arrow_back_ios Eimsbütteler Nachrichten
fullscreen Beiersdorf informiert Kleingärtner und Anwohner
Das Beiersdorf-Auditorium war voll besetzt. Foto: Fabian Hennig

Kleingärtenverkauf

Beiersdorf informiert Kleingärtner und Anwohner

Die Beiersdorf AG und die Stadt Hamburg informierten gestern Abend über den Grundstücksverkauf der angrenzenden Kleingartenfläche. Die langerwartete Informationsveranstaltung wurde dann auch ein Abend über die Zukunft des DAX-Konzerns in Eimsbüttel. Die Durchführung verlief ruhig und ohne Zwischenfälle.

schedule Lesezeit ca. 3 min.

“Wir haben keine Pläne, auf dem Gelände zu bauen”, versicherte Beiersdorf-Vorstandsmitglied Zhengrong Liu den Anwesenden zum Grundstückskauf. Und weil im Publikum öfters nachgefragt wurde, warum Beiersdorf das Gelände kaufen möchte, wiederholte er diesen Satz. Und Bezirksamtsleiter Kay Gätgens sagte dazu, es gebe derzeit nicht einmal Ausgleichsflächen.

Auch wenn während der Veranstaltung nicht alle Bürgerfragen abschließend geklärt werden konnten oder auf unterschiedlichen Sichtweisen beruhen, wurden an diesem Abend die Bürgerfragen von den Vertretern von Beiersdorf und der Stadt Hamburg bestmöglich beantwortet. Das lag auch daran, dass sich die Podiumsvertreter Liu, dem Staatsrat der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation, Dr. Rolf Bösinger, und Bezirksamtsleiter Kay Gätgens anscheinend gut auf den Ansturm der interessierten Bürger vorbereitet hatten. Der eigens für diese Veranstaltung engagierte Moderator Maik Bohne verdeutlichte die Absicht der Organisatoren, den Abend nicht eskalieren zu lassen.

Viele Fragen der Bürger

Nach Begrüßung des Plenums durch Zhengrong Liu übernahm Moderator Bohne die Führung durch den Abend. Nach drei Kurzvorträgen der Podiumsteilnehmer, die die jeweiligen Gründe des Grundstückskaufs aus Sicht von Beiersdorf, der Stadt und dem Bezirk erläuterten, wurde den Anwesenden Zeit eingeräumt, ihr Anliegen vorzutragen.

Dazu sammelte Bohne immer eine Hand voll Fragen und gab sie an die Experten weiter. Dass dabei immer mal wieder Fragen verloren gingen oder durch Zusammenfassen mehrerer Themen nicht explizit beantwortet wurden, tat dem Abend keinen Abbruch. In einigen Fällen meldeten sich die Fragesteller auch wieder.

Innerhalb zwei Stunden Fragezeit wurden viele Themenkomplexe angesprochen: Intransparenz beim Planungsprozess, erhöhtes Verkehrsaufkommen, Verkehrssicherheit, Luftverschmutzung, Grünflächenvernichtung, Erholungsflächen, Entschädigung der Anwohner, nicht nur der Kleingärtner, Versicherungsschutz bei nahestehenden Gebäuden, Wertminderung bei den Eigentumswohnungen, Versiegelung der Oberflächen.

Bösinger und Liu boten Anwesenden sogar persönlich an, sich um ihre Belange zu kümmern und Kontakte zu Behörden herzustellen. Zum Beispiel für einen Fußgängerüberweg bei der angrenzenden Schule.

Moderator Maik Bohne, Chenglong Liu, Bösinger, Gätgens. (v.l.n.r.). Foto: Fabian Hennig
Moderator Bohne, Liu, Basinger und Gätgens. (v.l.n.r.). Foto: Fabian Hennig

Unklarheiten über die Fläche

Wer genau hinhörte, dem wurde klar, dass die finale Fläche noch nicht fix ist. Während Immobilien-Chef Best sagte, dass Beiersdorf eine weitere zusätzliche Kleingartenfläche benötige, erwähnte Gätgens, dass Beiersdorf eventuell auch weniger Fläche bebauen könnte.

Zwischen den von der Stadt veräußerten Kleingärten liegt ein Gelände mit rund 50 Parzellen, das in Privatbesitz ist. Dazu sagte Best: “Wenn wir uns perspektivisch auf der gekauften Fläche entwickeln wollen, dann benötigen wir zusätzlich die andere Grundstücksfläche.” Beiersdorf hat sich in den Kaufvertrag schreiben lassen, dass die Stadt Hamburg sie beim Erwerb dieses Grundstückes unterstützen wird. Wie teuer das wird, kann derzeit nicht gesagt werden, weil mit jedem Besitzer einzeln verhandelt werden muss. “Wir halten es für unmöglich, jeden einzelnen Grundeigentümer zu überzeugen”, gab Best zu.

Dass Beiersdorf auf weniger Fläche ihre Produktionsanlagen stellen könnte, wurde durch eine Aussage von Gätgens klar: “Wie viel dieser 12 Hektar Kleingartenfläche müssen eigentlich in Anspruch genommen werden? Es könnte ja auch sein, dass es nur ein kleinerer Anteil ist und der Rest nicht in Anspruch genommen werden muss.” Die Option, dass Beiersdorf sogar nur einen Teil des Geländes bebaut, steht nun zumindest im Raum.

Baustellenlärm für die nächsten Jahre

Nicht nur mit dem Verkauf der Kleingartenfläche kommen große Veränderungen auf den Bezirk zu. Das wurde an diesem Abend noch einmal deutlich. Mit dem neuen Beiersdorf-Hauptquartier in der Troplowitzstraße soll auf dem jetzigen Gelände an der Unnastraße ein großes Stadtquartier entstehen. Um die Pensionen der Mitarbeiter zu erhalten, sollen nach Bezug des neuen Headquarters Mietwohnungen entstehen, versicherte Stefan Best. Weil es sich eben um ein Wohnviertel handele, hätte Beiersdorf sich gegen den Standort als Zentrale entschieden.

Der erste Spatenstich für das rund 230 Millionen Euro teuer Bauvorhaben soll Anfang 2018 stattfinden, die Baumaßnahmen sollen im August 2021 abgeschlossen sein. Im Anschluss würde höchstwahrscheinlich der Umbau an der Unnastraße beginnen. Darüber werde Beiersdorf in den nächsten Monaten noch informieren, sagte Best. Für die Eimsbütteler dürfte es in den nächsten Jahren zu weiteren Verkehrseinschränkungen und Baulärm in der Gegend kommen.

 

Anzeige

News

23. Mai 2019

Stadtentwicklung
Die ersten Entwürfe für das neue Stadtquartier

Bis zu 900 Wohnungen sollen auf dem Beiersdorf-Gelände entstehen. Am Samstag stellen die Planer ihre ersten Entwürfe vor. Wie wird das Quartier aussehen? Welche Vorgaben haben sich für die Planer ...

Vanessa Leitschuh
23. Mai 2019

Europawahl
CDU-Kandidat Heintze fordert strengere Regeln für Migration

Der Hamburger CDU-Kandidat für die Europawahl Roland Heintze will mit einer klaren Linie im Bereich Migration überzeugen. Sonst gäbe es nicht nur auf politischer, sondern auch auf gesellschaftlicher Ebene ein ...

Catharina Rudschies
23. Mai 2019

Vandalismus
Update: Scheiben von FDP und Grünen eingeschlagen

In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag sind die Scheiben des Abgeordnetenbüros der FDP und des Parteibüros der Grünen Eimsbüttel eingeschlagen worden. Die Tat könnte politisch motiviert sein, da am ...

Catharina Rudschies
22. Mai 2019

Eimsbüttels Artists
Tonbandgerät: Viel Lärm um viel

Ein Tonbandgerät kann Momente aufnehmen, speichern und auf Knopfdruck abspielen lassen. Das faszinierte eine Eimsbütteler Musikgruppe so sehr, dass sie sich nach dem analogen Gerät zur Tonaufzeichnung benannte. Während der ...

Alicia Wischhusen
22. Mai 2019

Europawahl
Fit für die Zukunft? “Wir müssen Innovationen fördern”

Hamburg ist ein starker Wirtschaftsstandort. Trotzdem hinken wir im internationalen Vergleich hinterher, wenn es um Digitalisierung und Innovationen geht. Wie können wir das ändern? Ein Gespräch mit dem FDP-Kandidaten für ...

Catharina Rudschies
22. Mai 2019

Partizipation
Schnelsener Zentrum gestalten: Bürgerbeteiligung online möglich

Bis zum 14. Juni können Bürger Anregungen und Ideen zur Mitgestaltung der Frohmestraße als Schnelsener Zentrum online einreichen. Die Themen reichen von Verkehr bis Freizeitgestaltung. ...

Sahra Vittinghoff
22. Mai 2019

Europawahl
“Der Klimakrise mit geballter Kraft entgegentreten”

Der Klimawandel ist eines der dringendsten Themen unserer Zeit. Wir sprachen mit der Eimsbüttelerin und Landesvorsitzenden der Grünen Anna Gallina, warum eine Klimapolitik auf europäischer Ebene so wichtig ist. ...

Catharina Rudschies
21. Mai 2019

Europawahl
Wie betrifft uns die Politik der EU? Ein Gespräch zur Europawahl

Steckt die Europäische Union (EU) in einer Krise? Und wie betrifft uns als Eimsbütteler die Politik der EU? Ein Gespräch mit dem Hamburger SPD-Kandidaten für die Europawahl Knut Fleckenstein über ...

Catharina Rudschies
21. Mai 2019

Klima
Uni Hamburg: Außenminister Maas informiert sich zur Klimaforschung

Bei einem Besuch an der Universität Hamburg hat sich der Außenminister Heiko Maas über die Klimaforschung informiert. Maas sprach dabei auch die politische Bedeutsamkeit zuverlässiger Studien an. ...

Alicia Wischhusen
21. Mai 2019

Bezirkswahlen
Piraten fordern im Bezirk mehr Transparenz und Beteiligung

Digitale Systeme haben das Potenzial, Transparenz und Bürgerbeteiligung in der Politik zu stärken. Martin Siebert-Schütz, Spitzenkandidat der Piraten für die Bezirkswahl in Eimsbüttel, erklärt im Interview, warum das gerade in ...

Catharina Rudschies
20. Mai 2019

Bezirksversammlung
FDPler und Ex-AfDler gründen Fraktion in Eimsbüttel

Seit Freitag besteht in der Bezirksversammlung Eimsbüttel das Bündnis "Liberale Fraktionsgemeinschaft Eimsbüttel". Das FDP-Mitglied Müller-Sönksen hat sich darin mit zwei ehemaligen AfD-Mitgliedern zusammen geschlossen. Wie kam es dazu? ...

Alicia Wischhusen

Unsere Partner

Anzeige