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Das Vereinshaus des TSV Stellingen befindet sich direkt neben dem Neubaugebiet.
Das Vereinshaus des TSV Stellingen befindet sich direkt neben dem Neubaugebiet. Foto: Christiane Tauer
Sportverein

Warum der TSV Stellingen mit der „Neuen Mitte“ hadert

Stellingen bekommt ein neues Quartier am Sportplatzring – genau dort, wo der TSV Stellingen seine Sportplätze hatte. Schnell zeigte sich: Das birgt Konfliktpotenzial.

Von Christiane Tauer

Altona hat eine „Neue Mitte“ und bald auch Stellingen: 750 Wohnungen, moderne Architektur und eine Planung, an der von Anfang an die Bürgerinnen und Bürger beteiligt waren. Eimsbüttels Bezirksamtsleiter Kay Gätgens ist überzeugt, dass das 2025 fertiggestellte Neubaugebiet zwischen Sportplatzring und Basselweg dem Stadtteil eine neue Qualität verleihen wird.

Einer ist jedoch weniger euphorisch, was Stellingens neues Herz angeht. Und das ist sozusagen das alte Herz des Stadtteils: der 1888 gegründete TSV Stellingen.

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TSV hatte gegen Bebauungsplan geklagt

Das Baugebiet befindet sich genau dort, wo zuvor der TSV Stellingen seine Sportplätze hatte. Und das ist gleich aus mehreren Gründen der Knackpunkt des Ganzen.

Zuerst: die Klage. Sie sorgte dafür, dass es um das Bauvorhaben zuletzt etwas ruhiger wurde und sich der Baustart verzögerte. Der TSV hatte bemängelt, dass er vom achtgeschossig geplanten Gebäude direkt gegenüber des Vereinshauses zu sehr eingeengt werde. Der Verein selbst dürfte bei einem möglichen Neubau nur sechsgeschossig bauen.

Gericht macht Plan unwirksam

„Uns ging es in erster Linie darum, dass der Achtgeschosser nicht direkt vor uns, sondern etwas weiter Richtung Basselweg steht“, begründet Vereinsvorsitzender Kai Wacker den Eimsbütteler Nachrichten gegenüber die damalige Klage. „Wir fanden, dass wir von diesem Ding erschlagen werden.“

Folge der Klage war, dass das Gericht zwar nicht die Beschwerde des TSV anerkannte, dafür aber den gesamten Bebauungsplan genauestens unter die Lupe nahm – und eine zu dicht geplante Bebauung feststellte. Ende 2019 wurde per Gerichtsurteil der gesamte B-Plan für unwirksam erklärt.

„Neue Mitte“ – alles geklärt?

Was also tun? Das Eimsbütteler Bezirksamt besserte nach. Allerdings nicht an den Plänen selbst, sondern an der Begründung, warum die Dichte doch möglich ist. „Wir waren damals in einer rechtlichen Übergangsphase“, erklärt Jan Philipp Stephan, Fachamtsleiter Stadt- und Landschaftsplanung, im Rückblick.

Erst kurz zuvor, im Jahr 2017, wurde das sogenannte „Urbane Gebiet“ in der Baunutzungsverordnung eingeführt, das in Städten eine höhere bauliche Dichte ermöglicht. Man habe nach dem Urteilsspruch akribisch begründet, warum der Bezirk hier Dichte schaffe, sagt Jan Philipp Stephan. Jetzt sei alles geklärt. Die Bauherren habe man „ermuntert“, ihr Vorhaben parallel weiterzuverfolgen, ergänzt er.

Verspätungen

Das ist allerdings nur bedingt gelungen. Neben dem städtischen Wohnungsunternehmen Saga sind Magna Real Estate, die Buwog und die Baugenossenschaft BVE an der „Neuen Mitte“ beteiligt. Einzig die Saga hat einen Teil ihrer Wohnungen im nordwestlichsten Bereich bereits fertiggestellt. Magna Real Estate hat im Frühjahr 2022 mit den Arbeiten begonnen.

Auf dem Baufeld von Magna Real Estate haben die Arbeiten begonnen. Foto: Christiane Tauer

BVE und Buwog starten hingegen erst 2023, also mit einjähriger Verspätung. Wie sich zusätzlich die aktuellen Schwierigkeiten bei der Materialbeschaffung auf das Bauvorhaben auswirken, wird sich zeigen.

Neubau ist nur auf größerer Fläche möglich

Zurück zum TSV Stellingen und der Frage, was mit einem möglichen Neubau des Vereinshauses ist. Laut Wacker steht die Realisierung erst einmal in den Sternen. Hintergrund ist, dass sich das Vereinshaus zwar auf eigenem Grund und Boden befindet, die 420 Quadratmeter große Parkplatzfläche im hinteren Bereich, Richtung Dörpkamp, allerdings im städtischen Besitz ist. Der Verein nutzt sie lediglich als Mieter.

„Wenn die Stadt uns die gemietete Fläche verkaufen würde, könnten wir neu bauen“, sagt Wacker. Dann wäre die Grundfläche groß genug, damit der TSV einen Teil der neu bebauten Fläche weiter verpachten kann, um Einnahmen zu generieren. Nur so könnte der relativ kleine, 1.260 Mitglieder zählende Verein den Neubau finanzieren.

Verein muss Finanzierung alleine stemmen

Das Problem an der Sache: Der Quadratmeterpreis für den Parkplatz ist so hoch, dass ein Kauf für den Verein finanziell nicht möglich ist. Sollte es eines Tages zu einem Neubau des Vereinshauses kommen, kann der TSV nur im Bestand bauen – und beispielsweise um eine Halle in Leichtbauweise aufstocken. Die Finanzierung muss der Verein aus eigenen Kräften stemmen. „Das ist für uns natürlich extrem schwierig“, sagt Wacker.

Doch das ist noch nicht alles. Es gibt eine weitere Sache, die die Euphorie des TSV über die „Neue Mitte“ drückt. Und sie betrifft die Sportplätze.

Bisher gibt es nur zwei neue Sportplätze

Zwei Grandplätze für Fußball, ein Rasenplatz mit Leichtathletikbahn und eine asphaltierte Mehrzweckfläche unter anderem für Basketball oder Hockey nannte der Verein vor Beginn des Bauprojekts sein Eigen. Dabei ist „sein Eigen“ nicht der richtige Begriff. Anders als das Vereinshaus sind die Flächen nicht Privatgrund, sondern im städtischen Besitz und der Verein hatte ein Nutzungsrecht.

Im Zuge eines sogenannten Ringtauschs, von Bezirksamtsleiter Gätgens als „intelligenter Flächentausch“ bezeichnet, wanderten die Sportplätze an die Vogt-Kölln-Straße Richtung Niendorfer Gehege. Dort hatte das Informatikum der Universität Hamburg durch einen Umzug an die Bundesstraße Platz gemacht. Allerdings sind bisher nur zwei Plätze dorthin gewandert, die sich der TSV mit dem SV West-Eimsbüttel und dem HFC Falke teilt. „Auf den dritten Platz mit Leichtathletikbahn warten wir immer noch“, sagt Wacker.

Grundstück verkaufen: für TSV Stellingen keine Option

Es stand anfangs zwar auch im Raum, dass das Vereinshaus des TSV mit an die Vogt-Kölln-Straße wandert und der Verein sein Grundeigentum am Sportplatzring an die Stadt verkauft. „Wir wollten dafür aber eine Flächengarantie von 99 Jahre am neuen Standort, dann hätte man darüber reden können“, sagt Wacker.

Die neuen Sportplätze an der Vogt-Kölln-Straße. Foto: Christiane Tauer

Der Sportrahmenvertrag, den das Bezirksamt mit dem TSV geschlossen hätte, sehe aber nur 25 Jahre vor – ohne Ausnahmen. Für den TSV war ein Grundstücksverkauf und Komplettumzug somit keine Option. Auch die Idee, dass das Vereinshaus in das neue Quartier verlegt wird, löste sich in Luft auf.

Vereinsleben findet an mehreren Standorten statt

Nun wird sich der TSV nicht nur an einen Achtgeschosser vor seiner Nase gewöhnen müssen, sondern auch an ein Vereinsleben an mehreren Standorten. „Wir müssen uns damit arrangieren“, sagt Wacker. Der Verein hätte es gerne anders gewollt, aber man sei ihnen nicht entgegengekommen.


Wie die Pläne für die „Neue Mitte Stellingen“ im Detail aussehen und wann das Quartier fertig sein wird.

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