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Kleingartenvereine in Eimsbüttel
Sturm auf die Laube: Grüne Oasen wie diese Eimsbütteler Parzelle sind seit Beginn der Pandemie heiß begehrt. Foto: Vanessa Leitschuh
Schrebergärten

Kleingärten in Eimsbüttel: Nur die, die warten kommen in den Garten

Die Laubenliebe der Hamburger boomt: Schon vor der Pandemie waren Kleingärten begehrt. Corona hat den Ansturm auf die grünen Flecken Stadt noch verstärkt. Wie ist die Lage in Eimsbüttels Gartenvereinen?

Von Vanessa Leitschuh

Die Sehnsucht nach einem eigenen Stück Grün in der Stadt ist groß. Stellten sich alle der Reihe nach auf, die in Hamburg auf ihr Stück Paradies warten, bekäme die Schlange vor dem Garten Eden wohl Konkurrenz.

Aber nicht Gott entscheidet hier, wer in den Garten kommt, sondern die Kleingartenvereine. Und die sind längst überfordert vom Andrang der Gartenlosen. Auch wenn sie sich in Parzellenzahl und Wartelistenlänge stark unterscheiden, sind sich die befragten Eimsbütteler Vereine einig: Corona hat die Nachfrage nach Gärten vervielfacht.

Beten für Beete

“Haben wollen sie alle einen.” Werner Matzel ist Erster Vorsitzender des Horst Niendorf, mit 207 Parzellen einer der größten Vereine im Bezirk. Rund 30 bis 50 Anfragen muss der Gartenbauverein pro Woche bearbeiten, die Warteliste ist „sehr lang“.

Der Stellinger Verein Up de Högen bekommt derzeit wöchentlich so viele Bewerbungen wie vor der Pandemie im ganzen Monat. Rund 400 Bewerber bei 100 Parzellen stehen auf der Liste. Seit Anfang des Jahres ist sie geschlossen.

Weniger Kündigungen

Auch der Lokstedter Gartenverein Döhrnkamp hat einen Bewerberstopp verhängt, weil sie nicht mehr alle Anfragen bearbeiten konnten. “Die Wartezeit für einen Garten lag früher bei circa zwei Jahren. Zurzeit können wir darüber keine Aussage machen”, erklärt Erste Vorsitzende Ute Wieggrebe. Die Lage hier: 79 Parzellen, ebensoviele Wartende, keine Kündigungen.

Denn gekündigt werde seit der Pandemie seltener, berichten einige Vereine. Gärtnernde hielten länger an ihrem Grün fest. “Wenn ein Pächter seinen Garten nicht mehr pflegen kann, unterstützen ihn die Kinder, damit er nicht kündigen muss”, berichtet ein Verein. “Das war vor Corona nicht so.”

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Kleingartenvereine in Eimsbüttel

Rund 3.900 Kleingärtner in 47 Gartenvereinen bewirtschaften in Eimsbüttel ihre Parzellen. Zum Vergleich: Die Anzahl der Eimsbütteler Sportvereine liegt bei 50.

Parzellen in kleinen Kolonien

Besonders lang sind die Wartezeiten in kleinen Anlagen: Der 34-Parzellen-starke Verein Hohe Weide rechnet mit 12 Jahren, der Eidelstedter Kollenhof e.V. mit bis zu 15 Jahren.

Die Gartenfreunde Niendorfer Edelweiß mit 40 Parzellen erreicht etwa das 50-fache an Bewerbungen seit Frühjahr 2020. Zwar kommt nicht jeder Interessent auf die Liste – “nur Bewerber, die aus kleingärtnerischer Sicht geeignet sind” – doch bei 10 bis 20 Wartenden und im Schnitt einem Parzellenwechsel im Jahr, kommt man auf eine Wartezeit von ein bis zwei Jahrzehnten für neue Bewerber.

Das große Geschäft mit kleinen Gärten

Das erinnert an Wartezeiten wie auf einen Trabi in der DDR. Und wo die Nachfrage das Angebot übersteigt, gibt es bekanntlich satte Gewinne. Auf ebay Kleinanzeigen bietet ein Nutzer aus Schnelsen 10.000 Euro für einen Kleingarten. So wie eine junge Familie aus Eimsbüttel, die in der Anzeige sogar mit Familienfoto post. Ein Nutzer aus Wandsbek bietet 40.000 Euro mit dem Hinweis: „Bei dem Preis werden wir uns schon einig.“

„Einige denken, sie könnten jetzt das dicke Geschäft machen“, sagt Werner Matzel. Zwar werde bei einem Pächterwechsel der Wert der Parzelle ermittelt, doch zahlen die neuen Pächter auch mal mehr an den Vorgänger. „Wenn derjenige, der den Garten haben will 50.000 Euro statt der ermittelten 2.000 Euro gibt, ist das seine Sache. Er hat die Wertermittlung gesehen und unterschrieben.“

Kleingärten mehr genutzt

Aber nicht nur bei Gartenlosen sind die grünen Oasen beliebter geworden. Derzeitige Pächter nutzten ihre Gärten deutlich häufiger als vor der Pandemie. “Alle haben gegrillt und gebaut wie verrückt”, erzählt Mike Lorenzen vom Gartenverein Rahweg. Der Verein freute sich über die rege Nutzung, aber hatte auch neue Probleme zu bewältigen. Müllstationen liefen über, Abgießstationen für Chemietoiletten mussten oft abgelassen werden. Bei der Auswahl der Pächter ist Lorenzen deshalb gründlich: Mit jedem Bewerber führt er ein Einzelgespräch, bevor er auf die Warteliste kommt. „Wir wollen keine Grilltouristen.“

Zum Schluss gibt Lorenzen neuen Anwärtern aber noch Hoffnung: „Solange die Pandemie anhält, wird es schwer, einen Garten zu bekommen. Aber wenn die Leute wieder fliegen können, wird die Liste kleiner.“ Wer sich dennoch direkt um einen Kleingarten bemühen will, kann sich beim „Landesbund der Gartenfreunde Hamburg“ auf eine zentrale Interessentenliste setzen.

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