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Archäologen suchen nach den Überresten der Bornplatzsynagoge.
Kay-Peter Suchowa (l.) und seine Mitarbeiter graben nach Überresten der Bornplatzsynagoge. Foto: Valentin Hillinger
Wiederaufbau

Bornplatzsynagoge: Archäologen suchen nach Überresten

Seit dieser Woche graben Archäologen im Grindelviertel nach Resten der Bornplatzsynagoge. Die Funde sollen beim Wiederaufbau der Synagoge berücksichtigt werden.

Von Valentin Hillinger

Der Neubau der Bornplatzsynagoge rückt näher: Seit dieser Woche suchen Archäologen am ehemaligen Standort der Bornplatzsynagoge nach Überresten des alten Bauwerks. 

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Die Ergebnisse der Untersuchung sollen in den kommenden Architekturwettbewerb einfließen. 

Bornplatzsynagoge: Archäologische Spurensuche

Ein „bedeutendes Bodendenkmal der jüngeren Zeitgeschichte“ nennt Rainer-Maria Weiss, Direktor des Archäologischen Museums, die Fundamentreste der Synagoge. Unter seiner Aufsicht finden die Arbeiten auf dem Joseph-Carlebach-Platz statt. 

Untersucht werden vier „Schnitte“ – so nennen Archäologen die Teilstücke, in denen sie graben. Sie befinden sich auf dem ehemaligen Gelände der Synagoge, die 1939 von den Nationalsozialisten zerstört wurde. 

Bodenmosaik für Ausgrabungen entfernt

Die Grabungen sollen zeigen, ob noch Reste der ursprünglichen Synagoge vorhanden sind. Gesucht wird unter anderem im Bereich der ehemaligen „Mikwe“, des heiligen Bades der Synagoge. 

Seit Montag kann man die Archäologen bei ihrer Arbeit beobachten. Der erste Schritt ist die Entfernung des Bodenmosaiks an den entsprechenden Stellen. 

Nach Arbeiten wieder zurückgebaut

Das von Margrit Kahl entworfene Kunstwerk erinnert an die Umrisse der alten Bornplatzsynagoge. Was beim Neubau damit passiert, ist umstritten

Für die Arbeiten haben die Archäologen das Mosaik genau vermessen, erklärt Kay-Peter Suchowa. Er ist an den Ausgrabungen vor Ort beteiligt. So könne es nach den Untersuchungen wieder an seinem ursprünglichen Platz angelegt werden. 

Kampfmittelräumdienst begleitet Ausgrabungen 

Als Nächstes graben die Archäologen manuell mit Schaufeln. Bis in rund zwei Meter Tiefe wollen die Wissenschaftler vordringen. 

Da der Bereich laut Suchowa in einer sogenannten „roten Zone“ liegt, muss bei den Grabungsarbeiten der Kampfmittelräumdienst vor Ort sein. „Rote Zonen“ bezeichnen Gebiete, in denen es sehr wahrscheinlich ist, auf Munition wie Granaten oder Bomben zu stoßen.

Archäologe: „Ausgrabungen ein Politikum“

Für Suchowa ist die Arbeit an der Bornplatzsynagoge besonders aus politischer Sicht interessant: So viel öffentliches Interesse bestehe bei fast keinem archäologischen Projekt, erklärt er. 

Aus wissenschaftlicher Sicht sei die Ausgrabung keine große Herausforderung. „Aber sie berührt“, sagt er, „wir graben hier an Stätten unfassbaren Leids.“

Erforschung der jüdischen Vergangenheit

Auch Philipp Stricharz von der Jüdischen Gemeinde betont den emotionalen Wert der Ausgrabungen. Es gehe um die jüdische Identität Hamburgs. Den Arbeiten stehe er mit gemischten Gefühlen entgegen. 

Architekturwettbewerb: Wie wird die neue Synagoge aussehen?

Daniel Sheffer, Leiter der Stiftung zum Wiederaufbau der Bornplatzsynagoge, verspricht sich von den Arbeiten wichtige Erkenntnisse für den Architekturwettbewerb. 

Im Raum stehen neben einem originalgetreuen, historistischen Nachbau der ursprünglichen Synagoge auch moderne Interpretationen und Ansätze, die beide Perspektiven vermischen. Der Wettbewerb soll laut Senat noch dieses Jahr starten. 

Ausgrabungen bis Anfang 2024

Die archäologischen Arbeiten sollen bis zum 4. Januar 2024 dauern und laut Archäologischem Museum rund 300.000 Euro kosten. Die Senatskanzlei finanziert das Projekt.

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Bornplatzsynagoge

Die Bornplatzsynagoge war eine der größten Synagogen Deutschlands. Unter den Nationalsozialisten wurde sie in der Reichspogromnacht 1938 angezündet und 1939 abgerissen. Eine Initiative fordert seit 2019 ihren Wiederaufbau. Der Senat stimmte dem Vorschlag 2020 zu. Eine Machbarkeitsstudie zeigte, dass ein Neubau möglich ist. Die genaue Ausgestaltung soll ein Architekturwettbewerb entscheiden. 


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