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Der Geschäftsführer des Studierenwerks Hamburg Jürgen Allemeyer leitete die Diskussionsrunde zur Sozialerhebung. Foto: Studierendenwerk Hamburg
21. Sozialerhebung

Hochschulstandort Hamburg: So leben Studierende in der Metropole

Vergangene Woche wurden die Ergebnisse der Befragung von Hamburger Studierenden über ihr Leben in der Hansestadt vorgestellt. Dabei ging es unter anderem um Bildungschancen, finanziellen Möglichkeiten und Wohnverhältnisse.

Von Monika Dzialas

Im Sommersemester 2016 wurde deutschlandweit vom Deutschen Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW) eine Sozialerhebung durchgeführt. Auch in Hamburg wurden 2.075 Studierende zu ihrem Leben und Lernen befragt, um mehr über den Hochschulstandort und die Unterschiede zwischen den verschiedenen Bildungsstätten zu erfahren.

Bildungshindernis sozialer Status

Auf die Frage nach den Schulabschlüssen der Eltern gaben knapp zwei Drittel der Studierenden an, aus akademischen Elternhäusern zu kommen. Nur rund zehn Prozent hingegen haben höchstens ein Elternteil mit einer Berufsausbildung. Dabei wird eine ungleiche Verteilung der Bildungschancen sichtbar.

Anschließend wurde über den zu niedrigen Bafög-Satz diskutiert. Dieser sei laut dem Geschäftsführer des Studierendenwerks Jürgen Allemeyer nicht am Bedarf orientiert und müsse erhöht werden, „wenn man wirklich das Ziel hat, unabhängig vom sozialen Status Bildungswege zu eröffnen“. So sind Studierende weiterhin hauptsächlich auf die finanzielle Unterstützung durch ihre Eltern und eigene Nebenjobs angewiesen.

Wo wohnen viel kostet

Eine finanziell stabile Lage ist nicht nur für den studentischen Alltag wichtig. Auch die Wohnsituation muss gesichert sein. Das Leben in einer Wohngemeinschaft liegt immer noch im Trend und ist sogar „beliebter geworden in den letzten Jahren“, bemerkt Schirmer. Knapp Dreiviertel der Studierenden wohnt entweder allein, mit dem Partner oder in einer Wohngemeinschaft und bezahlt durchschnittlich 374 Euro Miete. Etwa 20 Prozent wohnen hingegen noch bei ihren Eltern und nur rund neun Prozent in einem Wohnheim.

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Die Mitglieder der Studentenorganisation oikos Hamburg e.V.

Studenten für nachhaltige Wirtschaft und Klimaschutz

Wer sich neben dem Studium sozial engagieren möchte, kann dies in Hamburg sehr einfach tun. Eine Möglichkeit dafür ist als Teil der Studentenorganisation Oikos Hamburg e.V.

Trotz öffentlicher Förderung des Wohnheimbaus liegt die monatliche Miete bei über 350 Euro. Somit reicht der im Bafög integrierte Mietanteil von 250 Euro nicht aus, um ohne weitere finanzielle Hilfen die monatlichen Unkosten zu decken. Dadurch birgt auch das Wohnen in Hamburg eine ungleiche Chance für ein Studium.

Teures Pflaster Hamburg

Zu den Ausgaben für die Miete kommen noch Lebenshaltungskosten hinzu, die „in Hamburg als bedeutender Metropolstadt deutlich höher sind als im Bundesdurchschnitt“, berichtet Allemeyer. Demnach zahlen Studierende monatlich rund 189 Euro für Lebensmittel, das sind 20 Euro mehr als der bundesweite Durchschnitt.

Das Völkerkundemuseum möchte sich wandeln, wie auch auf der Internetseite zu sehen ist. Quelle: Screenshot Völkerkundemuseum

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Dennoch zieht es weiterhin jedes Semester viele junge Leute nach Hamburg. Nur gut ein Drittel der Studierenden hat in Hamburg das Abitur gemacht.

Gründe für Unterbrechungen

Kritisch beäugt wurde auch das eingeführte Bachelor/Master-System bezüglich der Unterbrechung des Studiums. Gründe hierfür seien laut der Studie neben Auslandsaufenthalten hauptsächlich „Zweifel am Sinn des Studiums“ und „akute gesundheitliche Probleme“. „Das verdeutlicht, dass viele Studierende unter Druck von außen sehr zu leiden haben“, kritisierte eine Studentin aus dem Publikum.

"Aktive Mittagspause" mit Frau Dr. Angelika Paschke-Kratzin. Foto: Monika Dzialas

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Neben der neuen Organisation des Studiums spielt aber auch der soziale Status eine Rolle. Studierende ohne akademisches Elternhaus unterbrechen häufiger ihr Studium. Erstaunlich sei nach Schirmer jedoch, dass auch Studierende mit doppelt akademischem Elternhaus häufig ihre Uni-Laufbahn unterbrechen.

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