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Ein neuer Container bietet ab sofort einem Obdachlosen eine Bleibe für den Winter. Foto: Max Bryan
Winternothilfe

Neuer Wohncontainer für Obdachlose in Niendorf

In Niendorf wurde gestern ein neuer Wohncontainer für einen Obdachlosen aufgestellt. Dies geschah mit Unterstützung von der Bürgerinitiative “Hilfe für Hamburger Obdachlose”, die sich für Menschen in Not einsetzt und diesen eine Überwinterungsmöglichkeit mit gebotenem Rückzugsort anbietet.

Von Margarita Ilieva

Ein dritter Wohncontainer für einen Menschen ohne Bleibe in Hamburg wurde gestern nahe dem FC St. Pauli Trainingsgelände in Niendorf aufgestellt. Nach einem längeren Kampf mit behördlichen Hürden und rechtlichen Vorschriften, ist nun das Projekt “Hilfe für Hamburger Obdachlose” einen Schritt weiter gekommen.

Keine Genehmigung vom Bezirksamt Mitte

Leiter der Bürgerinitiative und Projektstifter Max Bryan berichtet, dass nach dem Aufstellen von Wohncontainern in Lokstedt und Langenhorn zu Winterbeginn, der Bau von einem dritten Container einige Hindernisse überwinden musste, bevor er endlich einem Langzeit-Obdachlosen zur Verfügung gestellt werden konnte.

Nachdem keine Baugenehmigung vom Bezirksamt Hamburg-Mitte erteilt werden konnte, die das Aufstellen des Containers in der Hafenstraße in St. Pauli ermöglicht hätte, wurde der Containerbau in Niendorf vom Bezirksamt Eimsbüttel gestattet.

Planmäßige Gründe verhindern den Standort Hafenstraße

„Die geltenden Bebauungspläne machen das Aufstellen des Containers [in St. Pauli] nicht möglich“, so Sorina Weiland von der Pressestelle des Bezirksamts Hamburg-Mitte. Die Baumaßnahme sei rechtlich nicht möglich und mit dem geltenden Plan nicht konform.

Winterwohncontainer für einen Obdachlosen in Lokstedt. Foto: Vanessa Leitschuh

Bürgerinitiative stellt weiteren Wohncontainer für Obdachlose auf

Nachdem das Bezirksamt Eimsbüttel in der letzten Woche die Baugenehmigung erteilt hat, hat die Bürgerinitiative "Hilfe für Hamburger Obdachlose" heute in Lokstedt einen weiteren Container aufgestellt.

Dabei spiele der gute Zweck oder das gut gemeinte Anliegen keine Rolle, denn man müsse sich trotzdem an Vorschriften halten. Dennoch zeigt sich das Bezirksamt glücklich darüber, dass die Überwinterungseinrichtung trotzdem zustande gebracht werden konnte. Der Wohncontainer kann nun bis zum Sommer für eine weitere Person in Not eine Bleibe sein.

Duldung über den Winter

„Die Aufstellung des Wohncontainers ist nicht etwas, was wir rechtlich genehmigen können oder dürfen“, erklärt Pressesprecher Kai Becker vom Bezirksamts Eimsbüttel, „aber wir dulden das“. Angesichts der schweren Winterbedingungen sollte eine möglichst unbürokratische Lösung gefunden werden, weshalb die Erlaubnis erteilt wurde.

Private Alternative zum staatlichen Winternotprogramm

Die Bürgerinitiative „Hilfe für Hamburger Obdachlose” bietet durch die Wohncontainer eine alternative Möglichkeit zum vom Staat angebotenen Winternotprogramm. Das Angebot des Staates wird jedes Jahr von Hunderten von Personen in Not in Anspruch genommen und kann daher nicht allen Bedürftigen eine Unterkunft ermöglichen.

Der Fernsehraum der Tagesaufenthaltsstätte. Hier können Bedürftige Spiele spielen, essen, fernsehen und im Warmen sitzen. Foto Karoline Gebhardt

Winternotprogramm für Obdachlose

Am 01. November ist das bisher größte Winternotprogramm in Hamburg gestartet. Die Zahlen der obdach- und wohnungslosen Menschen in der Hansestadt steigen.

Das Anstehen für einen Platz im staatlichen Winternotprogramm kann Stunden dauern und die Nächte müssen die Menschen ohne Obdach zusammen mit anderen auf einem engen Platz verbringen. Von Privatsphäre kann also nur schwer die Rede sein.

Aufruf an weitere Spender

Das Projekt “Hilfe für Hamburger Obdachlose” wird durch Spenden finanziert. Im vergangenen Jahr konnten durch das Hamburger Spendenparlament und private Bürger über 12.000 € gesammelt werden.

Initiator Max Bryan ruft zur Hilfsbereitschaft weiterer Bürger für den kommenden Winter auf, damit noch mehr Wohnungslosen und Obdachlosen ermöglicht wird, den Winter im Warmen und Trockenem zu überstehen.

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