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Marco Holst erlebt mehrmals wöchentlich gefährliche Situationen an der Fußgängerampel.
Marco Holst erlebt mehrmals wöchentlich gefährliche Situationen an der Fußgängerampel. Foto: Christiane Tauer
Verkehr

Eimsbüttels gefährlichste Fußgängerampel

Sieben Mal über Rot in einer Stunde: Autofahrer ignorieren diese Fußgängerampel ständig. Die Anwohner sind verzweifelt.

Von Christiane Tauer

Es gibt Dinge im Leben, auf die sollte man sich verlassen können. Als Fußgänger bei Grün sicher die Straße überqueren zu können, gehört dazu.

An der Ecke Fruchtallee/Sandweg scheint diese Regel nicht zu gelten. Dort steht eine Fußgängerampel, die mehrmals täglich von Autofahrern ignoriert wird.

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Fußgängerampel direkt vor Nahkauf

Marco Holst weiß nicht mehr genau, wann ihm das zum ersten Mal aufgefallen ist. Er lebt seit zwölf Jahren im Sandweg und geht mehrmals täglich über die Fußgängerampel zur Osterstraße. Irgendwann merkte er: Diese Ampel direkt vor Nahkauf wird von Autofahrern häufiger übersehen als die anderen an der Straße. Also meldete er sich bei den Eimsbütteler Nachrichten.

Mindestens ein- bis zweimal die Woche erlebt er gefährliche Situationen, in denen Fußgänger oder Radfahrer beinahe angefahren werden. „Die Autofahrer sind oft selbst erschrocken, dass sie bei Rot gefahren sind.“

40 gefährliche Situationen an Fußgängerampel

Melis Cihan hat dasselbe beobachtet. Seit elf Jahren hat sie ihren Laden Melis‘ Fisch & Feinkost an der Fruchtallee, die Ampel befindet sich fast genau vor ihrer Tür. Seitdem habe sie mindestens 40 Situationen erlebt, in denen Fußgänger durch Autofahrer in Gefahr gerieten – trotz Grünphase.

Doch das sei nur die Spitze des Eisbergs. „Ignoriert wird die Ampel mehrmals täglich.“

Melis Cihan hat von ihrem Fisch- und Feinkostladen aus die Ampel gut im Blick und erlebt ständig Rotverstöße. Foto: Christiane Tauer

Ladenbesitzerin fast von Auto erfasst

Einmal saß ihr Bruder eine Stunde vor dem Laden und registrierte in der Zeit sieben Rotfahrer. Sie selbst sei an diesem Morgen fast von einem Auto erfasst worden, als sie kurz zum Supermarkt gegenüber wollte.

Ihr Nachbar Alexander, Inhaber des Grill-Stübchens, hat angesichts der Ampel schon einen gewissen Sarkasmus entwickelt: „Wenn ich für jeden, der hier über Rot fährt, einen Euro kriegen würde, wäre ich reich.“

Fußgängerampel nicht als Gefahrenpunkt bekannt

Die gesamte Nachbarschaft wünsche sich dringend, dass die zuständigen Behörden etwas gegen die permanenten Rotfahrten unternehmen, sagt er. Allerdings scheinen die Probleme nicht bis in die Amtsstuben vorgedrungen zu sein.

Auf Nachfrage der Eimsbütteler Nachrichten erklärt die Pressestelle der Polizei, dass weder dem örtlich zuständigen Polizeikommissariat noch der zentralen Straßenverkehrsbehörde die Fußgängerampel als Gefahrenpunkt bekannt sei. Aktuell liege nur eine Bürgerbeschwerde vor. Dabei könnte es sich um die von Anwohner Marco Holst handeln, der dem Polizeikommissariat an der Troplowitzstraße eine E-Mail geschrieben hat.

Stehen Ampeln zu dicht beieinander?

Melis Cihan wundert sich über die wenigen Beschwerden. Erst vor einem Monat sei eine Radfahrerin verunglückt, weil ein Autofahrer wieder einmal über Rot fuhr. „Die Frau ist gestürzt und hat sich an der Schulter verletzt.“ Der Polizei hat Melis Cihan von den ständigen Rotverstößen berichtet. Auch den Stadtteilpolizisten, der oft an der Fruchtallee vorbeikommt, hat sie mehrfach informiert.

Die Anwohner sind überzeugt, dass die Probleme vor allem auf die dahinterliegende Ampel an der Kreuzung Eimsbütteler Marktplatz/Heußweg vor dem Tjaden’s Biomarkt zurückzuführen sind. „Die Autofahrer aus Richtung Emilienstraße übersehen diese Ampel, weil sie nur auf die Ampel dahinter achten“, sagt Melis Cihan. Sie stünden zu dicht beieinander. Ihr Vorschlag: Die Fußgängerampel mit einem Licht sichtbarer machen oder sie vergrößern.

Zahlen der vergangenen Jahre schwanken sehr

Grundsätzlich lässt sich laut Polizei kein Trend bei der Anzahl der Unfälle wegen Rotlichtverstößen im Bezirk erkennen. Die durch Kraftfahrzeuge verursachten Unfälle schwanken zwischen neun im Jahr 2018 und 17 in 2022.

Unfälle, bei denen Fußgänger oder Radfahrer bei Rot fuhren, gab es 2018 hingegen 29 Mal. Zu weniger Fällen kam es in 2019 (11 Mal) und 2022 (18 Mal).

Nachbarschaft ist vorsichtig geworden

Dass es an der Fußgängerampel der Fruchtallee nicht häufiger kracht, liegt offenbar an der mittlerweile vorsichtigen Nachbarschaft. Anwohnerin Bärbel lebt seit 47 Jahren im Viertel. Sie sagt, dass sie die Ampel mit ihrem Rollator nur überquert, wenn sie wirklich sicher ist, dass alle Autos bei Rot stehen bleiben. Das kann dazu führen, dass sie lieber auf die nächste Grünphase wartet. Zu viele Autos fahren einfach weiter.

Beim Vor-Ort-Besuch der Eimsbütteler Nachrichten waren es übrigens zweieinhalb Rotfahrten in knapp einer Stunde: Zwei Fahrzeuge rauschten durch, während ein Fahrer seinen Verstoß bemerkte und den Wagen wieder zurücksetzte.


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