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Die fünf von "Buycicle": (v.l.n.r.) Specialized Diverge Gravel, Florian Senoner, Jonas Jäger, Vincent Kühnhold, Theo Golditchuk. Foto: Buycicle
Die fünf von "Buycycle": Specialized Diverge Gravel, Florian Senoner, Jonas Jäger, Vincent Kühnhold und Theo Golditchuk ( v.l.n.r.). Foto: Buycycle
Nachhaltige Wirtschaft - Teil 8

„Buycycle“: Online-Marktplatz für gebrauchte Räder

In unserer „Sustainbüttel“-Serie stellen wir dieses Mal das Start-up „Buycycle“ vor. Sie erklären die große Neu-Fahrrad-Krise und haban sich vorgenommen, die Unsicherheit beim Kauf gebrauchter E-Bikes nehmen.

Von Christian Litz

Warum berichten die Eimsbütteler Nachrichten in ihrer Nachhaltigkeit-Serie “Sustainbüttel” über „Buycycle“? Ein Start-up aus München, das gebrauchte Fahrräder online verkauft?

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Der Grund: Vincent Kühnhold stammt aus Eimsbüttel. Er war auf dem Helene-Lange, oft im Kaifu-Bad, hat beim ETV gekickt, ein paar Jahre in der Osterstraße gewohnt. Und er hat sein erstes Rennrad in Eppendorf gekauft. Einmal im Monat kommt er aus München zurück, um Familie und Freunde zu besuchen.

Hamburg auf dem Rad – eher langweilig

Warum er in München ist? Zwei Gründe: Er hat in Darmstadt Wirtschaftsingenieur studiert. Danach ist er als vierter in das Start-up Buycycle eingestiegen, das drei Kumpels gerade in München gegründet hatten.

Der andere Grund: die Alpen. „Höhenmeter sind mir lieber als gegen den Wind auf dem Deich zu fahren.“ Hamburg sei für Fahrradfahrer eher gähn. Also zumindest für junge Menschen, die mal schnell von Hamburg nach Düsseldorf radeln, um jemanden zu besuchen.

„Canyon Endurace CF SL 8 Disc“ – noch Fragen?

Aber warum berichten die Eimsbütteler Nachrichten gerade in ihrer großen Sustainbüttel-Serie, in der es um Nachhaltigkeit geht, über Buycycle? Wo die Firma doch Räder in ganz Deutschland und bald in Europa von Zustellern hin und her transportieren lässt. Die Gebrauchträder sind oft aus Carbon; ein Material, das anders als Stahl oder andere Kunststoffe nicht wieder eingeschmolzen werden kann.

Den Grund liefert Vincent Kühnhold. Sein Lieblingsrad ist zurzeit sein Canyon Endurace CF SL 8 Disc. “Disc” steht für Scheibenbremse und “CF” heißt “Carbon Frame”. Carbon ist eher ein Umweltproblem, weil der Hersteller 30.000 Liter frisches Wasser in die Kläranlage fließen lässt, wenn er ein Fahrrad aus dem Material herstellt.

Das Zauberwort: „Refurbishen“

Wenn ein Carbon-Rad aber gebraucht weitergefahren wird, ist das nachhaltig. Theo Golditchuk, ein anderer Buycycle-Gründer erklärt: Mit einem Ultraschallgerät untersucht Buycycle Carbonräder, kann unsichtbare Risse finden und dann refurbishen.

Warum sind die gebrauchten Räder aber so teuer? Das erklärt Theo Golditchuk im Zoom-Gespräch mit den Eimsbütteler Nachrichten. Dabei dreht er immer wieder den Rechner, um mit der Kamera wenigstens das Münchner Treppenhaus einzufangen, das die Mitarbeiter von Buycycle benutzen. Die Treppe führt hoch in den großen Raum, in dem sie die Fahrräder aufbereiten.

„Buycycle“: Rad, gut, gebraucht, für 13.000 Euro

Während er sich verbiegt, erklärt er das, was er „Einstiegsstrategie“ nennt: „Die Preisspanne der bisher verkauften Räder reicht von 300 bis 13.000 Euro.“ Für Gebrauchträder? „Ja.“ Es gehe beim Firmenstart um die Käufer von Sportliebhaberräder. Um die Gravel-Bike-Enthusiasten. Leute, die wollen und die zahlen.

„Es gibt viele, die haben drei oder vier Fahrräder im Keller, an denen sie hängen.“ Die sie aber selten bis nie fahren. Diese Lieblingsstücke sind stark mit Gefühlen aufgeladen. „Hochemotionale Liebhaberstücke“, nennt Theo Golditchuk diese Räder. Die verkaufen die feurigen Liebhaber nur an jemanden, der sie auch lieb hat. „Unsere Kunden wollen, dass ihr Fahrrad in gute Hände kommt.“

„Buycycle“: Auf dem Weg zum E-Bike

Gerade heute bietet Buycycle 5.000 Räder im Online-Shop an. Seit dem Start im Juni 2021 hat das Start-up 1.500 Räder zum Durchschnittspreis von 2.000 Euro umgeschlagen. Im April 2022 waren es 200. Die Steigerungsrate sei hoch. 15 Leute arbeiten bei Buycycle. Die Jungs setzen dabei auf Nachhaltigkeit, nutzen keine Dienstleister, machen alles selbst. Dabei achten sie darauf, „eine gesunde Firmenatmo“ aufzubauen. Theo Golditchuk: „Wir trennen Office und Werkstatt nicht“. Arbeiten soll genauso viel Spaß machen wie Radeln.

Einstiegsstrategie bedeute: Refurbishment wurde bei Buycycle als erstes draufgesattelt. Denn Refurbishment soll der Zugang zu einem anderen gewinnbringenden Markt werden: E-Bikes. Der Markt wächst viel stärker als der normale Rad-Markt, der schon ziemlich stark wächst.

Hat „Buycycle“ den längeren Atem?

Was bedeutet: Gebrauchte E-Bikes sind noch eine Möglichkeit, Geld zu verdienen. „Die Unsicherheit ist groß, wenn ich ein gebrauchtes E-Bike kaufe. Als Käufer kann ich kaum einen Akku kontrollieren oder Details checken.“ Das will Buycycle machen und damit Geld verdienen.

Zur Wachstumsstrategie gehört auch: Buycycle hat sich gerade internationalisiert, kauft und verkauft Räder in Polen, Österreich, Holland, Dänemark. Es gibt zwei Konkurrenten europaweit und es geht jetzt darum, den längeren Atem zu haben. Wegen der Umsatz-Treiber Wiederaufbereitung und E-Bikes könnte das Buycycle sein.

Zwei Konkurrenten

Jetzt geht es, wie immer bei Nachhaltigkeit, um die Zukunft: Wenn es so weiterläuft mit den teuren Liebhaberrädern und sie der Konkurrenz davonfahren, strampelt Buycycle auch auf dem Massenmarkt.

Da gebe es zwei Konkurrenten-Gruppen. Eine sei Ebay Kleinanzeigen und Kleinanzeigenportale. Die andere: Die Nachbarschaft, da hole man sich das Damenfahrrad mit Korb. Bei Buycycle zur Zeit, aber eben nur zur Zeit, in der Anfangsphase eher das XSD Turbo Frame Mega Carbon Cookie XL, das die Fahrradfreaks so lieben.

Neu-Fahrrad-Krise als Umsatztreiber?

Verkäufer können ihr Liebhaberstück sofort an Buycycle verkaufen. Die Firma stellt es dann refurbished in ihren Shop oder aber Radfahrerinnnen und Radfahrer gehen ins Risiko und stellen das gute Stück auf eigene Verantwortung auf den Buycycle-Marktplatz. Vielleicht bekommt sie oder er dann mehr für das alte Velo. Das könne der nächste Umsatztreiber werden, sagt Theo Golditchuk. Und die Tatsache, dass zurzeit die große Neu-Fahrrad-Krise herrscht. Die Hersteller können den Markt nicht vollständig bedienen.

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Nachhaltigkeit in Serie

„Buycycle“ ist ein Online-Markt für gebrauchte Fahrräder. Einer der Gründer kommt aus Eimsbüttel. Der Text ist Teil der Serie „Sustainbüttel“, die zeigt, was in Eimsbüttel gerade passiert in Sachen Nachhaltigkeit. Mit Eimsbütteler Unternehmern sprechen wir über Themen wie Aufforsten, Inklusion und kürzere Lieferwege.

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