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Straßenschild Weckmannweg. Foto: Robin Eberhardt
Straßenschild Weckmannweg: Foto. Robin Eberhardt
Geschichte

Straßennamen in Eimsbüttel: Weckmannweg

Osterstraße, Hoheluftchaussee, Gärtnerstraße: lebendige Einkaufsstraßen in Eimsbüttel und all die kleineren und kleinen Wohnstraßen – woher haben sie ihre Namen? Die Eimsbütteler Nachrichten klären in lockerer Folge auf…

Von Robin Eberhardt

Der Weckmannweg ist eine kurze und charmante Wohnstraße, zwischen der Lappenbergsallee und der Rellinger Straße. Dort gibt es viele schöne, mehrgeschossige Wohngebäude und kaum Autoverkehr.

Musikalische Ausbildung in Dresden

Der Weckmannweg ist nach Matthias Weckmann, einem deutschen Komponisten und Organisten, benannt. Sein Geburtsdatum ist nicht genau bekannt, es wird davon ausgegangen, dass er zwischen Ende 1615 und Anfang 1617 geboren wurde. Sein Vater, Jacob Weckmann, arbeitete zuerst als Schulleiter und wurde 1628 Pfarrer in Oppershausen.

Ein Blick in der Weckmannweg. Foto: Robin Eberhardt
Ein Blick in der Weckmannweg. Foto: Robin Eberhardt

Der Vater brachte Matthias nach Dresden, wo er ab 1628 Kapellknabe und Mitglied der Dresdner Hofkapelle war. In Dresden erhielt er von Caspar Kittel Gesangsunterricht und Orgelunterricht von Johann Klamm.

Studium in Hamburg an der St. Petri Kirche

Der Komponist Heinrich Schütz überwachte nach seiner Rückkehr aus Italien die musikalische Ausbildung von Weckmann. Von Schütz lernte er auch das Komponieren und zwischen den beiden entwickelte sich ein gutes Verhältnis, Weckmann bezeichnete Schütz als seinen väterlichen Freund.

Eckhaus aus der Jugendstilzeit. Foto. Robin Eberhardt
Eckhaus aus der Jugendstilzeit. Foto. Robin Eberhardt

Er nahm im Februar 1631 als Sänger der Sächsischen Hofkapelle am Leipziger Konvent teil und ein Jahr später war er Organist am Dresdner Hof. 1633 nahm in sein Mentor Schütz mit nach Hamburg, wo er als Stipendiat des sächsischen Kurfürsten bei Jacob Praetorius, dem Organisten der St. Petri Kirche, studieren sollte.

Zwischenzeitliches Engagement in Dresden

Weckmann kehrte 1636 oder 1637 von Hamburg nach Dresden zurück und wurde an der kurfürstlichen Schlosskapelle Organist. Er wurde dort zum Hoforganisten und ab 1642 war er auch Betreuer und Ausbilder der Discantisten.

Auch Nachkriegsbauten stehen im Weckmannweg. Foto: Robin Eberhardt
Auch Nachkriegsbauten stehen im Weckmannweg. Foto: Robin Eberhardt

Nach 1637 unternahm er 1642 mit der kurprinzlich-sächsischen Kapelle eine zweite Reise nach Dänemark, wo er von Kronprinz Christian zum Kapellmeister am Prinzenhof in Nykøbing berufen wurde. Als der Prinz 1647 starb, kehrte Weckmann nach Dresden zurück, wo er seine Stelle als Hoforganist wieder aufnahm.

Ab 1655 Organist in Hamburg

Weckmann wurde im Jahr 1649 zum Inspector der Hofkapelle befördert und obwohl er dort ein gutes Auskommen hatte, bewarb er sich 1655 auf die Organistenstelle in der Hamburger St. Jacobi Kirche.

Ein Relief an einer Jugendstilfassade. Foto: Robin Eberhardt
Ein Relief an einer Jugendstilfassade. Foto: Robin Eberhardt

Bei seinem Probespiel überzeugte und wurde am 27. November 1655 zum Organisten und Kirchenschreiber in der Jacobikirche. 1660 erwarb er die Bürgerrechte der Hansestadt und gründete in den folgenden Jahren zusammen mit anderen führenden Musikern der Stadt das Hamburger Collegium musicum.

Zwei Mal verheiratet

Weckmann war zwei Mal verheiratet, seine erste Frau Regina ehelichte er 1648, mit ihr hatte er acht Kinder. Nachdem diese 1665 verstarb, heiratete er 1669 Catharina, mit der er drei weitere Kinder zeugte.

Am 24. Februar 1674 starb Weckmann in Hamburg. Am 1 März wurde er in einem Familiengrab unter der Orgel in der St. Jacobi Kirche beigesetzt.

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