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Die SPD wollte an der U-Bahn Osterstraße eine "Shibuya-Kreuzung" einrichten.
Die SPD wollte an der U-Bahn Osterstraße eine "Shibuya-Kreuzung" einrichten. Foto: Christiane Tauer
Verkehrspolitik

Keine „Shibuya-Kreuzung“ für die Osterstraße

Die Eimsbütteler SPD wollte aus der Kreuzung an der U-Bahn Osterstraße eine „Alle-gehen“-Kreuzung machen. Die Bezirksversammlung hat den Vorschlag abgelehnt.

Von Valentin Hillinger

Es hätte ein neuartiges Verkehrsprojekt werden können: Die erste sogenannte „Shibuya-Kreuzung“ in Hamburg. Vergangenes Jahr forderte die Eimsbütteler SPD eine Umgestaltung der Kreuzung Osterstraße/Heußweg nach dem Vorbild der berühmten „Alle-gehen“-Kreuzung in Tokio.

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Jetzt scheiterte das Projekt im Mobilitätsausschuss der Bezirksversammlung. Eine Mehrheit von Grünen, CDU, FDP, Linken und AfD lehnte den Vorschlag ab. 

SPD hält an Vorhaben fest

Die SPD zeigt sich enttäuscht. Der verkehrspolitische Sprecher der Fraktion, Koorosh Armi, hält die Shibuya-Kreuzung weiterhin für eine gute Idee. „Wir haben in den letzten Jahren viel für Fahrradfahrer und Autofahrer gemacht.“ Nun seien die Fußgänger an der Reihe, meint Armi.

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„Alle gehen“: Wie funktioniert die „Shibuya-Kreuzung“?

Bei einer sogenannten „Shibuya-Kreuzung“ werden die Ampelphasen so gestaltet, dass alle Fußgänger zur gleichen Zeit Grün haben. Zusätzlich zu dem „Rundumgrün“ ist dann auch das Diagonalqueren erlaubt. Die Auto- und Fahrradfahrer haben währenddessen Rot. Für sie gibt es weiterhin zwei Grünphasen für die jeweiligen Fahrtrichtungen.     

Integrationsbeirat gegen „Shibuya-Kreuzung“

Der Integrationsbeirat der Bezirksversammlung hatte in einer Stellungnahme im Februar von der Umsetzung der „Shibuya-Kreuzung“ abgeraten.

Der Beirat befürchtete, dass langsamere und mobilitätseingeschränkte Passantinnen die längere Querungszeit unterschätzen und so in Gefahrensituationen geraten würden. Zudem sei eine bessere Beleuchtung der Kreuzung an der Osterstraße notwendig. 

Grüne: „Alle Interessen mitbedenken“

Die Bedenken des Beirats teilen auch die Grünen und die CDU. Bei einer so aufwendigen Neugestaltung müsse man die Interessen aller mitbedenken – auch wenn der Vorschlag „auf den ersten Blick sympathisch“ sei, so Kathrin Warnecke, die für die Grünen im Mobilitätsausschuss sitzt. 

SPD-Abgeordneter Armi kann die Argumente nur teilweise nachvollziehen. Die Ampelphasen könne man anpassen, sodass alle Verkehrsteilnehmer genug Zeit zum Queren haben – auch tagesabhängig.

Gefahr für Fahrradfahrer?

Die neugeregelte Kreuzung würde auch für Radfahrer gefährlich werden, befürchtet Warnecke von den Grünen. Das Risiko für Abbiegeunfälle würde steigen, wenn Fahrrad- und Autofahrer zur gleichen Zeit Grünphase haben, vermutet die Abgeordnete. 

Ein Blick nach Berlin zeigt ein anderes Bild: Dort gibt es seit 2000 eine Kreuzung mit „Rundum-Grün“. Laut einer Auswertung des Berliner Senats blieb die Anzahl der Verkehrsunfälle nach der Einführung fast unverändert.

„Shibuya-Kreuzung“: Wie teuer ist ein Umbau?

Ein weiteres Argument gegen die Shibuya-Kreuzung: Kosten und Belastung der Anwohner durch den Umbau. Das brachte die CDU in einem Alternativantrag in der Bezirksversammlung vor.

Die SPD sieht das anders: Ein Umbau würde nur geringe Kosten verursachen, so Armi. Für die Shibuya-Kreuzung müssten ledigliche neue Markierungen angebracht und die Ampelschaltung angepasst werden. 

Andreas Birnbaum hält die Kreuzung an der Osterstraße nicht für geeignet. Sein Argument: Die Menschenmassen seien nicht vergleichbar mit Tokio. Eine Shibuya-Kreuzung ergebe in Eimsbüttel daher wenig Sinn. Zudem würden sich Wartezeiten für alle Verkehrsteilnehmer verlängern. 

Tempo 30 für den Heußweg

Koorosh Armi will das Projekt nicht aufgeben. Er kann sich das Vorhaben auch an anderen Stellen im Bezirk vorstellen und lädt die Fraktionen ein, Vorschläge zu machen.

Peter Gutzeit von der Linken bringt gegenüber der Eimsbütteler Nachrichten die Kreuzung an der Christuskirche ins Spiel. Dort könne er sich die Möglichkeit der Diagonalquerung vorstellen. Für den Heußweg hat die Linken-Fraktion andere Pläne: Wie am 8. März im Kerngebietsausschuss beschlossen wurde, soll zwischen Fruchtallee und Osterstraße eine Tempo-30-Zone eingerichtet werden.


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