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Direkt am Sportplatzring sollte das Bauprojekt der "Buwog" entstehen.
Im südlichen Teil der Neuen Mitte Stellingen, direkt am Sportplatzring, sollte das Bauprojekt der "Buwog" entstehen. Archivfoto: Rainer Wiemers
Stadtentwicklung

Neue Mitte Stellingen: Bau von 240 „Buwog“-Wohnungen gestoppt

Die Stadt hat ein Bauprojekt der „Vonovia“-Tochter „Buwog” auf Eis gelegt. Was das für die Neue Mitte Stellingen bedeutet.

Von Christiane Tauer

Wo früher der Sportplatz des TSV Stellingen war, wuchert jetzt das Unkraut. Ein Sofa, eine Plastikplane und ein Koffer stehen auf der Wiese. Eigentlich sollten hier rund 240 neue Wohnungen sowie ein soziales Wohnkonzept für benachteiligte Menschen entstehen.

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Doch das Projekt des Bauträgers Buwog – zentrales Element des Eimsbütteler Prestigeprojekts Neue Mitte Stellingen – steht vor dem Aus. Das Hamburger Abendblatt berichtete zuerst.

„Buwog“ hatte Bauantrag eingereicht

Dass es Probleme auf dem Areal am Sportplatzring gibt, war in letzter Zeit immer offensichtlicher geworden. Eigentlich sollten die Bauarbeiten auf dem dortigen Baufeld im Sommer beginnen. Anfang April erklärte die Buwog – ein Tochterunternehmen des Bauträgers Vonovia – allerdings, dass sich der Baustart noch „etwas verschiebe“. Der Bauantrag sei aber eingereicht, man warte auf die Genehmigung durch das Bezirksamt Eimsbüttel.

Jetzt hat sich das Warten erledigt. Die vertraulich tagende Kommission für Bodenordnung (KfB), die über alle Grundstücksgeschäfte der Stadt Hamburg entscheidet, soll sich auf ihrer Sitzung Anfang November gegen eine weitere sogenannte Anhandgabe an die Buwog entschieden haben.

Ein komplexes Bauprojekt

Die Anhandgabe ist ein gängiges Instrument der Stadt bei sehr komplexen Bauprojekten, bei dem der künftige Käufer eines Grundstücks – in diesem Fall die Buwog – Zeit erhält, weitere Details zur Bebaubarkeit und Finanzierung seines Vorhabens vor Abschluss des Kaufvertrags zu klären.

Diese Anhandgabe habe die KfB nun nicht verlängert, so das Abendblatt.

Wohnungsbau „schnellstmöglich realisieren“

Details dazu will die Finanzbehörde, bei der die KfB angesiedelt ist, auf Nachfrage der Eimsbütteler Nachrichten nicht preisgeben. Die Arbeit der KfB unterliege der Vertraulichkeit, erklärt Pressesprecher Claas Ricker.

Nur so viel stellt er klar: Selbstverständlich bestehe seitens der Stadt ein hohes Interesse daran, an besagtem Ort schnellstmöglich Wohnungsbau zu realisieren. „Über eine erneute Ausschreibung des Grundstücks wird gegebenenfalls künftig zu entscheiden sein.“

„Buwog“-Bauantrag wird nicht weiter bearbeitet

Laut Bezirksamt Eimsbüttel wird nicht der Bezirk, sondern der Landesbetrieb Immobilienmanagement und Grundvermögen (LIG) der Stadt Hamburg die Ausschreibung koordinieren. Weitere Auskünfte in der Angelegenheit könne das Bezirksamt nicht geben, sagt Pressesprecher Kay Becker auf Nachfrage. Der von der Buwog beim Bezirksamt eingereichte Bauantrag werde jedenfalls nicht weiter bearbeitet.

Gegenüber den Eimsbütteler Nachrichten erklärt Buwog-Pressesprecher Michael Divé: „Der Sachverhalt ist uns bekannt.“ Im Vertrauen auf den positiven Abschluss des Verfahrens habe die Buwog über Jahre hinweg viel investiert – unter anderem in einen Architekturwettbewerb im Jahr 2018 sowie diverse Ausarbeitungen für die sozialen und gewerblichen Aspekte des neuen Zentrums in Stellingen. All das sei immer in engem Dialog mit dem Stadtentwicklungsausschuss des Bezirks Eimsbüttel passiert.

„Buwog“ will begonnenen Prozess weiterführen

„Wir sind offen dafür, den begonnenen Prozess konstruktiv weiterzuführen, damit dieses städtebaulich so wichtige Element unter anderem mit Nahversorgung und sozialen Angeboten im Quartier am Sportplatzring wie seit langem geplant auch umgesetzt werden kann.“

Andere im Rahmen der Konzeptvergabe möglicherweise eingereichte Konzepte könne das Unternehmen nicht beurteilen. Man sei aber davon überzeugt, dass die Buwog ein sehr gutes Konzept eingereicht habe, für das es schließlich den Zuschlag gab. Der Kaufpreis hätte dabei nur eine untergeordnete Rolle gespielt.

Erbbaurecht statt Grundstückskauf

Worauf die Buwog anspielt, hat wohl mit den Hintergründen der KfB-Entscheidung zu tun. Offiziell will sich dazu jedoch niemand äußern.

Inoffiziell bestätigen aber mehrere Seiten gegenüber den Eimsbütteler Nachrichten das, was das Abendblatt zuerst berichtete: So soll die Buwog im Sommer versichert haben, das Bauvorhaben weiter realisieren zu wollen. Allerdings könne sie das aus wirtschaftlichen Gründen nur, wenn sie das Grundstück nicht wie geplant kaufen müsse, sondern ihr ein Erbbaurecht eingeräumt werde.

Der LIG und weitere beteiligte Behörden wie das Bezirksamt Eimsbüttel hätten dem unter Vorbehalt zugestimmt – die KfB jedoch nicht. Ihr Votum soll nun den Ausschlag gegeben haben.

So hätte das fertige Vorhaben der "Buwog" ausgesehen.
So hätte das fertige Vorhaben der „Buwog“ ausgesehen. Visualisierung: BUWOG

Pikant war der Verzicht auf einen Grundstückskauf laut Abendblatt, weil der von der Buwog angebotene Kaufpreis ursprünglich deutlich über den Angeboten anderer Unternehmen gelegen haben soll. Vertraulichen Informationen zufolge soll die Buwog im Jahr 2018 vor allem deswegen den Zuschlag für ihr Konzept bekommen haben.

„Buwog“-Projekt war der wichtigste Baustein

In der Neuen Mitte Stellingen hätte die Buwog das zentrale Element des insgesamt 750 Einheiten umfassenden Wohnquartiers errichten sollen: Wohnungen für Menschen, die es auf dem regulären Markt schwer haben wie beispielsweise ehemalige Strafgefangene oder Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen. Darüber hinaus plante die Buwog Flächen für Einzelhandel sowie das Stadtteilhaus Stellingen, in das unter anderem das Haus der Jugend, die Hamburger Kinder- und Jugendhilfe, der AWO-Seniorentreff und das Quartiersmanagement für das Neubauprojekt einziehen sollten.

Wie schnell sich nun ein neuer Bauträger für die Bebauung des Grundstücks findet, wird sich zeigen. Die weiteren Bauträger der Neuen Mitte Stellingen sind von dem Buwog-Aus wohl nicht betroffen.

Andere Bauträger kommen zum Teil gut voran

So hat das städtische Wohnungsunternehmen Saga im April den Grundstein für den Bau von 153 Wohnungen gelegt. Auch die Magna Real Estate, die 141 Wohneinheiten für HanseMerkur Grundvermögen errichtet, kommt gut voran. Mittlerweile sind die frei finanzierten Mietwohnungen auf Immobilienportalen inseriert.

Einzig bei der Wohnungsbaugenossenschaft Bauverein der Elbgemeinden (BVE) tut sich ebenfalls nichts. Zuletzt hieß es im Frühjahr, man sei zuversichtlich, das Vorhaben „in naher Zukunft“ umsetzen zu können. Eine aktuelle Anfrage der Eimsbütteler Nachrichten blieb bis zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Artikels unbeantwortet.


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