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Foto: Annika Demgen
Weniger Erstaufnahmen und mehr Folgeunterbringungen. Foto: Annika Demgen
ZKF Jahresplanung 2018

Neue Flüchtlingsunterkünfte in Eimsbüttel

Der Zentrale Koordinierungsstab Flüchtlinge hat die Jahresplanung für 2018 veröffentlicht. Vorgesehen ist die Schließung von Erstaufnahmen und der Bau neuer Folgeunterbringungen.

Von Monika Dzialas

Nach der Bilanz Ende 2017 stellte der Zentrale Koordinierungsstab Flüchtlinge (ZKF) nun die Jahresplanung für 2018 vor. Ausgehend von den Mittelwerten des letzten Jahres wird monatlich mit 300 Schutzsuchenden in Hamburg gerechnet. Hinzu kommt der Bedarf an Unterkünften für wohnungslose Menschen und Familienzusammenführungen.

Durch Umzüge in privaten Wohnraum bleibt die Anzahl von 33.400 untergebrachten Personen in den Aufnahmeeinrichtungen konstant zum Vorjahr.

Begehung der Kölln-Vogt-Strasse Mitte November Foto: Fabian Hennig

Anzahl der Flüchtlinge geht zurück

Wie in ganz Hamburg geht auch in Eimsbüttel die Zahl der untergebrachten Flüchtlinge zurück. Die Jahresbilanz für den Bezirk Eimsbüttel für 2017.

Erstaufnahmeeinrichtungen schließen

Aufgrund des rückwärtigen Trends von Zuzügen sollen in diesem Jahr rund 3.200 Plätze in Erstaufnahmeeinrichtungen außer Betrieb genommen werden. In Eimsbüttel schließen im Zuge dessen die drei Erstaufnahmeeinrichtungen „Flagentwiet I“, „Vogt-Kölln-Straße“ und „Papenreye“. Somit fallen etwa 1250 Plätze im Bezirk weg.

Abbau von Folgeunterkünften

Hinzu kommt der Abbau von rund 3.343 Plätzen in Folgeunterkünften. In Eimsbüttel handelt es sich dabei um knapp 500 Plätze. Grund hierfür ist ein ausgelaufener Mietvertrag in der Unterkunft im Grandweg. Zudem wurde über eine schlechte Bausubstanz und Schimmel geklagt.

Die Ausbilderin Sahereh Fraughivand mit dem Auszubildenden Almaani. Foto: Ida Wittenberg

Duale Ausbildungsvorbereitung für junge Flüchtlinge

Geflüchtete Jugendliche haben in Hamburg die Möglichkeit, in Schule und Betrieb gleichzeitig zu lernen und arbeiten. Eine Kooperation zwischen berufsbildenden Schulen und Hamburgs Betrieben macht dies möglich: Die Kombination soll nicht nur den Berufseinstieg, sondern auch das Erlernen der deutschen Sprache erleichtern.

Hauptsächlich waren in dieser Einrichtung Familien untergebracht. Diese sollen nun an den Duvenacker ziehen. In der neu entstandenen Unterkunft mit der Perspektive Wohnen (UPW) sollen die Familien „mit Bleibeperspektive auf ein eigenständiges Wohnen vorbereitet werden und können eigene Verträge, zum Beispiel mit Telefonanbietern, schließen“, sagt die Pressesprecherin des sozialen Dienstleistungsunternehmen „fördern & wohnen“ Susanne Schwendtke.

Die Folgeunterkunft in der Holsteiner Chaussee in Schnelsen wird durch einen Neubau ersetzt. Darin werden neue öffentlich rechtliche Unterbringungen (ÖRU) und Mietwohnungen eingerichtet.

Nicht überall bestehen die Unterkünfte aus Containern, wie hier in der Erstaufnahme Niendorfer Straße - sondern aus Zelt-Landschaften. Bei manchen wird sich dies auch in den nächsten Monaten nicht ändern. Foto: Anja von Bihl.

Tausende neue Plätze für Flüchtlinge in Planung

Der Zentrale Koordinierungsstab Flüchtlinge (ZKF) hat seine Jahresplanung für 2017 vorgestellt. Die drei wichtigsten Ziele sind weniger Erstaufnahmen zu betreiben, neue Folgeunterkünfte zu schaffen und für mehr Plätze für Wohnungslose zu sorgen. Auch in Eimsbüttel wird es Veränderungen geben.

Bau neuer Folgeunterkünfte

Des Weiteren sieht der Jahresplan die Einrichtung von 20 neuen Folgeunterkünften in Hamburg vor. Im Bezirk Eimsbüttel sollen fünf Wohnstätten mit rund 1.500 Plätzen geschaffen werden. Die öffentlich rechtlichen Unterbringungen sind einerseits temporär aufgestellte Pavillons. Diese können im Falle eines Nichtgebrauchs abgebaut werden.

Andererseits werden Unterkünfte mit der Perspektive Wohnen gebaut. Für diese gilt das Flüchtlingsunterbringungsmaßnahmengesetz des Baugesetzbuches. Es erleichtert die Schaffung neuer Unterkünfte. Nach der Begleitung der Familien in ein eigenständiges Wohnen kann das Baurecht geändert werden. Die entstandenen Wohnflächen dienen anschließend als sozialer Wohnraum.

Pure Lebensfreue: Die drei Ältesten zeigen ihr akrobatisches Können. Foto: Tim Eckhardt.

Patenschaften für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge

Jedes Jahr kommen tausende minderjährige Flüchtlinge ohne ihre Familien nach Deutschland. 2016 gründete der Kinderschutzbund Hamburg ein Projekt, bei dem Paten und Vormundschaften für die unbegleiteten Jugendlichen gesucht werden.

Bürgerverträge und mehr Integration

Ein weiteres Anliegen des Zentralen Koordinierungsstabs ist die Umsetzung der Bürgerverträge, insbesondere der 3x300er Regel. Diese sieht vor, bis Ende 2019 eine Belegung von unter 300 Personen pro Einrichtung zu erreichen.

Weiterhin wird angestrebt die Zahl von sogenannten Überresidenten zu reduzieren. Derzeit leben noch rund 2.300 Geflüchtete länger als ein halbes Jahr in einer Erstaufnahme. Der Leiter des ZKF Anselm Sprandel hat es zum Ziel erklärt „den Überresidenten einen Platz in einer Folgeunterkunft anzubieten und den Menschen damit eine bessere Integration zu ermöglichen“.

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