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Am Dienstagabend fand eine öffentliche Plandiskussion zur Bornplatzsynagoge statt. Foto: Jasper Karin
Am Dienstagabend fand eine öffentliche Plandiskussion zum Bau der Bornplatzsynagoge statt. Foto: Jasper Karin
Wiederaufbau

Bornplatzsynagoge: Jetzt kommen Anwohnende zu Wort

In etwa fünf Jahren soll der Bau der Bornplatzsynagoge beginnen. Bei einer öffentlichen Plandiskussion äußerten Anwohnende ihre Sorgen – und erklärten, was ihnen besonders wichtig ist.

Von Jasper Karin

„Wird es eine Sprengung des Bunkers geben?“, wollte eine Anwohnerin wissen. Überfragt hebt Phillip Stephan von der Stadt- und Landschaftsplanung Eimsbüttel die Hände über den Kopf: „Ich weiß es nicht.“ Am Dienstagabend trugen Anwohnerinnen und Anwohner im Bezirksamt Eimsbüttel ihre Fragen zum Bau der Bornplatzsynagoge vor. Nicht auf alle gab es direkt eine Antwort.

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Bornplatzsynagoge

Die ehemalige Bornplatzsynagoge zählte zu den größten Synagogen Deutschlands. Während der Novemberpogrome 1938 wurde sie geplündert und zerstört.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs herrschte lange Zeit Stillschweigen um die Bornplatzsynagoge. Im Jahr 2020 wurde der Wiederaufbau beschlossen. Zwei Jahre später folgte eine Machbarkeitsstudie. Inzwischen ist auch der Architekturwettbewerb beendet und es gibt konkrete Entwürfe für den Neubau.

Neben Anwohnenden des Grindelviertels waren auch Beschäftigte der Universität Hamburg und Mitglieder der Jüdischen Gemeinde Hamburg gekommen. Vertreter der Stadt- und Landschaftsplanung versuchten, Rede und Antwort zu stehen.

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Die Baupläne: vom Bunker bis zur Uni

Auf der vorgestellten Karte zeigt ein rot markierter Bereich die Fläche des geplanten Areals: 22.600 Quadratmeter soll es umfassen – etwa so viel wie drei Fußballfelder. Die Fläche umschließt den Hochbunker auf dem Allende-Platz sowie das Joseph-Carlebach-Bildungshaus und grenzt an die Gebäude der Universität Hamburg.

Visualisierung der neuen Bornplatzsynagoge: Büro Schulz und Schulz Architekten mit Haberland Architekten und POLA Landschaftsarchitekten
Visualisierung der neuen Bornplatzsynagoge: Büro Schulz und Schulz Architekten mit Haberland Architekten und POLA Landschaftsarchitekten

Neben der Bornplatzsynagoge für die orthodoxe Gemeinde soll eine Reformsynagoge entstehen – ein viereckiger Bau, in dem auch das jüdische Gemeindezentrum sowie Büros und Wohnungen Platz haben sollen. Auch ein Café mit Aufenthaltsbereich ist vorgesehen. 

„Ja, Baustellen machen Krach“

Als die Fragerunde eröffnet wurde, schnellten die Arme der Gäste in die Höhe. Eine der größten Sorgen: der Lärm und Schmutz der künftigen Baustelle, insbesondere wenn der Bunker abgerissen werden soll. „Sie können sich kaum vorstellen, welche psychische Belastung auf uns zukommt“, sagte eine Anwohnerin. Ein Anwohner ergänzte: „Jeden Schlag hört man doppelt.“

Die Antwort der Stadt- und Landschaftsplanung: „Ja, Baustellen machen Krach.“ Doch der Bunker soll trotz Denkmalschutz abgerissen werden. Dabei könne man auch eine Sprengung nicht ausschließen.

Verkehrsuntersuchung sei nicht notwendig

Einige Anwohnende sorgten sich, dass der Grindelhof zur „Hauptverkehrsstraße“ der Bauarbeiten werden könnte. Stephan antwortete: Es gebe bereits viel Verkehr im Grindelviertel – der zusätzliche Verkehr würde kaum auffallen. Eine Verkehrsuntersuchung, die prüfe, wo Staus entstehen könnten, hält Aretius Klosa aus der Abteilung Bebauungsplanung nicht für notwendig.

Bei jüdischen Gebäuden spielen Sicherheit und Schutz eine große Rolle. Ob der Platz komplett eingezäunt werde, wollte deswegen eine Anwohnerin wissen. „Wir wünschen es uns nicht“, sagte Stephan. Doch das Sicherheitskonzept müsse noch erarbeitet werden.

Von der Synagoge direkt zur Uni

Künftig sollen Personen von der Bornplatzsynagoge direkt auf das Uni-Gelände gehen können. „Da ist doch alles zugebaut“, rief jemand aus dem Publikum. Den derzeitigen Durchgang blockiert ein Gebäude der Universität. Stephan erklärte, dass erste Entwürfe vorsehen würden, das Erdgeschoss des Uni-Gebäudes auszubauen, sodass man einfach untendurch gehen könne.

Weiteren Anwohnern sei wichtig, dass der Allende-Platz einladend bleibt. „Gibt es Bäume, Bänke und offenen Raum?“, fragte eine Anwohnerin. Doch auch dazu sei es zu früh, um Angaben zu machen. Bäume und Grünflächen seien aber vorgesehen, sagt Klosa.

So geht es weiter

Wann der Bau beginnt, ist noch nicht festgelegt. „Rechnen Sie mit ungefähr fünf Jahren“, sagte Johannes Gerdelmann vom Dezernat Wirtschaft, Bauen und Umwelt in Eimsbüttel.

Schließlich ist die Stadt- und Landschaftsplanung mit ihren Plänen noch am Anfang: Nach der öffentlichen Plandiskussion am Dienstag wird ausgewertet, was die Anwohnerinnen und Anwohner fordern. Dann wird ein neuer Bauplan erstellt und für einen Monat im Internet zugänglich gemacht. Erst wenn die Öffentlichkeit ein zweites Mal darüber gesehen hat, wird der Bauplan von der Bezirksversammlung und dem Bezirksamt festgelegt.

„Etwas, das wir akzeptieren müssen“

Aller Sorgen der Anwohnenden zum Trotz: Den größten Applaus bekam ein Anwohner, der im Grindelviertel schon einige Baustellen erlebt habe. Er betonte, wie wichtig der Bau der Bornplatzsynagoge sei. Deshalb sei der Lärm und Schmutz der Baustelle „etwas, das wir akzeptieren müssen“.

Das Bezirksamt Eimsbüttel steht bei Fragen zur Verfügung: Jörn Geisler ist telefonisch unter 040 42801 3557 und Aretius Klosa unter 040 42801 3428 zu erreichen. Alternativ können Interessierte auch eine E-Mail an bebauungsplanung@eimsbuettel.hamburg.de schreiben.


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