Eimsbüttel: Osterstraßenfest steht auf der Kippe
So wird das Oststeraßenfest nicht mehr aussehen. Der Umbau stellt die Veranstalter vor Herausforderungen. Foto: Ada von der Decken
Nach dem Umbau

Eimsbüttel: Osterstraßenfest steht auf der Kippe

Nach dem Umbau fehlt es in der Osterstraße an Flächen für Buden, Fahrgeschäften und Stände. Wenn das Osterstraßenfest stattfindet, dann unter völlig neuen Voraussetzungen. Derzeit suchen Osterstraße e.V und Schankwerk gemeinsam mit dem Bezirksamt Eimsbüttel nach einer Lösung das Osterstraßenfest auch 2017 ausrichten zu können.

Der Osterstraßenumbau sorgt für Probleme bei der Ausrichtung des Osterstraßenfests vom 29.04. bis 30.04.2017. Die neue Bebauung mit Fahrradständern, deutlich vergrößerten Baumbeeten und Bänken sowie die deutlich reduzierte Parkplatzfläche, machen die Umsetzung des Osterstraßenfests schwierig. Insgesamt fallen 276 laufende Meter für die Budenbetreiber weg und der Flohmarkt wird deutlich verkleinert. Es fehlt überall an Platz. Laut Gene Birke vom Betreiber Schankwerk kann das Fest nur dann noch wirtschaftlich ausgerichtet werden, wenn der Osterstraße e.V. als Veranstalter auf die Fixzahlung, die er normalerweise für die Ausrichtung des Festes bekommt, verzichtet und so das finanzielle Risiko für Schankwerk verringert.

Fest und Verein vor dem aus?

Allerdings handelt es sich dabei um die Haupteinnahmequelle des Vereins, der die Interessen der Einzelhändler an der Osterstraße vertritt. Aus diesen Mitteln finanziert er das Quartiesmanagement, und alle Marketingmaßnahmen für das Einkaufsquartier Osterstraße, die Weihnachtsbeleuchtung der Osterstraße, die Veranstaltungen an verkaufsoffenen Sonntagen und den großen Laternenumzug. Und nur aufgrund dieser Marketingmaßnahmen, von denen sie dann wieder profitieren, haben viele Händler ihre Umsatzeinbußen während des Osterstraßenfests in Kauf genommen. “Der Osterstraße e.V. würde sich mit einem Verzicht auf die Einnahmen aus dem Fest um seine Existenzgrundlage bringen.”, sagt Niels Böttcher, 1. Vorsitzender des Vereins.

Wie ist das Osterstraßenfest zu retten?

In mehreren Begehungen haben Osterstraße e.V., Schankwerk, Feuerwehr, Straßenverkehrsbehörde und das Bezirksamt ermittelt, wie ein Osterstraßenfest nach dem Umbau aussehen könnte und einen vorläufigen Plan zur Durchführung des Osterstraßenfests erarbeitet. Durch den Osterstraßenumbau haben sich die Flächen grundlegend verändert. Die tiefen Parkplätze quer zur Fahrbahn sind verschwunden. Dort war bislang viel Platz für Buden und sogar ausreichend Platz für größere Fahrgeschäfte, wie eine Hüpfburg oder ein Kinderkarussell. Verschwinden sollen diese Attraktionen für Kinder nicht. Deshalb sieht der vorläufige Plan vor, dass die Fahrgeschäfte im Unna-Park und ein Kasperletheater auf dem Fanny-Mendelssohn-Platz aufgestellt werden.

Flohmarkt schrumpft 2017 deutlich

Der Umbau der Osterstraße führt dazu, dass der Flohmarkt auf etwa ein Viertel schrumpft. Zudem beschränken sich die Flächen für Flohmarktverkäufer wohl weitestgehend auf den oberen Teil der Osterstraße, also zwischen Methfesselstraße und Schopstraße. Bislang verteilte sich der Flohmarkt auf die Gehwege entlang der Osterstraße, doch das funktioniert nun nicht mehr. Die Flohmarktstände befanden sich größtenteils auf dem Gehweg hinter den Buden, die in den ehemaligen Parkbuchten aufgebaut waren. Dadurch, dass die Buden nun teilweise auf den Gehweg ausweichen, muss der Flohmarkt auf den oberen Abschnitt konzentriert werden. Der Flohmarkt schrumpft deutlich von 1.628 auf 367 laufende Meter. Im April wird die Bauabschnitt Schwenkstraße bis Hellkamp abgeschlossen sein. Dafür wird einseitig zwischen Hellkamp und Schopstraße gebaut. Ob der Flohmarkt auf die gegenüberliegenden Seite der Baustelle erweitert werden kann, ist zum jetzigen Zeitpunkt unklar.

Weniger Buden durch Umbau

Nicht nur der Flohmarkt muss mit weniger Platz auskommen, auch für die Budenbetreiber ist weniger Platz auf der Osterstraße. Insgesamt werden vom Betreiber Schankwerk nach der jetzigen Planung nur noch 678 laufende Meter ausgewiesen. Das sind 276 laufende Meter wenigen, als vor dem Umbau. Dies liegt zum einen an der Neugestaltung der Parkplätze und zum anderen an der Bebauung des Gehwegs. Durch die Inseln um die Bäume, Fahrradständer und Bänke wird die verfügbare Fläche kleiner.

Rettet das Bezirksamt das Fest?

Verein und Betreiber wollen trotz deutlicher finanzieller Einbussen, auch in diesem Jahr das Osterstraßenfest ausrichten. Aber durch die stark reduzierte Fläche für Aussteller werden Schankwerk gegenüber den letzten Jahren rund 40.000 Euro an Standmieten fehlen. Birke von Schankwerk hat daher deutlich gemacht, dass das wirtschaftliche Risiko für Schankwerk nur tragbar wird, wenn der Osterstraße e.V. auf die vereinbarte Fixzahlung von 25.000 Euro verzichtet.

Welchen Anteil das Bezirksamt bei der Rettung des Osterstraßenfest 2017 leisten wird, ist noch unklar. Denkbar wären beispielsweise geringere Sondernutzungsgebühren für die Veranstalter.

Das Osterstraßenfest ist das größte Straßenfest in Eimsbüttel und für viele Eimsbütteler ein fester Termin im Kalender.

Update vom 15.02.2017 11:30 Uhr

Der Osterstraße e. V. hat heute Antrag beim Bezirksamt Eimsbüttel gestellt. Der Verein ermöglicht das Fest durch den Verzichtet auf seine Einnahmen für die Ausrichtung. Damit entlastet der Verein den Betreiber Schankwerk. Grund für den finanziellen Engpass sind fehlende Standmeter nach dem Osterstraßenumbau.

 

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