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Bei der Wirtschaftskonferenz auf dem Podium: Krüger (HCU), Kruse (FDP), Moderator Schote (Handelskammer), Häder (Tibarg), Lorenzen (Grüne), Andrae (Osterstraße) (v.l.). Foto: Catharina Rudschies
Bei der Wirtschaftskonferenz auf dem Podium: Krüger (HCU), Kruse (FDP), Moderator Schote (Handelskammer), Häder (Tibarg), Lorenzen (Grüne), Andrae (Osterstraße) (v.l.). Foto: Catharina Rudschies
Quartiere

Die Zukunft der Eimsbütteler Stadtteilzentren

Wie können Eimsbüttels Stadtteilzentren für lebendige Quartiere sorgen? Darüber diskutierten am 6. November Vertreter aus Wirtschaft und Politik bei der 14. Wirtschaftskonferenz Eimsbüttel.

Von Catharina Rudschies

Das Schreckgespenst Digitalisierung treibt auch im Einzelhandel sein Unwesen. Stadt(teil)zentren würden unter dem Online-Handel leiden, heißt es. Der Preisdruck sei zu hoch und die sofortige Verfügbarkeit einer schier unendlichen Produktpalette im Geschäft vor Ort kaum umzusetzen. Ist der Einzelhandel vom Aussterben bedroht?

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Vor dem Hintergrund der Entwicklung einer digitalen Shopping-Welt hat sich die diesjährige Wirtschaftskonferenz Eimsbüttel mit der Frage beschäftigt, wie Eimsbüttels Zentren gestaltet werden müssen, um sie zu zukunftsfähigen und lebendigen Quartieren zu machen.

Zentren als Begegnungsort

Zur Diskussion hatte die Bezirksversammlung Eimsbüttel Vertreter aus Politik, Wissenschaft und den Eimsbütteler Quartieren geladen. Alle Redner betonten, dass nicht nur die wirtschaftliche Funktion der Quartiere eine Rolle spiele, sondern auch die soziale und kulturelle. Bezirksamtsleiter Kay Gätgens sagte in seiner Eröffnungsrede dazu: „Trotz und gerade wegen der Digitalisierung besteht der Wunsch der Bürger, sich in den Stadtteilzentren zu begegnen, sich auszutauschen und in den Arm zu nehmen.“

Damit nahm er Thomas Krüger, Wissenschaftler im Forschungsbereich Stadtteilentwicklung, schon seine Hauptthese voraus: Stadtteilzentren seien Bühnen des öffentlichen Lebens, auf denen die Begegnungen verschiedenster Menschen aus dem Viertel überhaupt noch stattfinden könnten. Bürger würden sich mit ihrem Stadtteil identifizieren. Deshalb sei es wichtig, dass alle Akteure im Quartier ihr Zentrum aktiv mitgestalten – seien es Unternehmer, Eigentümer oder die Zivilgesellschaft. „Stadtteilentwicklung ist ein Gemeinschaftswerk“, so Krüger. Würden die Akteure es schaffen, ein authentisches Quartier mit Möglichkeiten zur Kontaktaufnahme zu schaffen, sei der Online-Handel „gar keine Konkurrenz“, zeigt sich Krüger überzeugt.

Amtswechsel: Die neue Vorsitzende der Bezirksversammlung Miriam Putz eröffnete die 14. Wirtschaftskonferenz Eimsbüttel. Foto: Catharina Rudschies
Amtswechsel: Die neue Vorsitzende der Bezirksversammlung Miriam Putz eröffnete die 14. Wirtschaftskonferenz Eimsbüttel. Foto: Catharina Rudschies

Im Bezirk Eimsbüttel ergibt sich aktuell ein heterogenes Bild. Während die Stadtteilzentren Osterstraße und Tibarg sich bereits als gut angenommene Zentren etabliert haben, sind es vor allem die fehlenden Zentren in Stellingen, Lokstedt und Schnelsen, die der sozialen Begegnung im Wege stehen. Des Weiteren gäbe es an der Osterstraße zwar einen guten Branchenmix, erklärte Quartiersmanagerin der Osterstraße Arlette Andrae. Auf der anderen Seite herrsche dort aber auch eine weitaus größere Fluktuation der Geschäfte als zum Beispiel in Niendorf, hielt Dominik Lorenzen, Mitglied der Hamburger Bürgerschaft und der Grünen, dagegen.

Freiräume für Kultur und Erholung

Aktuell plant die Politik, Stadtteilzentren in Stellingen (Neue Stellinger Mitte am Sportplatzring), in Schnelsen (Frohmestraße) und in Lokstedt (Grelckstraße) zu schaffen. Laut dem FDP-Abgeordneten der Hamburger Bürgerschaft Michael Kruse sollte die Politik gerade diese Quartiere fördern und weiterentwickeln, anstatt die bereits gut etablierten Stadtteilzentren weiter zu stärken. Dabei müsse immer ein Mix aus Wohnen und Gewerbe gefördert werden. Die Quartiersmanagerinnen des Tibarg, Nina Häder, und der Osterstraße, Arlette Andrae, betonten, dass die Kultur als weiterer Baustein dazu gehöre. „Die Kaufkraft am Tibarg boomt aktuell“, so Häder. „Es fehlt dem Niendorfer Zentrum aber an Gastronomie und Kultur.“ Durch die Neugestaltung des Stadtteilzentrums mit dem Bauprojekt „Niendorf 92“ solle sich das in ihren Augen aber ändern.

Um die Stadtteilzentren als soziale Begegnungsstätte nutzen zu können, sei es auch wichtig, den Bürgern ruhige und stille Freiräume ohne Konsumzwang zu bieten, konstatierte Wissenschaftler Thomas Krüger. Gerade in dicht besiedelten Stadtteilen seien die Möglichkeiten für Nachverdichtungen deshalb auch begrenzt, reagierte Lorenzen auf eine Publikumsfrage, warum es der Immobilienwirtschaft an Knotenpunkten wie der U-Bahn-Station Osterstraße schwer gemacht würde, Häuser aufzustocken. „Wenn man an solch dicht besiedelten Orten nachverdichtet, kommen zu viele Menschen auf Grünflächen und Infrastruktur wie Schulen und KiTas“, erklärte der Grünen-Abgeordnete Lorenzen. Nachverdichtung sei dort kaum möglich. Michael Kruse betonte, dass es bereits Pläne gäbe, entlang der Magistralen durch Aufstockung mehr Wohnungsraum zu schaffen.

Stimme lokaler Unternehmer fehlte

Was der diesjährigen Wirtschaftskonferenz fehlte, war die Stimme der Einzelhändler sowie anderer lokaler Unternehmen. Fragen aus dem Publikum kamen aus der Immobilienbranche, dem Quartiersmanagement und der Politik. Auch wenn diese Akteure in der Stadtteilentwicklung wichtig sind, bleibt die Frage offen: Welche Hürden und Potenziale sieht denn ein Friseur, ein Ladenbetreiber oder ein Bäcker in Eimsbüttel? Vielleicht wird diese Frage dann bei der nächsten Wirtschaftskonferenz im Jahr 2020 beantwortet.

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