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Umweltsenator Jens Kerstan (l.) informierte sich bei Michael Prinz, Geschäftsführer der Hamburger Energiewerke, und Frank Boehnke, Leiter dezentrale Versorgung, über die Energieversorgung in der Neuen Mitte Stellingen.
Umweltsenator Jens Kerstan informierte sich mit Michael Prinz und Frank Boehnke (von links) über die Energieversorgung in der Neuen Mitte Stellingen. Foto: Christiane Tauer
Stadtentwicklung

Quartier in Neuer Mitte Stellingen ist Vorreiter bei der Energieversorgung

Die 141 Wohnungen der „Stellinger Terrassen“ sind Teil der Neuen Mitte Stellingen und werden dezentral und nachhaltig mit Wärme und Energie versorgt. Welche Vorteile das hat.

Von Christiane Tauer

In der Neuen Mitte Stellingen herrscht jetzt Leben. 141 Wohneinheiten umfasst das kürzlich fertiggestellte Wohnquartier Stellinger Terrassen im nordöstlichen Zipfel des Areals – bis auf einige Servicewohnungen sind mittlerweile alle vermietet. Was die Wärme- und Energieversorgung der Häuser angeht, lässt sich das Quartier als Vorreiter für ganz Eimsbüttel, wenn nicht gar Hamburg, bezeichnen.

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Energieversorgung umfasst mehrere Bestandteile

Dafür sorgen gleich mehrere Elemente: Es gibt ein eigenes Blockheizkraftwerk mit Geothermie-Wärmepumpe, das Strom und Wärme erzeugt. Die dabei entstehende Wärme können die Bewohner auch für das Warmwasser nutzen, während sie den vor Ort erzeugten Ökostrom über ein „Mieterstrom-Modell“ erhalten.

Hinzu kommen Photovoltaikanlagen auf den Dächern und Wärmetauscher in den Abluftanlagen, die die Abluft in den Wärmekreislauf zurückschicken. Ein Viertel aller 99 Parkplätze ist mit Wallboxen für E-Autos ausgestattet, mittelfristig soll jeder Stellplatz eine Lademöglichkeit haben. „Wir haben hier alle Register gezogen“, brachte es Michael Prinz, Geschäftsführer der Hamburger Energiewerke (HEnW), am Montag auf den Punkt.

„Dezentral“ und „nachhaltig“ sind die Schlagwörter

Er war an den Stellinger Sportplatzring gekommen, um sich zusammen mit Hamburgs Umwelt- und Energiesenator Jens Kerstan (Grüne), der zugleich Aufsichtsratsvorsitzender der Energiewerke ist, ein Bild vom innovativen Energie- und Wärmekonzept des Quartiers zu machen.

„Dezentral“ und „nachhaltig“ sind die Wörter, die dieses Konzept im Wesentlichen beschreiben. Das dezentrale Netz sorge dafür, dass sich unterschiedliche Energiequellen vor Ort miteinander kombinieren lassen, sagte Prinz. „Durch den Einsatz nachhaltiger und effizienter Technologien senken wir die CO2-Emissionen und tragen zur Energie- und Wärmewende bei.“

Fernwärme nicht Lösung aller Probleme

So wird die Wärmepumpe für die Grundlast zum Beispiel mit Erdwärmesonden und der Abwärme aus dem Blockheizkraftwerk und der Gebäude betrieben. Nimmt man den Ökostrom für die Antriebsenergie hinzu, bedeutet das: Die Wärmepumpe speist sich zu 100 Prozent aus erneuerbaren Quellen.

In den Augen von Jens Kerstan machten die Stellinger Terrassen deutlich, wie wichtig dezentrale Lösungen vor Ort seien, um die Wärmewende umzusetzen. Auch wenn viele Menschen in Hamburg dabei vor allem an Fernwärme denken würden – „das ist nicht die Lösung aller Probleme“.

Energieversorgung als Gemeinschaftsprojekt

Energiewerke-Geschäftsführer Prinz warb dafür, das Wohnquartier als Blaupause für andere Projekte in der Stadt zu sehen. Er regte an, dass Privathaushalte nicht nur über Einzellösungen für den eigenen Heizungskeller nachdenken sollten, sondern sich mit den Nachbarn zusammentun.

Bei den Stellinger Terrassen ist das der Fall. Projektentwickler Magna Real Estate sei gleich zu Beginn der Planungen zusammen mit der Genossenschaft Bauverein der Elbgemeinden (BVE) auf die Hamburger Energiewerke zugekommen, berichtete Prinz. Der BVE will auf dem benachbarten Baufeld Wohnungen errichten. Gemeinsam hätte man das Energiekonzept entworfen, um es auch gemeinsam zu nutzen, so Prinz.

Bei BVE-Quartier gab es Verzögerungen

Doch während Magna Real Estate beim Bau der Wohnungen gut vorankam und sie im Frühjahr dieses Jahres an die HanseMerkur Grundvermögen übergab, die die Immobilien in einen Spezialfonds einbrachte und als Mietwohnungen vermarktete, ist auf dem BVE-Baufeld noch immer kein Bagger zu sehen.

Den eigentlich für das zweite Quartal 2023 geplanten Baubeginn musste der BVE verschieben. Als Grund nannte Sprecher Felix Ebeling zuletzt „Herausforderungen durch den Anstieg von Baukosten und Zinsen“ sowie veränderte Förderlandschaften.

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Neue Mitte Stellingen

Die Neue Mitte Stellingen gilt als Vorzeige-Bauprojekt des Bezirks Eimsbüttel. Zwischen Sportplatzring und Basselweg sollten eigentlich bis 2025 insgesamt 750 Wohnungen, ein Wochenmarkt, Einzelhandel und viel Grün entstehen.

Für das Gebiet gibt es mehrere Bauträger: das städtische Wohnungsunternehmen SAGA, das im hinteren Teil des Areals baut, sowie die Baugenossenschaft Bauverein der Elbgemeinden (BVE), Magna Real Estate – die ihre Wohnungen mittlerweile an die HanseMerkur Grundvermögen übergeben haben – und ursprünglich das Wohnungsunternehmen Buwog.

Einzig die SAGA und Magna Real Estate als Entwickler der Stellinger Terrassen liegen im Zeitplan. Der BVE hat noch nicht mit dem Bau begonnen, während die Buwog nicht mehr Teil des Projekts ist. Die Stadt bereitet aktuell eine neue Ausschreibung vor, um nach einem neuen Bauträger für die beiden Baufelder direkt am Sportplatzring zu suchen.

Auch das Gebiet westlich der Kieler Straße gehört zur Neuen Mitte Stellingen, die Planungen stehen dort allerdings noch am Anfang.

Baustart soll Ende kommenden Jahres erfolgen

Jetzt gibt es aber gute Nachrichten: „Der Bauantrag soll in diesem Jahr eingereicht werden. Mit einem Baubeginn ist 2025/26 zu rechnen“, teilt Ebeling auf Anfrage der Eimsbütteler Nachrichten mit. Aktuell befände sich der BVE in der Planungsphase.

Für ein Energiekonzept mit dem Nachbargrundstück habe man sich entschieden, weil die Versorgung vor Ort als Mixtur aus mehreren Elementen „unseren Vorstellungen eines zukunftsfähigen Quartiersansatzes entspricht“, fährt er fort. „Zudem können wir über diese Energielösung einen guten Primärenergiefaktor sowie die Einhaltung der Energiestandards gewährleisten.“

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Gesamtes Netz ist erweiterbar

Dass der BVE später mit dem Bau startet, hat für die Wärmeplanung in der Praxis keine negativen Auswirkungen. Die Energiezentrale für beide Quartiere befindet sich im Keller eines Hauses der HanseMerkur Grundvermögen. Von dort erfolgt die Verbindung ins BVE-Quartier über Leitungen und eine Wärmeübergabestation.

Einzig eine eigene Wärmepumpe wird der BVE benötigen. „Wir haben das gesamte Netz so geplant, dass es ohne Probleme erweiterbar ist“, sagte Frank Boehnke, Leiter „Dezentrale Energieversorgung“ bei den Energiewerken.


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