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Regelmäßiges Händewaschen schützt vor einer möglichen Ansteckung mit dem Coronavirus.
Regelmäßiges Händewaschen schützt vor einer möglichen Ansteckung mit dem Coronavirus. Foto: Vanessa Leitschuh
Pandemie

Coronavirus: Wie gut ist Eimsbüttel vorbereitet?

19 Menschen sind im Bezirk Eimsbüttel mit dem Coronavirus infiziert. Das Gesundheitsamt Eimsbüttel informierte gestern über die aktuelle Lage. Schulschließungen für Montag erwartet.

Von Alana Tongers

HINWEIS: Verfolge die aktuellen Entwicklungen zu COVID-19 in unserem Coronavirus: Newsticker für Hamburg-Eimsbüttel.


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Im Bezirk Eimsbüttel haben sich 19 Menschen mit dem neuartigen Coronavirus infiziert (Stand 12.03.2020). Dazu kommen die Kontaktpersonen ersten Grades, die sich ebenfalls in Quarantäne befinden. Das gab die Leiterin des Gesundheitsamts Eimsbüttel, Gudrun Rieger-Ndakorerwa gestern im Hauptausschuss der Bezirksversammlung bekannt. Der Vertreter von Bezirksamtsleiter Kay Gätgens, Ralf Staack spricht von einer „hoch dynamischen Lage“.

Gesundheitssystem: Sorge vor Zusammenbruch

Bislang könnten alle Infektionsketten in Hamburg zurückverfolgt werden, so Rieger. Der Kontakt mit den Betroffenen laufe gut. Trotzdem stelle das Virus das Gesundheitsamt Eimsbüttel vor eine Herausforderung. „Das heißt für unser Kernteam Arbeit auch am Samstag und Sonntag.“

In den kommenden Wochen brauche man personelle Unterstützung, um dem exponentiellen Anstieg der Infektionen gerecht zu werden. Unter anderem wird überlegt, Medizinstudierende als Hilfe heranzuziehen.

Wer in Eimsbüttel auf der Suche nach Desinfiktionsmittel ist, stößt auf leere Regale. Foto: privat

Die größte Sorge sei ein Zusammenbruch des Gesundheitssystem, so Staack. Das würde nicht nur zu mehr Corona-Toten führen, sondern auch andere Kranke könnten dann nicht mehr richtig versorgt werden.

„Wir sind vor weiteren Überraschungen nicht sicher“

Momentan sind die Kapazitäten in Hamburgs und Eimsbüttels Krankenhäusern noch ausreichend. Doch Rieger warnt: „Wenn wir jetzt sagen würden: ‚Das Virus ist gar nicht so gefährlich‘, dann werden unsere Krankenhauskapazitäten nicht reichen.“ Vor allem die Betten im Intensivbereich seien dann schnell ausgelastet. Aktuell liegen drei Corona-Patienten im Universitätsklinikum Eppendorf auf der Intensivstation.

Die Leiterin des Gesundheitsamts wies vermehrt daraufhin, dass Einschränkungen des Alltags in Eimsbüttel möglich sind. „Wir sind auch vor weiteren Überraschungen nicht sicher“, so Rieger in Bezug auf das gestrige Verbot von Veranstaltungen mit mehr als 1.000 Besuchern.

Man müsse die Lage täglich neu bewerten. In Italien sei das öffentliche Leben innerhalb kürzester Zeit zum Stillstand gekommen. Niemand könne garantieren, dass Deutschland nicht eine ähnliche Entwicklung bevorstehe.

Schulschließung ab Montag?

Dietmar Kuhlmann von den Grünen appellierte dafür, die Schulen und Kitas in Eimsbüttel zu schließen. Der Vorschlag erfuhr parteiübergreifend Unterstützung. „Die Hygienestandards an den Schulen sind nicht hoch genug, um die Schüler vor dem Coronavirus zu schützen“, so Kuhlmann.

Wie Abendblatt und BILD berichten, sollen die Schulen in Hamburg ab Montag geschlossen bleiben. Eine Bestätigung der Schulbehörde wird gegen Nachmittag erwartet. Zuvor hatten mehrere Bundesländer Schulschließungen angekündigt, darunter auch Schleswig-Holstein und Bremen. Regulär würde der Schulbetrieb nach den Frühjahrsferien am Montag starten.

Die Lage in Deutschland

Im Bezirksamt dagegen soll der Betrieb normal weitergehen. Man sei aber auf einen möglichen Notbetrieb vorbereitet, teilte Staack mit.

In Deutschland haben sich laut Medienberichten mittlerweile über 3.000 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Die Zahl der Corona-Patienten in Hamburg lag am Freitag bei 88. „Ich persönlich rechne damit, dass das noch eine Weile so weiter geht“, so Rieger. Das Beispiel China stimme optimistisch, dass es gelingen könne, die Zahl der Neuerkrankungen einzuschränken. Das sei aber mit drastischen Maßnahmen verbunden.

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