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Simone Zander von der Flüchtlingeshilfe Harvestehude hofft auf den Erhalt der Einrichtung an der Sophienterrasse.
Simone Zander von der Flüchtlingshilfe Harvestehude hofft auf den Erhalt der Einrichtung in der Sophienterrasse. Foto: Christiane Tauer
Rechtsstreit

Unterkunft Sophienterrasse: Können die Geflüchteten doch bleiben?

Eigentlich soll die Einrichtung in Harvestehude im September 2024 schließen. Doch jetzt gibt es Gespräche zwischen Sozialbehörde und Nachbarn.

Von Christiane Tauer

Vor der Tür stehen Fahrräder und Kinderwagen, im Fenster Blumentöpfe vor gehäkelten Gardinen. Das Haus fällt auf in der Sophienterrasse. Ein 60er-Jahre-Bau inmitten herrschaftlicher Stadtvillen und gepflegter Neubauten. Seit 2015 leben dort Geflüchtete, aktuell 167 Personen.

Eigentlich sollen sie im September 2024 die Unterkunft verlassen, dann steht das Aus der Einrichtung an. So sieht es der Vergleich vor, der 2015 nach einer Anwohnerklage zustande kam.

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Sophienterrasse: Sozialbehörde führt Gespräche

Doch nun könnte sich das Blatt wenden. Die Sozialbehörde ist mit den Unterzeichnern der damaligen Vereinbarung über die weitere Nutzung der Liegenschaft im Gespräch. Das bestätigen drei Seiten auf Nachfrage der Eimsbütteler Nachrichten: die Pressestelle der Sozialbehörde, die Pressestelle des Einrichtungsbetreibers Fördern & Wohnen sowie der Anwalt, der die damaligen Kläger vertritt.

Alle Beteiligten machen jedoch deutlich, dass Diskretion vereinbart sei und zum jetzigen Zeitpunkt keine Informationen zum Inhalt der Gespräche nach außen dringen sollen.

Kompromiss kam nach Klage von Anwohnern zustande

Hintergrund der vor acht Jahren getroffenen Vereinbarung war eine Klage von drei Anwohnern gegen die Geflüchtetenunterkunft. Die geplante Nutzung drohte sich damals erheblich zu verzögern oder gar komplett zu scheitern – angesichts der Not, überhaupt geeignete Unterkünfte zu finden, war Letzteres für die Stadt keine Option.

Auf Vorschlag des Oberlandesgerichts kam es deshalb zu einem Kompromiss des Senats mit den Nachbarn: Die Einrichtung in der Sophienterrasse sollte befristet bis zum 26. September 2024 bestehen, danach sollte eine soziale Nutzung im Sinne des Bauplanungsrechts ausgeschlossen sein. Im Januar 2016 zogen die ersten Bewohner ein.

Ehrenamtliche wünschen sich Fortbestand

Unterstützung fanden diese von Beginn an bei der Flüchtlingshilfe Harvestehude e.V. In dem Verein sind 250 Ehrenamtliche aktiv – die Zahl ist seit Jahren nahezu konstant. „Einen Schwund an Helferinnen und Helfern können wir nicht feststellen“, berichtet Geschäftsführerin Simone Zander.

Aus Sicht des Vereins sind die aktuellen Gespräche zwischen Sozialbehörde und den damaligen Klägern ein Hoffnungsschimmer. Sie alle würden sich wünschen, dass man das, was gut läuft, weiterlaufen lasse, macht Zander deutlich.

Keine Beschwerden aus Nachbarschaft bekannt

Die Unterkunft sei ein gutes Beispiel für gelungene Integration. Das sollte in Zeiten, in denen an anderen Orten erneut über die Unterbringung von Geflüchteten in Zelten diskutiert werde, nicht aufgegeben werden.

Die Kinder der Bewohner gingen in die umliegenden Kitas oder die Grundschule Turmweg, manche aufs Wilhelm-Gymnasium. „Was geschieht mit ihnen, wenn die Einrichtung schließt?“, fragt Zander. Auch habe es ihres Wissen nach keine Beschwerden aus der Nachbarschaft über die Bewohner gegeben.

SPD stellt Antrag zum Erhalt der Unterkunft

Wann eine Entscheidung über die Zukunft der Geflüchtetenunterkunft feststeht, ist offen. Am Donnerstag hat sich der Eimsbütteler Hauptausschuss mit dem Thema beschäftigt. Die SPD-Fraktion hatte einen Antrag gestellt, damit der Bezirk in der Angelegenheit Position bezieht. Der Antrag wurde allerdings auf die Sitzung der Bezirksversammlung am 30. November verschoben.

In dem Antrag macht sich die SPD dafür stark, das Gebäude möglichst weiter als Unterkunft für Geflüchtete zu nutzen. Sollte dies nicht gehen, sollte es zumindest als Wohnraum, auch im geförderten Wohnungsbau, erhalten bleiben.

Sophienterrasse: Hoffnung auf „gute Lösung“

Dass die Sozialbehörde bereits Gespräche führt, bewertet Fraktionsvorsitzender Gabor Gottlieb positiv. „Wir freuen uns darüber und hoffen auf eine gute Lösung.“

Im August dieses Jahres schien das noch weit entfernt. Auf eine Kleine Anfrage der Bürgerschaftsabgeordneten Carola Ensslen von der Linken hatte der Senat noch erklärt: „Eine Verlängerung des Standortes Sophienterrasse als öffentlich-rechtliche Unterbringung ist nicht geplant und rechtlich auch nicht möglich.“


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