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So stellt sich die Verkehrsbehörde den Straßenzug der Zukunft vor. Rechts die Vorrangflächen für Carsharing-Fahrzeuge. Visualisierung: BMW
So stellt sich die Verkehrsbehörde den Straßenzug der Zukunft vor. Rechts die Vorrangflächen für Carsharing-Fahrzeuge. Visualisierung: BMW
Kommentar

Carsharing-Projekt „first mover“: Flop oder Top

Was bedeutet es für eine Carsharing – Studie, wenn nur 15 Menschen aus zwei Stadtteilen demnach ihr Auto letztendlich abgeben wollen? Dass im Stadtteil kein Interesse an solchen Angeboten besteht? Oder die Studie falsch angegangen wurde? Weder noch. Es ist eine Sache der Betrachtung.

Von Johanna Hänsel

18 Uhr, halb Eimsbüttel kommt von der Arbeit und ist auf Parkplatzsuche. Fluchend werden Runden gedreht, aber nichts zu machen, auf den Straßen stehen die Autos schon kreuz und quer und dicht geparkt; einen Parkplatz zu finden kann länger dauern.

Lösungsansätze sind rar. Ansätze wie das „e-Quatier„, Verbesserung des Fahrradverkehrs und des HVV und zahlreiche Carsharing-Angebote sind zwar gut, aber bisher nicht ausreichend erfolgreich. Der Parkplatzdruck ist nach wie vor ein großes Problem.

Jetzt hat die Stadt Hamburg aber eine Möglichkeit präsentiert, wie es doch gehen soll. Eine Studie soll Erkenntnisse darüber liefern, was passieren müsste, damit Haushalte und einzelne Personen ihr Auto abschaffen würden. Die Befragung von 563 Personen aus Eimsbüttel und Ottensen sollte die individuellen Hintergründe aufzeigen, ein Auto zu besitzen und zu fahren oder eben auch nicht. Abgesehen von der Analyse der allgemeinen Mobilitätsbedürfnisse sollten so sogenannte potenzielle „first mover“ identifiziert werden. Leute, die ihr Auto nur wenig nutzen und es auch nicht zwingend brauchen, sollen durch bessere individualisierte Carsharing-Angebote und neue Stationen davon überzeugt werden, ihr Auto abzuschaffen. Ein Carsharing-Fahrzeug könnte angeblich vier bis zehn wenig genutzte Pkw ersetzen. Das hieße demnach weniger gebrauchte Parkplätze, ergo weniger Parkdruck.

So stellt sich die Verkehrsbehörde den Straßenzug der Zukunft vor. Rechts die Vorrangflächen für Carsharing-Fahrzeuge. Visualisierung: BMW

Leihwagen sollen Parkdruck lindern

Mit einem Pilotprojekt will der Hamburger Senat die Bewohner von Eimsbüttel und Ottensen zum Verzicht auf das eigene Auto bewegen. Als Anreiz sollen exklusive Carsharing-Parkplätze dienen – auf Kosten öffentlicher Stellflächen.

Nur 15?!

Doch die Ergebnisse führen zu einem allgemeinen Aufschrei in den Medien. Nur 15 Leute wollen definitiv ihr Auto abgeben. Davon nur sechs in Eimsbüttel. Das erscheint auf den ersten Blick als viel zu wenig. Das Abendblatt schreibt: „Projekt floppt: Kaum ein Hamburger will sein Auto abgeben.“ Der Nahverkehr Hamburg spricht von „geringem Interesse“. Die Zahl ist klein, das ist nicht zu übersehen. Aber das heißt nicht automatisch, dass das Projekt gescheitert ist. Es heißt auch nicht, dass generell kein Eimsbütteler bereit ist, auf sein Auto zu verzichten. Das Projekt ist – auch in Hinsicht Carsharing – ein Schritt in die richtige Richtung.

Das Thema muss kontrovers diskutiert werden, keine Frage. Kann Carsharing wirklich die Lösung sein, um Parkplatzprobleme in den Stadtteilen zu lösen? Nein, völlig aus der Welt schaffen kann das Projekt das Problem sicherlich nicht. Auch über die Repräsentativität der Studie kann gestritten werden. Tatsache ist aber, dass Lösungen entwickelt werden müssen, um die Situation zu verändern. Das Projekt „first mover“ ist daher nur ein Anfang, der zur Diskussion anregen und einen Entwicklungsprozess in Gang setzen kann.

Eben einfach 15

Die Zahl 15 ist insofern weder negativ noch positiv zu bewerten. Es ist schlichtweg eine Aussage, eine Zahl, die man nutzen kann, um weitere Fragen zu stellen. Fragen wie, was passieren müsste, damit die Menschen bereit wären, ihre Autos abzugeben. Woran liegt es, dass es nur 15 sind? Wie müssen Carsharing Angebote in Zukunft gestaltet sein, um attraktiver zu werden? Müssen Preise und Verfügbarkeiten verändert werden? Braucht es größere Autos, damit Familien ihre Kinderwagen ins Auto bekommen können? Oder braucht es bessere Busverbindungen?

All das sind Fragen, die das Projektteam sich nun stellen muss. Und mehr Gewichtung darf man der Studie sonst nicht beimessen. In den Bürgerworkshops Anfang April hatten Ottensener und Eimsbütteler die Möglichkeit, ihre Ideen und Gedanken mit einzubringen. Die Bürger der Stadtteile müssen sich auf die Diskussion einlassen. Immer nur zu sagen, dass sich sowieso nichts ändert, dass alle Projekte immer die falschen Ansätze sind und die Studie falsch angegangen wurde, hilft nicht weiter. Wenn das so ist, dann ist die Frage, was hätte anders sein müssen? Jetzt hat man vielleicht die Möglichkeit, das mittzuteilen. Ohne einen Anfang kann es keine Veränderung geben.

Mobilität der Zukunft in Eimsbüttel

Wie sieht die Mobilität der Zukunft in Eimsbüttel aus? Gehört das Auto bald der Vergangenheit an? Ersetzen Roboter die Paketboten? Wie steht es um die Fahrradwege in Eimsbüttel? Gemeinsam mit Studierenden der Uni Hamburg haben die Eimsbütteler Nachrichten ein Dossier erstellt, das eine Bestandsaufnahme und den Blick in die Zukunft der Mobilität in Eimsbüttel bietet.

Das Projekt als Denksanstoß

Die Studie darf auf jeden Fall nicht als ein Anzeiger dafür beurteilt werden, dass Eimsbütteler nicht offen für Carsharing sind oder ihr Auto auf keinen Fall abgeben wollen. Natürlich gibt es auch hier im Stadtteil Vielfahrer, die ihr Auto brauchen. An die richtet sich das Projekt aber gar nicht. Außerdem haben manche Einwohner gar kein Auto mehr oder besaßen nie eins. Auch diese Leute waren Teil der Studie. Die Zahl 15 darf also nicht mit geringem Interesse gleichgesetzt werden. Oder zumindest ist das nicht der Punkt, den man aus der Studie ziehen sollte. Die Studie bringt keine Umwälzung, aber es ist ein Denkanstoß in einem langen Prozess; nur als solcher sollte sie interpretiert werden.

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