Osterstraße: Offener Brief an den Ersten Bürgermeister
Das Ende der Baustelle in der Osterstraße ist in Sicht, doch die entstandenen Schäden in den Betrieben bleiben. Nun wenden sich die Betroffenen in einem öffentlichen Brief an Hamburgs Ersten Bürgermeister.
Von Nina FreierSeit bereits über zwei Jahren türmen sich Bauzäune über Bauzäune in der Osterstraße. Wo sich einmal eine Einkaufsstraße, die zum Bummeln einlud, befand, ist seit langer Zeit eine große Baustelle für eine Fernwärmeleitung zu finden.
Eine Straße, ein Brief
67 Betriebe aus der Osterstraße haben sich zusammengeschlossen und einen Brief an den Ersten Bürgermeister Peter Tschentscher unterschrieben.
Initiatorin des Briefes ist Linda Langer, Inhaberin des Concept-Stores “Nachmacher X” an der Osterstraße. Die Tage, in denen sie die Unterschriften sammelte, seien sehr ermüdend gewesen, berichtet Lange gegenüber den Eimsbütteler Nachrichten. Es sei eine Herausforderung gewesen, in den Läden die Verantwortlichen anzutreffen, auf deren Unterschrift sie hoffte. Nach der Einreichung des Briefes seien immer noch weitere Betriebe mit Interesse, das Vorhaben zu unterstützen, auf sie zugekommen.
Endlose Baustelle
Die Fernwärmebaustelle blockiere seit Jahren die Straße, große Teile seien für lange Zeiten gesperrt worden. Auch der Busverkehr wurde weiträumig umgeleitet.
Durch zahlreiche Verzögerungen der Baustelle ließen sich 30 bis 50 Prozent Einnahmeeinbußen bei umliegenden Betrieben nachweisen, heißt es in dem Brief von Lange. Viele Läden konnten dem nicht standhalten und mussten bereits schließen.
Das Anliegen des Briefs
Der offene Brief an den Ersten Bürgermeister soll nicht nur erneut die prekäre Lage der Osterstraße und der Betriebe schildern. Viel mehr solle der Senat zum Reagieren angeregt werden, damit eine Lösung gefunden werden könne. So schreibt Lange, dass bereits versucht wurde, sich auf bezirkspolitischer Ebene einzubringen. Dabei wurde den Betrieben zwar Verständnis für ihre Situation entgegengebracht, jedoch zu wenig Handlungsmöglichkeiten.
In einer Sitzung der Bezirksversammlung Eimsbüttel des letzten Monats wären von den Hamburger Energiewerken Entschädigungszahlungen abgelehnt worden, schreibt Lange in dem Brief.
Nun fordern die Betriebe einen “Baustellenunterstützungsfond” für alle Gewerbetreibenden, die seit 2024 von den Bauarbeiten in der Osterstraße betroffen seien.
Mehr strukturelle Unterstützung
Die Forderung eines Baustellenunterstützungsfonds sei auch als eine langfristige Lösung gedacht. Solche Fonds existieren bereits in anderen Städten wie Heidelberg und sollen dabei helfen, Unternehmen bei existenzgefährdenden Baumaßnahmen zu unterstützen.
Gleichzeitig soll „die Unterstützung der Öffentlichkeit für die klima- und infrastrukturpolitischen Umbaumaßnahmen“ erhalten bleiben. In dem Brief zeigen sich die Betriebe kompromissbereit, auch für pauschalierte Entschädigungszahlungen seien sie offen. Diese würden eine Möglichkeit darstellen, bürokratische Prozesse und Verwaltungsaufwand gering zu halten.
Kenntnisnahme der Zuständigen
Nach Angaben des Senatsprechers Christopher Harms ging der Brief am 22. September im Büro des Ersten Bürgermeisters ein. Dieser werde aktuell bearbeitet, mehr Informationen würde es dazu aktuell nicht geben.
Bei den Hamburger Energiewerken sei der Brief nicht bekannt. „Wir haben Verständnis für die Situation der Gewerbetreibenden. „Die Schaffung von Ausgleichs- oder Hilfsfonds liegt nicht im Zuständigkeits- oder Entscheidungsbereich der Hamburger Energiewerke“, heißt es von einer Sprecherin der Hamburger Energiewerke auf Anfrage.
lokal. unabhängig. unbestechlich.
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