Kein Vorstand in Sicht: Aus für das Kreativhaus?
„Vielleicht finden sich jetzt neue Helferinnen und Helfer, die sich später vorstellen können, mehr Verantwortung zu übernehmen“, sagt Böhle. Alleingelassen werde dabei niemand. Die bisherigen Vorstände würden ihre Nachfolger einführen und einarbeiten.
Sollte sich langfristig jedoch kein neuer Vorstand finden, müsste das Kreativhaus schließen.
Wer das Kreativhaus Eimsbüttel unverbindlich kennenlernen möchte, kann beim nächsten Klönschnack vorbeischauen. Dieser findet immer dienstags zwischen 15 und 17 Uhr statt.
lokal. unabhängig. unbestechlich.
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