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Auf der Grünfläche zwischen den Häusern Grindelhof 83 und 89 will der neue Eigentümer vom Grindelhof 87 Stadthäuser bauen. Foto: Julia Haas
Auf der Grünfläche zwischen den Häusern Grindelhof 83 und 89 will der neue Eigentümer vom Grindelhof 87 mehrere Stadthäuser bauen. Foto: Julia Haas
Immobilien

Konflikt um Grindelhof 87: Jetzt kommen Stadthäuser ins Spiel

Bislang dreht sich im Streit um den Grindelhof 87 alles um das Vorderhaus. Anwohner glauben jedoch, die Gewinne will der neue Eigentümer im Hinterhof machen: Neun Stadthäuser sollen auf der Grünfläche entstehen. Nachbarn wehren sich.

Von Julia Haas

„Das Vorderhaus ist Mittel zum Zweck, um hinten Gewinne zu machen“, sind sich die Vertreter der Bürgerinitiative „Wundervolles Grindel“ sicher. Anwohner vom Grindelhof 83 und 89 haben sich zusammengeschlossen, um zu verhindern, was schon andere versuchten: Die Grünfläche im Hinterhof der Hausnummer 87 – zwischen den genannten Wohnanlagen – zu bebauen.

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Grindelhof 87: Neun Townhouses auf Quartiersgarage

Anfang Mai hat die „Anima Projektentwicklungsgesellschaft mbH“ den Grindelhof 87 erworben – vorne ein sechsstöckiges Gebäude aus den 50ern, hinten eine Quartiersgarage, von der nur der begrünte Deckel zu sehen ist.

In der aktuellen Debatte dreht sich alles um das Vorderhaus. Die Vermieter haben dort Sanierungsmaßnahmen angekündigt. Es geht um Entmietungen und Mieterhöhungen. „Ein notwendiges Übel“, glauben die Anwohner im Grindelhof 83 und 89. Und sind sich sicher: Die großen Gewinne will „Anima“ hinten machen.

Auf der rund 2.380 Quadratmeter großen Fläche hat die Projektentwicklungsgesellschaft angekündigt, neun Townhouses mit maximal 19 Wohnungen zu bauen – und anschließend zu verkaufen. In einem Exposé der Gesellschaft war zunächst von 19 Townhouses die Rede.

Rund 250 Nachbarn durch Neubau eingeschränkt

Die Anwohner der Nachbarhäuser wollen das Bauvorhaben stoppen. Sie fürchten, dass die Neubauten Wohnungen im Erdgeschoss und ersten Obergeschoss verschatten und der Lärm in der Nachbarschaft zunimmt. Dazu kommt: Die Häuser stehen unter Denkmalschutz. Ihr Bestand sei durch die Bauarbeiten massiv bedroht, heißt es auf der Webseite der Bürgerinitiative.

„Die Altbauten sind nicht unterkellert und stehen auf fragilen Fundamenten. Irreversible Schäden sind mit Sicherheit unvermeidlich.“ Nach Angaben der Initiative wären 126 Wohnungen und über 250 Menschen betroffen.

Politik wartet ab

Ihr Anliegen hat die Bürgerinitiative bereits in verschiedenen Ausschüssen der Eimsbütteler Bezirksversammlung vorgestellt – darunter der Kerngebietsausschuss für Bauanträge, der am Montagabend tagte. Dort zeigten sich die Fraktionen zwar solidarisch mit den Anwohnern, ein konkretes Handeln blieb aber aus.

Ein Antrag der Linksfraktion, der sich gegen die beabsichtigten Bebauungs- und Verdichtungsmaßnahmen richtete, lehnten die Grünen und CDU mehrheitlich ab. Ihre Begründung: Noch gibt es keine Grundlage, über die die Politiker entscheiden können.

Grindelhof 87 im Wohnungsbauprogramm

Ein Bauantrag liegt noch nicht vor, teilte die zuständige Verwaltungsbehörde mit. Obwohl die Fläche im Eimsbütteler Wohnungsbauprogramm 2022 enthalten und eine Bebauung theoretisch möglich ist, beschränkt sich das Bauvorhaben bislang auf informelle Pläne.

Um eben solche Pläne zu unterbinden, hatte Susanne Hericks im Februar – damals fraktionsloses Mitglied der Bezirksversammlung, heute Mitglied der Grünen-Fraktion – mit einem Antrag in der Bezirksversammlung versucht, die Fläche aus dem Programm zu entfernen. Wohneinheiten auf der Freifläche würden die Wohn- und Lebensqualität der Nachbarn in angrenzenden Gebäuden „massiv beeinträchtigen“. Hericks Antrag scheiterte an den Stimmen von SPD und Grünen.

2015 scheiterten Baupläne vor Gericht

Das Bauvorhaben von „Anima“ ist nicht der erste Versuch, die Grünfläche über der Quartiersgarage im Grindelhof 87 zu bebauen. Bereits 2015 beabsichtigte der damalige Eigentümer, Stadthäuser auf der Wiese zu errichten – ohne Erfolg.

Der Grund: „Für die Erschließung der hinteren Bebauung ist die Durchfahrt von Bedeutung“, sagt Bezirkssprecher Kay Becker. Die Tordurchfahrt ist Teil des Vorderhauses, gehört zu Teilen aber auch der Wohnungseigentümergemeinschaft (WEG) des Grindelhof 89.

Schon 2015 wehrten sich Anwohner im Grindelhof gegen eine Bebauung der Grünfläche zwischen den denkmalgeschützten Häusern. Foto: Julia Haas
Schon 2015 wehrten sich Anwohner im Grindelhof gegen eine Bebauung der Grünfläche zwischen den denkmalgeschützten Häusern. Foto: Julia Haas

„Es ist zwingend eine Baulast erforderlich, die die Tordurchfahrt sichert“, ergänzt Becker vom Bezirksamt. Das bedeutet, der Hinterhof kann nur erschlossen werden, wenn die WEG 89 der Zufahrt über ihren Teil des Grundstücks zustimmt. 2015 war das nicht der Fall. Mit der Folge, dass der damalige Bauherr versuchte, die Zustimmung gerichtlich zu erzwingen. Das Bauvorhaben scheiterte daran. Die Klage wurde abgewiesen, wie das Oberlandesgericht auf Anfrage bestätigte.

Vorderhaus und Grünfläche: Hängt alles zusammen?

Der neue Eigentümer – die „Anima Projektentwicklungsgesellschaft“ – könnte versuchen, ein Schlupfloch zu finden. Das glauben zumindest Vertreter der Bürgerinitiative. Ihre Vermutung: „Anima“ saniere das Vorderhaus, verkleinere dabei das Erdgeschoss und vergrößere dadurch die Durchfahrt auf ihrem Teil des Grundstücks. „Wenn der Eigentümer das schafft, hat er sein Ziel erreicht.“

Mark Maurin, Geschäftsführer von „Anima“, dementiert, dass die Sanierung des Vorderhauses planerisch mit den Bauten im Hinterhof in Verbindung steht. Inwieweit die Tordurchfahrt von den Sanierungen betroffen ist, kann Maurin noch nicht sagen. Das Stadium der Planung sei dafür zu früh.

Warum sich die Mieter im Vorderhaus des Grindelhof 87 unter Druck gesetzt fühlen, ihre Wohnungen zu verlassen.

UPDATE vom 9.09.2022, 10 Uhr: Der Artikel wurde um die Information, dass die Projektentwicklungsgesellschaft in einem Exposé zunächst 19 Townhouses angekündigt hatte, ergänzt.

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