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1. Abaton Kino Wie wäre es mal wieder mit einem Besuch im Abaton Kino? Das Filmhaus existiert bereits seit den 70er Jahren am Allende-Platz in Rotherbaum. Sollte sich draußen mal wieder das typische Hamburger Schietwetter breit machen, lässt es sich mit Popcorn und Getränk in den kuscheligen, roten Sitzen gut aushalten. Das aktuelle Programm reicht von Arthaus-Filmen bis hin zu Thrillern. Zum Ausklang warten im Bistro Ziegenkäsegnocci und Mandelküchlein. Foto: vierfotografen
Foto: vierfotografen
Kino

Franz Rogowski ist der „Krieger des Lichts“

Zur Premiere des Films "Lux – Krieger des Lichts" widmete das Abaton dem Hauptdarsteller Franz Rogowski einen Abend. Am Freitag war der Schauspieler neben "Lux" auch zu den Vorstellungen der Filmen "Happy End" und "Fikkefuchs" zu Gast.

Von Nele Deutschmann

Spätestens seit den Erfolgen der Filme „Love Steaks“ und „Victoria“ ist Rogowski aus der deutschen Kinolandschaft nicht mehr wegzudenken. Nun startet ein neuer Film mit ihm in der Hauptrolle: Als Lux – Krieger des Lichts bekämpft er im gleichnamigen Film von Regisseur Daniel Wild soziale Ungerechtigkeit.

Schwarze Maske, Umhang, hartes Training – soweit bedient die Hauptfigur des Films die Superheldenklischees: Wäre der Umhang nicht an einen Trainingsanzug gepinnt und die Maske aus Klebeband gefertigt. In dieser Verkleidung streift Torsten Kachel alias Lux durch Berlin, verteilt Essenspakete an Obdachlose und kämpft gegen Immobilienspekulanten.

Was macht einen Superhelden aus?

Während Torsten im Schichtbetrieb für einen Obst- und Gemüsegroßhandel sein Geld verdient, streitet Lux für die von der Gesellschaft Benachteiligten. Stoisch ignoriert er dabei die Passanten, die ihn in seinem Outfit belächeln. Für seine Mission braucht er keine Superheldenkräfte und kein schickes Kostüm. Für ihn kann auch jemand Schwaches große Stärke zeigen.

Das Abaton Kino am Allende Platz Foto: vierfotografen

Filmreife Auszeichnung

Am Montagabend wurden dreizehn Hamburger Kinos mit den Hamburger Kinopreisen gewürdigt. Unter ihnen befindet sich auch das Abaton, das die höchste Auszeichnung im Wert von 15.000 Euro erhielt.

Wild hat sich bei seinen Recherchen für sein Spielfilmdebüt von der amerikanischen „Real Life Superhero Community“ inspirieren lassen. Während diese in Deutschland weitgehend unbekannt ist, kämpfen in den USA selbsternannte Superhelden gegen das Böse. Prominentestes Beispiel ist dabei Phoenix Jones in Seattle.

Besonders hat Wild bei seiner Arbeit an dem Drehbuch jedoch eine Frage interessiert: „Wie gehen wir als Gesellschaft mit Leuten um, die – vielleicht ein wenig naiv, aber selbstlos – helfen? Warum begegnen wir ihnen nicht positiver, sondern stempeln sie zuweilen sogar als Freaks ab?“

„Film soll sensibilisieren“

So hat er einen Film geschaffen, der behutsam die Entwicklung seiner Hauptfigur zeigt. Eingebettet ist die Auseinandersetzung mit der Figur des liebenswerten Superhelden in eine Rahmenhandlung, die als harte Mediensatire daherkommt. Ein ambitionierter Jungregisseur möchte Lux zum Star einer Webserie machen. Im Auftrag seines feisten Produzenten begleiten er und sein Filmteam den unbedarften Torsten und bringen ihn immer weiter von seiner ursprünglichen Mission ab. Dabei wird für die Klickzahlen auch nicht vor miesen Tricks zurückgeschreckt.

Rogowski brilliert als sensibler Held, der unter die Räder der Medienmaschine kommt. Ob er sich von seiner Figur eine Scheibe abschneidet? „Ich bin eher bemüht, ein möglichst großes Stück vom Kuchen abzubekommen“, antwortet er erstaunlich ehrlich. „Ich weiß, dass ich viel mehr tun könnte.“ Er äußert Bewunderung für die Figur, die er im Film verkörpert. Er versuche zwar auch, ein guter Mensch zu sein, aber so weit wie Lux sei er lange nicht.

„Happy End“

Auf eine andere Art, aber ebenfalls verletzlich, zeigt sich der Protagonist, den Rogowski im Film des Regisseurs Michael Haneke „Happy End“ verkörpert. In dieser französisch-deutsch-österreichischen Koproduktion gibt er den depressiven und trinkenden Underdog einer Bauunternehmerfamilie, die mit drei Generationen unter einem Dach wohnt. Die Krise der Wohlstandsgesellschaft und ihre bürgerliche Kälte offenbaren sich in dieser schwarzen Komödie.

LOGO: “Vorglühen gab es bei uns in den 70er Jahren nicht.”

Das LOGO – beinahe jeder Hanseat kennt den kleinen, schwarzen Schuppen an der Grindelallee. Wir haben uns mit Inhaber Eberhard Gugel getroffen und erfahren, wie er vom BWL-Studenten zum Clubbesitzer wurde, welchen Wert Geld für ihn hat und warum er wusste, dass Gwen Stefani ein Star im Musikbusiness wird. 
Interview: Karoline Gebhardt

Im Gespräch bringt Rogowski die Freude über seine Besetzung zum Ausdruck: „Das ging mir runter wie Butter“, lacht er. Die Arbeit wurde auch dadurch interessant, dass das komplette Set Französisch sprach und nur er auf Deutsch spielte. Besonders gefallen haben ihm die Szenen zwischen der jungen Nachwuchsschauspielerin Fantine Harduin und Jean-Louis Trintignant, für den es vielleicht der letzte Film gewesen sein könnte. Premiere feierte der Film im Mai im Rahmen der 70. Internationalen Festspiele von Cannes.

Zukünftige Projekte

Zum Abschluss des Abends im Abaton führte Rogowski noch in seinen Film „Fikkefuchs“ ein, der bereits im November gestartet ist. Erneut provoziert Regisseur Jan Henrik Stahlberg mit dieser bitterbösen Satire über fehlgeleitete Männlichkeitsideale.

Und auch in naher Zukunft dürfen wir uns über neue Filme mit Franz Rogowski freuen. Auf der Berlinale wird „In den Gängen“ nach einer Kurzgeschichte von Clemens Meyer im Wettbewerb laufen und im April startet „Transit“ nach einem Buch von Anne Seghers.

Verwandter Inhalt

Nach Erfolgen in den achtziger Jahren hat “Ich bin nicht Rappaport” am Donnerstag in den Hamburger Kammerspielen Premiere gefeiert und gezeigt, wie zeitlos das Thema des Stücks ist. Die Geschichte einer Parkbekanntschaft sorgte für zahlreiche Lacher und auch etwas Sentimentalität.

144 Filme aus 56 Ländern in 10 Tagen. Vom 26. September bis zum 5. Oktober zeigen Hamburger Kinos im Rahmen des „Filmfests Hamburg“ nationale und internationale Filmproduktionen. Eimsbüttels Programmkino, das Abaton, ist auch dabei.

Die Hamburger Kammerspiele haben am Donnerstag die neue Spielzeit eröffnet. Die Inszenierung „Was man von hier aus sehen kann“ nach dem Roman von Mariana Leky machte den Auftakt. Ein Abend mit eigenwilligen Charakteren in einem Dorfidyll im Westerland und ein Okapi als Todesbote.

Im Frühjahr 2020 soll in der Osterstraße ein Eisladen von „Luicella’s“ eröffnen. Unter anderem sind dort auch Eis-Workshops geplant.

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