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Die U-Bahnstation Hellkamp in den 50er Jahren. Foto: Archiv der Hamburger Hochbahn AG
Die U-Bahnstation Hellkamp in den 50er Jahren. Foto: Archiv der Hamburger Hochbahn AG
Magazin #32

Verschwunden: Bahnstation Hellkamp

Mitten im Stellinger Weg, wenige Meter vom Tauschhaus entfernt, markierte einst ein Hochbahn-Schild den Eingang zur End­­station der Eimsbüttel-Linie.

Von Julia Haas

Im März 1912 nahm der unterirdische Bahnbetrieb in Hamburg Fahrt auf. Zunächst zwischen Barmbek und Rathausmarkt, später ergänzten Haltestellen an der Kellinghusenstraße und in St. Pauli die Ringlinie.

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Endstation Hellkamp

Eimsbüttel war in der Ringlinie bereits mit der Haltestelle Schlump berücksichtigt. Um den dicht besiedelten Stadtteil weiter anzubinden, baute die Hochbahn die sogenannte Eimsbüttel-Linie. 1913 gingen die Stationen Christuskirche und Emilienstraße in Betrieb. Im Jahr darauf folgte ein Halt in der Osterstraße und die Endstation Hellkamp.

Während des Zweiten Weltkriegs legten Stromausfälle und Bombenangriffe die Straßenbahn und U-Bahn regelmäßig lahm. Erst in den 1950er Jahren rückte das unterirdische Bahnsystem wieder in den Fokus. Das Ziel: Das U-Bahn-Netz auf bis zu 100 Kilometer verdoppeln.

Eine neue Querverbindung

1960 begannen die Planungen für eine Querverbindung zwischen Billstedt und Stellingen – und besiegelten das Ende der Station Hellkamp. Die ehemalige Endhaltestelle wich 1964 aus dem Bahnnetz. Von nun an führte die U-Bahn-Linie von der Osterstraße über die Lutterothstraße zu Hagenbecks Tierpark.

Wer genau hinsieht, kann noch heute aus der U-Bahn heraus die Reste der Haltestelle Hellkamp zwischen den Stationen Osterstraße und Lutterothstraße sehen. Oberirdisch er­innert ein alter Lüftungsschacht an Eimsbüttels ehemalige Endhaltestelle.

Maren Witte erinnert sich

Maren Witte, 1943 geboren und in Eimsbüttel aufgewachsen, erinnert sich, wie es früher war, U-Bahn zu fahren:

„Als Kind saß ich in der U-Bahn am liebsten ganz vorne. Dort gab es einen Klappsitz, fast neben dem Fahrer. Ich schaute auf die Schienen und steuerte quasi mit. Meine Schwester und ich konnte alle U-Bahn-Stationen der Ringlinie auswendig und sagten sie um die Wette auf – vorwärts und rückwärts.

Leider gab es nur selten Fahrgeld. Meine Mutter hatte drei Töchter, unser Vater kam nicht aus dem Krieg zurück und das Geld war knapp.“

Die Eimsbüttelerin Maren Witte ist schon als Kind gerne U-Bahn gefahren. Foto: Julia Haas

Eine emotionale Verbindung

„Ich erinnere mich an einen ganz besonderen Moment: Ich bin durch die Kinderverschickung nach Sylt gekommen – und dachte, ich muss für immer dort bleiben. Als ich zurück­kam und mich meine Mutter am Hauptbahnhof abholte, war ich einfach nur glücklich, wieder in meiner U-Bahn zu ­sitzen. Ich klebte an der Scheibe und weinte vor Glück.

Heute wohne ich wieder in Eimsbüttel und fahre gerne mit der U-Bahn in die Stadt. Einiges hat sich verändert: Früher gab es in jeder U-Bahn Raucherabteile, dort hat es fürchterlich gestunken. Vor allem wenn am Hafen Schichtwechsel war und alle Arbeiter mit der U-Bahn fuhren – die meisten mit einer Buddel Bier in der Hand. Die Türen musste man mit der Hand öffnen – das ging auch während der Fahrt. Im Sommer gab es immer einen Typen, der die Tür öffnete und seinen Fuß dazwischen stellte, damit Luft in die Bahn kam.“

Eimsbüttels Marylin Monroes am Hellkamp

„Im Sommer haben wir Mädels uns auf ein Lüftungsgitter der U-Bahn-Station gestellt und gewartet, bis ein Luftzug die Röcke hoch wehte. Das haben wir am Hellkamp schon vor Marylin Monroe gemacht.”


Sie gehörten einmal zu Eimsbüttel – bis sie aus dem Stadtbild verschwanden. Drei Orte und ihre Geschichte.


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