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Die eingeschlagene Scheibe im zweiten Stock. Foto: Fabian Hennig
Anschlag

Erneuter Anschlag auf Kulturverein

Am Dienstag Abend gab es wieder einen Anschlag auf den türkischen Kulturverein am Eimsbütteler Marktplatz. Die Täter warfen eine Scheibe ein und beschmierten die Haustür. Innerhalb von neun Monaten ist es der zweite Anschlag.

Von Fabian Hennig

Gegen 22:00 Uhr am Dienstag Abend wurde einem türkischen Kulturverein am Eimsbütteler Marktplatz eine Scheibe eingeworfen und die Haustür mit einem PKK-nahen Spruch besprüht, so die Polizei. Eine Zeugin, die unter dem Verein einen Coworking-Space betreibt, hatte den Vorfall bemerkt und die Polizei verständigt.

Noch vor Eintreffen der Beamten waren der oder die Täter geflüchtet, eine sofortige Fahndung blieb erfolglos. Der Spruch auf der Haustür wurde früh morgens vom Kulturverein entfernt. Bereits letztes Jahr im November hatte es eine Anschlag auf den Kulturverein gegeben.

„Was Hitler in Deutschland gemacht hat, macht Erdogan nun in der Türkei“

Der Putschversuch in der Türkei hat auch Auswirkungen auf die in Eimsbüttel lebenden Türken. Vor allem Anhänger des Predigers Fethullah Gülen und seiner Hizmet-Bewegung haben Angst – warum, erklärt der Vorsitzende der Hizmet-Einrichtung Forum Dialog Hamburg, Okan Türkyilmaz, im Interview.

Die Betreiberin des Coworking-Space „Rockzipfel“ Linda Heydrich-Liu war gerade im Keller, als die Täter die Scheibe einwarfen. Nachdem sie das Klirren gehört hatte, rief sie die Polizei.

Zu der Frage, ob es sich um mehrere Täter handelt und wie diese aussahen, kann Heydrich-Liu keine Aussage machen. „Die Täter müssen allerdings mich gesehen haben, unsere beiden Etagen waren hell erleuchtet“, sagt sie den Eimsbütteler Nachrichten. Draußen nach den Täter zu schauen, habe sie sich nicht getraut.

Coworking-Space zieht aus

Den Angriff auf den Kulturverein findet sie feige, lieber solle man demonstrieren gehen, wenn man etwas zu sagen hat: „Wir leben in einer Demokratie, in der man sein Gesicht zeigt.“

Zudem sollen die Täter nicht Angst und Schrecken verbreiten – besonders bei Unbeteiligten. Im September wird der von ihr organisierte Coworking-Space nach Alsterdorf ziehen. Auch ein Grund sei der Anschlag im letzten Jahr gewesen. „Wir fühlen uns hier nicht mehr sicher und die Miete ist sowieso zu teuer“, sagt Heydrich-Liu.

Wie auch letztes Jahr ermittelt nun der Staatsschutz. Der damalige Anschlag wurde nicht aufgeklärt und als unbekannte Sache an die Staatsanwaltschaft weitergegeben.

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