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Postbank Schlüterstraße schließt. Foto: Anne Reis
In der "Postbank"-Filiale in der Schlüterstraße soll der Betrieb schon in der ersten Jahreshälfte eingestellt werden. Fotos: Anne Reis
Schließung

Postbank will auch Filiale in der Schlüterstraße schließen

Das Ende des „Postbank“-Finanzcenters in der Hoheluftchaussee hat große Proteste ausgelöst. Nun soll auch die Filiale in Rotherbaum schließen – so bald wie möglich.

Von Anne Reis

Die Postbank setzt ihren Filialabbau in Hamburg fort. Nach der Schließung des Finanzcenters in der Hoheluftchaussee zum 31. Dezember 2020 steht nun die „Alte Post“ in der Schlüterstraße auf der Abschussliste. Außerdem sollen Filialen in Blankenese und Volksdorf geschlossen werden. Die „Zielvorstellung“ der Postbank sieht vor, die Filiale in der Schlüterstraße bereits im ersten Halbjahr 2021 zu schließen. Die beiden anderen sollen im zweiten Halbjahr folgen, so der Postbank-Sprecher Oliver Rittmaier.

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Suche nach Partnerfilialen

Auf Anfrage der Eimsbütteler Nachrichten versicherte Rittmaier, dass die Filiale in Rotherbaum erst geschlossen werde, wenn die Deutsche Post Kooperationspartner gefunden habe, die das Postgeschäft übernehmen könnten. Bei der kürzlich erfolgten Schließung des Postbank-Finanzcenters in der Hoheluftchaussee bestand dieser „Ausgleich“ aus der kleinen und oft überlasteten Partnerfiliale im XXL Kiosk. Dies führte zu Protesten der Bevölkerung und der Bezirksversammlung, die aber erfolglos blieben.

Kunden der „Postbank“ zeigen sich bestürzt

Bei einer Kundin, die gerade mit ihrem Enkel aus dem historischen Klinkerbau in der Schlüterstraße kommt, stößt die Entscheidung auf Entsetzen: „Es ist wirklich furchtbar, das hier ist seit 1982 meine Postfiliale“, erzählt die 67-Jährige.

Als Kundin der Postbank sei sie bisher wunderbar ohne Online-Banking zurecht gekommen. „Ich bin sehr besorgt darüber, dass ich in Zukunft für jede Überweisung nach Eppendorf fahren muss. Was ist denn das für ein Service?“ Weitere Kundinnen bezeichnen die geplante Schließung als „ganz schlimm“, „sehr bedauerlich“ und „schockierend“.

Mangelnde Wirtschaftlichkeit

Rittmaier begründet die Schließung der Filiale mit der fortlaufenden Evaluierung aller rund 800 Niederlassungen der Postbank in Bezug auf Kundennachfrage und Wirtschaftlichkeit. Auch wenn es anders erscheine, rechneten sich manche Filialen einfach nicht. Mitarbeiter sollen infolge der Schließungen nicht entlassen werden, so der Pressesprecher. Sie würden in benachbarten Niederlassungen eingesetzt.

Valentinskamp als nächste Alternative

Die der Schlüterstraße nächstgelegene Postbank-Filiale befindet sich im Valentinskamp (1,8 Kilometer Entfernung) in der Innenstadt. Weitere Filialen liegen in der Eppendorfer Landstraße (2,6 Kilometer) und der Mönckebergstraße (2,7 Kilometer). Das sind gleichzeitig auch die nächstgelegenen Filialen der Deutschen Post. Im Umkreis von 500 Metern um die Filiale Schlüterstraße gibt es momentan zwei kleine Partnerfilialen, zwei Packstationen und einen Paketshop.

Pakete-Lotterie geht weiter

Die Lagerung von nicht zugestellten Paketen werde auch nach der Schließung der Filiale „variabel und je nach Kundennähe beziehungsweise Lagerkapazitäten in den einzelnen Standorten“ erfolgen, so Maike Wintjen von der Pressestelle der Deutschen Post. Sie empfiehlt, unter dhl.de einen Wunschnachbarn oder einen Ablageort festzulegen, um zu vermeiden, dass Pakete abgeholt werden müssen.

„Die Linke“ kündigt Protest an

Peter Gutzeit von der Linksfraktion Eimsbüttel kündigt Widerstand gegen die geplante Schließung an. Die Linke werde in der Bezirksversammlung Eimsbüttel erneut „das Möglichste tun, um die Interessen der Eimsbütteler wahrzunehmen und mit aller Vehemenz gegen den Kahlschlag der Post und Postbank zu protestieren.“

Ende einer langen und bewegten Geschichte

Das neugotische Gebäude in der Schlüterstraße hat eine lange Geschichte im Post- und Fernmeldewesen hinter sich. Es wurde von 1902 bis 1907 als Zentralfernsprechamt für Hamburg errichtet – bei seiner Eröffnung 1908 war es das größte Fernsprechamt der Welt.

1924 ging hier der erste norddeutsche Rundfunksender NORAG auf Sendung. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieg brachte die britische Besatzungsmacht Technik und Mitarbeiter zum Abhören von Telefonaten in dem teilweise zerstörten Gebäude unter.

Zukunft als Unigebäude

Im Mai 2019 wurde bekannt, dass die Universität Hamburg das denkmalgeschützte Gebäude ab 2023 für 30 Jahre anmieten wird, um den Campus zu erweitern. Die insgesamt rund 440 Millionen Euro Miete übernimmt der Senat. Die Telekom hatte das historische Bauwerk mit seiner fast 140 Meter langen Front 2003 verkauft. Seit 2016 gehört es dem Immobilienunternehmen Peakside Capital Advisors.

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