Höhere Unfallgefahr für Kinder und Senioren
Eine Anfrage an den Senat hat ergeben: Immer mehr jüngere Verkehrsteilnehmer sind von Unfällen betroffen und immer mehr ältere werden im Straßenverkehr verletzt.
Von Nele DeutschmannDie Zahl der Verkehrsunfälle hat im ersten Halbjahr 2017 in Hamburg mit insgesamt 33.797 Unfällen einen neuen Höchststand erreicht. Dies ist der höchste Stand in einem ersten Halbjahr seit 2011. Zudem lässt sich ein Anstieg der bei Verkehrsunfällen ums Leben gekommenen Personen – von neun auf 15 Todesfälle – ausmachen. Und auch der im Halbjahresvergleich extreme Anstieg der bei Verkehrsunfällen verunglückten Senioren um 19 Prozent lässt aufhorchen.
Im Bezirk Eimsbüttel dagegen ist die Zahl der Verkehrsunfälle in den ersten drei Quartalen des Jahres um 84 Unfälle gesunken. So ereigneten sich 7.581 Unfälle in den Monaten Januar bis September. Von den 1.024 in diesem Zeitraum verunglückten Eimsbüttelern kamen vier ums Leben.
Unfälle mit Kinderbeteiligung
CDU-Verkehrspolitiker Dennis Thering nahm dies zum Anlass, um eine Kleine Anfrage zu genauen Zahlen von Verkehrsunfällen mit Beteiligung von Kindern, jungen Erwachsenen und Senioren an den Hamburger Senat zu stellen.
Thering fragte: „Wie viele Verkehrsunfälle mit Kindern haben sich im Zeitraum Januar bis einschließlich September 2017 in Hamburg ereignet und wie stellt sich die Entwicklung absolut sowie prozentual im Vergleich zum Zeitraum Januar bis einschließlich September 2016 dar?“
Aus der Antwort des Senats, die den Eimsbütteler Nachrichten vorliegt, geht hervor, dass es in den ersten drei Quartalen 2017 zu insgesamt 441 Unfälle in Hamburg, an denen Kinder beteiligt waren, kam – ein Plus von knapp einem Prozent.
In Eimsbüttel lassen sich 72 Unfälle mit der Beteiligung von Kindern zählen. Hauptverursacher waren dabei Pkw-Fahrer, Radfahrer und Fußgänger – wobei die Kinder die Unfälle als Fußgänger oder Radfahrer in vielen Fällen selbst verursacht haben. In Eimsbüttel waren in 32 der 72 Unfälle Kinder Hauptverursacher.
Keine Todesopfer unter Kindern
Beruhigend jedoch: Obwohl die Zahl der Unfälle mit Kindern gestiegen ist, wurden weniger junge Verkehrsteilnehmer verletzt als im Vergleichszeitraum. In den ersten drei Quartalen 2016 kamen noch 522 Kinder zu Schaden, während zwischen Januar und September 2017 nur noch 494 verletzte Kinder gezählt wurden.
Kam 2016 noch ein Kind zu Tode, sind in den ersten drei Quartalen diesen Jahres noch keine Todesopfer unter den verunglückten Kindern zu beklagen.
Im Bezirk Eimsbüttel verunglückten in den Monaten Januar bis September diesen Jahres 68 Kinder, wovon 60 leicht und acht schwer verletzt wurden. Die häufigste Ursache war das Überqueren der Fahrbahn, aber auch Abbiegen, Einfahren oder Fehlverhalten gegenüber der Fußgängern führten zu Unglücksfällen im Straßenverkehr.
Mehr verletzte Senioren
Anders sieht es bei den Senioren aus: Hier sank zwar die Zahl der Unfälle, jedoch stieg die Zahl der Verletzten an. Insgesamt können 8.913 Unfälle, in die Senioren verwickelt waren, in den ersten neun Monaten 2017 gezählt werden. Dies ist ein leichter Rückgang um 0,8 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum 2016.
Gestiegen ist hingegen die Zahl der bei Verkehrsunfällen verletzten oder getöteten Senioren. Insgesamt 742 ältere Menschen kamen in den ersten drei Quartalen 2017 in Hamburg zu Schaden – fast elf Prozent mehr als im Vergleichszeitraum 2016. Acht Senioren kamen dabei in diesem Zeitraum bei Verkehrsunfällen ums Leben, 2016 waren es noch sechs.
Die Hälfte der Senioren, die in den ersten drei Quartalen 2017 bei Verkehrsunfällen in Hamburg getötet wurden, kamen in Eimsbüttel ums Leben. Insgesamt ereigneten sich 1.446 Verkehrsunfälle mit beteiligten Senioren im Bezirk.