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fullscreen Streit um Bebauung des Bahndamms an der Sternschanze
Erhitzte Gemüter und Redebedarf bei den Beteiligten. Foto: Monika Dzialas

Bürgerbeteiligung

Streit um Bebauung des Bahndamms an der Sternschanze

Nach Diskussionen der Altonaer Bezirksversammlung über eine mögliche Bebauung des Bahndamms Sternschanze, sollen nun die Anwohner des Schanzenviertels zu Wort kommen. Bei einem offenen Forum konnten sie ihre Meinungen austauschen. Dabei trafen die Interessen der Anwohner und der ansässigen Kulturschaffenden aufeinander.

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Am gestrigen Abend fand in der Ganztagsschule Sternschanze ein offenes Forum zur möglichen Bebauung des Bahndamms Sternschanze statt. Neben Vertretern des Bezirksamts Altona waren Anwohner und Kulturschaffende des Schanzenviertels dabei, um die unterschiedlichen Interessen vorzustellen. Dabei wurden die aktuellen und vergangenen Probleme des Stadtteils angesprochen.

Beteiligen und mitentscheiden

Am Übergang der Bezirke Eimsbüttel und Altona liegt der S-Bahnhof Sternschanze, dessen Bahndamm bereits vor zwei Jahren erste Debatten veranlasste. Damals hatte die “Stadterneuerungs- und Stadtentwicklungsgesellschaft Hamburg”, kurz Steg, vorgeschlagen, auf der bisherigen Grünfläche ein Kulturzentrum zu bauen. Diese Idee wurde Anfang dieses Jahres in der Altonaer Bezirksversammlung wieder aufgerollt und sorgt nun für Diskussionen zwischen Vertretern des Bezirks und Anwohnern des Schanzenviertels.

Um nicht über die Interessen der Bewohner bezüglich der Zukunft des Bahndamms hinweg zu entscheiden, entwarf die “Konsalt – Gesellschaft für Stadt- und Regionalanalysen und Projektentwicklung” verschiedene Möglichkeiten zur Beteiligung. Ziel sei es, ein Meinungsbild der Betroffenen zu bekommen, erklärte Margit Bonacker von der Konsalt.

Nachdem die Konsalt an zwei Tagen im September mit Passanten am Bahndamm sprach, trafen sich Interessierte jetzt am Dienstagabend zu einem offenen Forum. Mit dabei waren der Altonaer Dezernent für Wirtschaft, Bauen und Umwelt Johannes Gerdelmann und Arne Kuchenbecker vom “Landesbetrieb Immobilienmanagement und Grundvermögen” (LIG). In einer kurzen Einführung betonte Bonacker: “Wir wollen heute nicht mit einer Entscheidung rausgehen, ob gebaut wird oder nicht.”

Anwohner sind skeptisch

Die Offenheit der Entscheidung wurde vonseiten der Anwohner im anschließenden Plenum jedoch infrage gestellt. Viele der Anwesenden wohnen bereits seit über dreißig Jahren im Viertel und haben in Bürgerbeteiligungen die Erfahrung gemacht, “dass wir letztlich das bekommen haben, was sich bestimmte Menschen vorgestellt haben und nicht das, was diskutiert wurde”, so ein Bewohner.

Andere Anwohner sind skeptisch gegenüber der Entwicklung des beliebten Wohn- und Ausgehviertels und wollen die Gestaltung nicht anderen überlassen. In diesem Zusammenhang berichtet eine Anwohnerin:

“Wir sind am Limit und haben unseren Stadtteil nicht mehr im Griff.”

Auch der Stadtteilbeirat “Standpunkt Schanze e.V.” meldete sich zu Wort und setzt sich für den Bahndamm als Grünfläche ein. Dabei wollen die Beteiligten jedoch nicht als “dogmatische Baumumarmer” gesehen werden und schlagen vor, “das Grün in attraktiverer Form zu verändern”, formuliert ein Vertreter des Beirats.

Zukunft für Sternbrücken-Clubs

Die Abneigung der teilnehmenden Bewohner traf auf die entgegengesetzten Interessen der an der Sternbrücke ansässigen Kulturschaffenden. Da voraussichtlich Ende 2019 die Verträge für die Clubs “Waagenbau”, “Fundbureau” und “Astra Stube” auslaufen und die Brücke durch die “Deutsche Bahn” renoviert wird, sind die Betreiber auf der Suche nach einem neuen Standort und sehen den Bahndamm als mögliche Alternative.

Zu diesem Zweck arbeiteten die Kulturschaffenden gemeinsam mit dem Stadtteilbeirat an “Leitplanken als Diskussionsgrundlage, dass sehr wohl auf der Fläche für konkrete Nutzer gebaut werden kann, ohne das Wurzelwerk zu zerstören”, äußert sich der Waagenbau-Betreiber John Schierhorn zu den erstellten Vorschlägen.

Im Anschluss wurden weitere Meinungen an Pinnwänden zusammengetragen. Darüber hinaus wird es noch bis zum 7. Oktober ein Forum zur Online-Beteiligung geben. Nach der Auswertung der zusammengetragenen Ergebnisse “müssen wir sehen, wie wir damit umgehen”, schlussfolgert Bonacker.

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