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Bernd Lehmitz hat Ärger mit den neuen Mietern seiner Weinstube.
Bernd Lehmitz hat Ärger mit den neuen Mietern seiner Weinstube. Foto: Christiane Tauer
Gastronomie

Plötzlich Baustopp: „Lehmitz Weinstuben“ im Clinch mit neuen Mietern

Eigentlich wollte „Otto’s Burger“ in die ehemalige Weinstube an der Faberstraße ziehen. Der Umbau hatte bereits begonnen. Doch dann kam alles anders.

Von Christiane Tauer

Es hätte alles funktionieren können. Als Bernd Lehmitz die Lehmitz Weinstuben Anfang des Jahres nach 95 Jahren schloss, stand schnell ein Nachmieter fest: Otto’s Burger wollte in die Räumlichkeiten an der Faberstraße ziehen.

Nach mehr als einem halben Jahr lassen die Burger noch immer auf sich warten – und Bernd Lehmitz fragt: „Wo sind unsere neuen Betreiber geblieben?“

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Baustelle im „Lehmitz“ ruht seit Monaten

Der 63-Jährige sitzt im ersten Stock des Mehrparteienhauses, das ihm gehört und sieben Wohnungen sowie die Gewerbefläche im Erdgeschoss umfasst. Dass sich jetzt direkt unter seiner Wohnung eine ruhende Baustelle befindet, hätte er vor einigen Monaten nicht gedacht. „Es lief alles gut an“, sagt er.

Zum 1. März habe Otto’s Burger die 300 Quadratmeter große Fläche angemietet.

Kein Stein blieb auf dem anderen

Bernd Lehmitz hatte zuvor eine Anzeige in Immobilienportalen geschaltet und viele Zuschriften erhalten. Er entschied sich für den Burgerladen, weil er das Konzept gut fand und wieder Leben in das Viertel nahe der Apostelkirche bringen wollte.

Im Rückblick sagt er zu dieser Entscheidung: leider. Denn schnell merkte Lehmitz, der 45 Jahre den von seinem Vater gegründeten Betrieb geführt hatte und im Februar in den Ruhestand ging, dass die neuen Mieter keinen Stein auf dem anderen lassen wollten. „Sie haben alles rausgerissen.“

Teilweise tragende Wände entfernt

Zunächst sei das aus seiner Sicht vollkommen in Ordnung gewesen, erzählt er. Doch dann sei das Ausmaß immer größer geworden.

Hinten rechts ist ein Durchbruch zum Keller geschaffen worden. Foto: Bernd Lehmitz

Nach Lehmitz‘ Angaben wurden teilweise tragende Wände entfernt, Stromleitungen gekappt und ein Durchbruch zum Keller geschaffen, was aus seiner Sicht geradezu gefährlich sei. Im 18-seitigen Mietvertrag sei das so nicht vorgesehen gewesen.

Immer höherer Baukostenzuschuss gefordert

Mit dem Fortschritt der Umbauarbeiten soll auch die Höhe des Baukostenzuschusses gewachsen sein, den die Mieter von ihm forderten. Erst sei von 50.000 Euro die Rede gewesen, dann von 100.000 Euro, zuletzt sogar von 300.000 Euro.

Das Innere der ehemaligen Weinstube wurde komplett entkernt, doch jetzt ruhen die Arbeiten. Foto: Bernd Lehmitz

Die Sache ging an die Anwälte. Seit August habe Otto’s Burger schließlich die Mietzahlungen eingestellt, so Lehmitz. Danach habe das Unternehmen zunächst die Kündigung des eigentlich auf zehn Jahre angelegten Mietverhältnisses zum 1. März 2024 geschickt. Dann die fristlose Kündigung zu sofort.

„Otto’s Burger“ will sich nicht äußern

Auf Nachfrage der Eimsbütteler Nachrichten möchte sich Otto’s Burger „im Detail nicht zu vertraulichen vertraglichen Themen äußern“, wie Geschäftsführerin Daniela Amberger erklärt. „Wir können dazu nur sagen, dass es leider sehr unterschiedliche Auffassungen bezüglich des vertragsgemäßen baulichen Zustands der angesprochenen Fläche gibt.“

Bernd Lehmitz stellt sich die Frage, warum niemand das Ausmaß vorab erkannt hat. Architekten und andere Fachleute hätten sich die Gewerbefläche doch vor Beginn der Umbauarbeiten angesehen, sagt er.

Bernd Lehmitz hätte sich gutes Ende gewünscht

Die jetzige Entwicklung der ehemaligen Eimsbütteler Gastro-Institution bedauert er. „Eigentlich hätte ich mir ein gutes Ende für die Weinstuben gewünscht.“ Mit einem Verkauf des gesamten Hauses hofft er nun, das Problem zu lösen.

Wenn das Mietverhältnis fristlos gekündigt sei, könnte der neue Eigentümer ganz von vorne anfangen und sich um neue Mieter kümmern. Den Verkauf habe er eigentlich schon seit 2020 geplant, aber durch die Corona-Pandemie immer wieder verschoben, sagt Lehmitz.

Endgültiger Abschied aus Eimsbüttel geplant

Nach dem Verkauf will er sich endgültig von Eimsbüttel verabschieden. Dem Ort, in dem er aufgewachsen ist und der in seiner Kindheit noch ein echter Arbeiterstadtteil war.

Er habe seit Längerem das Gefühl, dass sich Eimsbüttel stark verändert habe und er dort nicht mehr hinpasse.


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