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Visualisierung der neuen Bornplatzsynagoge: Büro Schulz und Schulz Architekten mit Haberland Architekten und POLA Landschaftsarchitekten
Im Rahmen des Architekturwettbewerbs wurde ein Siegerentwurf für die Bornplatzsynagoge gefunden. Visualisierung: Schulz und Schulz Architekten mit Haberland Architekten und POLA Landschaftsarchitekten
Wiederaufbau

Siegerentwurf gekürt: So soll die neue Bornplatzsynagoge aussehen

In der NS-Zeit wurde die Bornplatzsynagoge im Grindel zerstört. Jetzt gibt es einen Entwurf für den Wiederaufbau. Wichtig ist der jüdischen Gemeinde: Es soll keine Zäune geben.

Von Julia Haas

Es ist ein Sieg der Gerechtigkeit – wenn auch ein später. So bezeichnete Daniel Sheffer am Freitagmorgen den Wiederaufbau der Bornplatzsynagoge im Grindelviertel. In der Aula der Joseph-Carlebach-Schule hat der Vorsitzende der Stiftung Bornplatzsynagoge mit Vertretern der Jüdischen Gemeinde und der Politik das Ergebnis des Architekturwettbewerbs vorgestellt. Deutlich wurde: Die Synagoge soll an das durch Nationalsozialisten zerstörte Gebäude anknüpfen und gleichzeitig ein Ort der Zukunft werden.

Wiederaufbau Bornplatzsynagoge: Das steht jetzt fest

Aus 25 Planungsteams setzten sich beim Architekturwettbewerb für den Wiederaufbau der Bornplatzsynagoge die Büros Schulz und Schulz Architekten (Leipzig), Haberland Architekten und Pola Landschaftsarchitekten (beide Berlin) mit ihrem gemeinsamen Entwurf durch. Nach Angaben der Jury vereint der Entwurf die Wünsche der Jüdischen Gemeinde in Hamburg mit dem geforderten Raumprogramm.

Ein besonderes Element des Siegerentwurfs stellt die gläserne Kuppel dar. Roter Backstein soll das Gewand der Synagoge bilden. Höhe und Größe des Gebäudes werden sich voraussichtlich an den historischen Maßen orientieren. Der Entwurf soll als Fahrplan für den Wiederaufbau dienen, die Pläne müssen jedoch noch ausgearbeitet und konkretisiert werden. Dabei soll unter anderem geklärt werden, inwiefern historische Gebäudeelemente, die bei Ausgrabungen zutage traten, in den Neubau integriert werden können.

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Visualisierung der neuen Bornplatzsynagoge: Büro Schulz und Schulz Architekten mit Haberland Architekten und POLA Landschaftsarchitekten

Visualisierung der neuen Bornplatzsynagoge: Büro Schulz und Schulz Architekten mit Haberland Architekten und POLA Landschaftsarchitekten

Im Jahr 2023 fanden Grabungen am Joseph-Carlebach-Platz statt, die zeigten: Von der alten Synagoge ist mehr erhalten, als lange gedacht. Auch wenn noch nicht klar ist, ob die Funde in den Neubau integriert werden, steht fest: Sie sollen sichtbar gemacht werden. Sowohl online als auch offline, sagte Daniel Sheffer am Freitag. Foto: Julia Haas

„Ein Ort des jüdischen Lebens“

Neben der Synagoge selbst umfasst der Entwurf weitere Gebäudeeinheiten, in denen eine liberale Synagoge, ein Café, eine Bibliothek und Wohnungen Platz finden sollen. Ein Museum wird es im Rahmen des Gebäudeensembles nicht geben, wie Philipp Stricharz, der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Hamburg, bekannt gab. „Hier entsteht ein Ort des jüdischen Lebens, ein Ort der Zukunft“, sagte er.

„Der Entwurf zum Neubau der Bornplatzsynagoge ist eine gelungene Mischung aus historischen Anleihen und modernen Nutzungsmöglichkeiten für die jüdische Gemeinde und die Menschen in Eimsbüttel“, so Till Steffen, Bundestagsabgeordneter der Grünen im Wahlkreis Eimsbüttel. Er hatte sich mit anderen für die Finanzierung des Architekturwettbewerbs durch den Bundestag eingesetzt.

Sicherheitskonzept ohne Zäune

Der Siegerentwurf zeigt: Es soll rund um das Areal keine Zäune geben. Aus gutem Grund, findet Daniel Sheffer: „Jüdisches Leben gehört nicht hinter Zäune.“

Um dennoch die Sicherheit aller Besuchenden zu gewähren, arbeite man an einem umfangreichen Sicherheitskonzept. Als Vorbild soll die Synagoge in München dienen, wo es ebenfalls keine sichtbaren Absperrungen gibt.

„Natürlich wäre ein Zaun der einfachste Weg“, sagte Carola Veit, Präsidentin der Hamburgischen Bürgerschaft und Teil der Jury des Architekturwettbewerbs. Es sei jedoch der Anspruch, dass jüdisches Leben offen sichtbar und ein Teil der Stadt sei – ohne Abgrenzungen.

v.l.n.r.: Franz-Josef Höing, Oberbaudirektor Hamburg, Katharina Fegebank, Zweite Bürgermeisterin von Hamburg, Philipp Stricharz, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde in Hamburg, Stefanie Szczupak, Vorstand Jüdische Gemeinde in Hamburg, Daniel Sheffer, Vorsitzender der Stiftung Bornplatzsynagoge, Christoph de Vries, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister des Inneren, Carola Veit, Präsidentin der Hamburgischen Bürgerschaft, Jan Pörksen, Chef der Staatskanzlei, und Hamburger Landesrabbiner Shlomo Bistritzky.
v.l.n.r.: Franz-Josef Höing, Oberbaudirektor Hamburg, Katharina Fegebank, Zweite Bürgermeisterin von Hamburg, Philipp Stricharz, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde in Hamburg, Stefanie Szczupak, Vorstand Jüdische Gemeinde in Hamburg, Daniel Sheffer, Vorsitzender der Stiftung Bornplatzsynagoge, Christoph de Vries, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister des Inneren, Carola Veit, Präsidentin der Hamburgischen Bürgerschaft, Jan Pörksen, Chef der Staatskanzlei, und Hamburger Landesrabbiner Shlomo Bistritzky. Foto: Julia Haas

Hochbunker verschwindet

Wann die Bauarbeiten am Joseph-Carlebach-Platz beginnen, steht noch nicht fest. Um in die Fachplanung zu gehen, stünden noch Vergabeverfahren aus, hieß es am Freitag. Diese würden in den nächsten Monaten eingeleitet werden.

In diesem Rahmen kläre sich auch, wann der Rückbau des Hochbunkers am Allende-Platz stattfindet.

Bornplatzsynagoge: Das ist bisher passiert

Die ehemalige Bornplatzsynagoge zählte zu den größten Synagogen Deutschlands. Während der Novemberpogrome 1938 wurde sie geplündert und zerstört.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs herrschte lange Zeit Stillschweigen um die Bornplatzsynagoge. „Jahrzehntelang haben wir als Stadt die jüdische Gemeinde mit ihrem Schmerz um die Zerstörung der Bornplatzsynagoge und von jüdischem Leben in Hamburg nicht gehört“, sagte Carola Veit. Vor fünf Jahren habe diese Untätigkeit ein Ende gefunden. Im Jahr 2020 wurde der Wiederaufbau beschlossen. Zwei Jahre später folgte eine Machbarkeitsstudie. Mit dem nun beendeten Architekturwettbewerb ist ein weiterer wichtiger Schritt in Richtung Wiederaufbau abgeschlossen.

Alle Pläne werden ab dem 21. Oktober bis zum 10. November im Hamburger Rathaus kostenfrei ausgestellt.

Anmerkung der Redaktion vom 3. November 2025: In einer früheren Version hieß es, die Synagoge wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört.


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